Korruption aufgedeckt: Handy von Thomas Schmid erhält Friedensnobelpreis


Thomas Schmid präsentiert sein Handy samt Preis
HANS PUNZ / APA / picturedesk.com / depositphotos (M)

Einen wesentlichen Beitrag zur aktuellen Befreiung der Bananenrepublik Österreich aus den Klauen eines mafiösen Netzwerkes leistet derzeit das iPhone des einfachen Arbeitssuchenden Thomas Schmid. In Oslo bekommt das Handy nun den Friedensnobelpreis überreicht.

OSLO – Brrr, brrr. Thomas Schmids Handy vibriert. Eine neue Nachricht. Eine, die alles verändern wird. Das Nobelpreiskomitee meldet sich per WhatsApp mit einem Daumen-nach-oben-Emoji. Man hat sich entschieden. Schmids Handy ist von einer Sekunde auf die andere weltberühmt.

„Eigentlich haben wir eher mit dem Physiknobelpreis spekuliert“, erklärt Schmid, der derzeit aufgrund einer akut einsturzgefährdeten Nasenscheidewand mit 45 Jahren um Frühpension ansucht. „Ich habe nämlich mit Kollegen das Beinschab-Österreich-Tool entwickelt, das ist so eine Art Schrödingers Katze für Umfragen – Ist der Mitterlehner jetzt politisch noch am Leben, oder schon tot?“

Jury begeistert

Die Jury ist begeistert. Schmid habe sich als embedded Investigativjournalist in den innersten Zirkel der Korruption einschleusen können. „Ich habe mich getarnt, und niemandem ist es aufgefallen. Sie müssen wissen, ich bin nur ein ungelernter Taugenichts aus Tirol, und auf einmal habe ich die ÖBAG geleitet. Irre, dass das durchging.“ 

Das Handy sammelte unter Einsatz seines Lebens Beweise – oft war es knapp. „Plötzlich klopft es mitten in der Nacht an der Tür. Einmal steht der Sebastian psychopathisch lächelnd mit einem Schredder im dunklen Stiegenhaus. Ein anderes Mal schreibt mir der Blümel, dass er und seine Frau neben dem Laptop noch ein Handy adoptieren wollen, ob ich meines hergeben könne“, erinnert sich Schmid. Sein Handy leidet seither an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die getriggert wird, sobald man Candy Crush öffnet.

Das fünfköpfige Komitee begründet seine Wahl damit, dass eine Befreiung des Österreichischen Staates von der autokratischen, rassistischen und korrupten ÖVP lange als unmöglich galt. „32 Jahre durchgehend in der Bundesregierung, sechs von neun Landeshauptleuten und mehr Bürgermeister als es Gemeinden gibt.“ Da es in Österreich fast ausschließlich Medien gibt, die nur APA-Artikel kopieren oder durch Inserate gekauft sind, lag es alleine an Schmids Handy, dieses mafiöse System ins Wanken zu bringen.

Verhaltene Freude

Über das Preisgeld von 830.000 Euro kann sich Schmid aber nicht so richtig freuen: „Ich will eine Million“, schreit er eine 82-jährige Jurorin an. „Jetzt. Sofort. Immerhin hab ich auch die Nobelpreis-Ausschreibung selbst geschrieben. Also her damit. Oder ich lass dich vom Fellner runterschreiben zur Dancing-Stars-Jurorin! Wenn das Geld nicht kommt, stürze ich mich heute in die Donau und du bist schuld.“ Die Seniorin reißt sich zitternd ihre Halsketten ab und drückt sie Schmid in die Hand: „Ok, ok, kriegst eh alles was du willst!“ Schmid lächelt. Er hat es wieder einmal geschafft. „So mag ich meine Jurorin! Gute Arbeit! Und das Preisgeld packst du dann in den Wirtschaftsnobelpreis über diese Studie zur Betrugsbekämpfung rein!“

Lassen Sie sich täglich über neue Artikel informieren.


28 Kommentare, 3k Shares
28 Kommentare
neuste
älteste top
Inline Feedbacks
View all comments

Also ich muss sagen, mir fehlt jedes Verständnis für diese Nobel-Preisvergabe. Das ist wohl alles andere als nobel. Was wenn nicht nobel ist Schmid? (Und was wäre vornehmer als der Ausbund an seiner unvergleichlich gewählten Ausdrucksweise per Handy-Chats? – Niemand möchte wissen und wird es je erfahren, was verbal und non-verbal zwischen den Beteiligten kommuniziert wurde) Wer bitte weiß sich so klar abzugrenzen vom Pöbel? Also sich derart als nobel zu gerieren? (Man erinnert sich an so manche Zitate) Warum hat das Handy nicht zuerst zumindest den Literatur-Nobelpreis erhalten? Und wenn man bei dem schwindligen Committee auch nur einen Funken… Mehr »

„Da es in Österreich fast ausschließlich Medien gibt, die nur APA-Artikel kopieren oder durch Inserate gekauft sind …“
Genau deswegen hab ich nur mehr das Tagespresse-Abo …

Stimmt! Ist noch immer das objektivste und das um unvoreingenommenste Information bemühte Medium. Ich wüsste auch nicht, woran ich mich sonst orientieren sollte.
Mir fallen zwar auch immer viele skurrile Sachen ein, aber so auf den Punkt bringe ich es allein nicht.
Danke, liebe TagesPresse!

Zumindest hat er zwei Magistertitel. Damit ist er zumindest akademisch gesehen um einiges gelernter als unser Herr Altkanzler. Aber der Rest des Artikels find ich großartig.

A geh, za wos braucht ma des ois Kurz-„Zeit-Konzla“?
Do geht’s jo woi um wos ondas…

ungelernter Taugenichts im innersten Kreis der Korruption- auf den Punkt gebracht aber leider keine Satire. So sind wir nicht, oder?

Choose A Format
Personality quiz
Series of questions that intends to reveal something about the personality
Trivia quiz
Series of questions with right and wrong answers that intends to check knowledge
Poll
Voting to make decisions or determine opinions
Story
Formatted Text with Embeds and Visuals
List
The Classic Internet Listicles
Countdown
The Classic Internet Countdowns
Open List
Submit your own item and vote up for the best submission
Ranked List
Upvote or downvote to decide the best list item
Meme
Upload your own images to make custom memes
Video
Youtube, Vimeo or Vine Embeds
Audio
Soundcloud or Mixcloud Embeds
Image
Photo or GIF
Gif
GIF format