Hypo-Bericht enthüllt Sicherheitspanne: Ahnungsloser Amateur gab sich monatelang als Finanzminister aus


Ahnungsloser Amateur

Eine brisante Sicherheitspanne wurde heute im Bericht der Hypo-Kommission aufgedeckt: offenbar gelang es einem ahnungslosen Amateur, monatelang völlig unbemerkt als Finanzminister zu arbeiten. Das Fehlen jeder Kompetenz fiel scheinbar niemandem auf. Im August verschwand der Scharlatan, im Bericht lediglich als Michael S. bezeichnet, so schnell wie er gekommen war.

Doch wer ist dieser mysteriöse Michael S.? Mehrere Mitarbeiter des Finanzministeriums wollen sich noch gut an ihn erinnern können: „Der stolzierte einfach im Dezember 2013 ins Gebäude und bezog das Ministerbüro. Niemand hat sich etwas dabei gedacht“, erinnert sich eine Sachreferentin, die anonym bleiben möchte.

„Der war immer bei den Meetings mit dabei. Immer freundlich, aber etwas still und verschlossen“, bestätigte ein anderer Mitarbeiter. S. habe sich demnach nur sehr selten zu Wort gemeldet und versuchte so offenbar, nicht weiter aufzufallen. Dies dürfte auch erklären, wieso seine fehlende Eignung für den Posten als Minister jahrelang unbemerkt blieb.

Heute fehlt von Michael S. jede Spur. Die Polizei durchsuchte zwar die Wohnung seines Ziehvaters Erwin P. in St. Pölten, fand dort jedoch lediglich einen Mitarbeiterausweis für das Gemeindeamt von Hinterbrühl.

Das Finanzministerium gerät durch die Enthüllungen in gewaltigen Erklärungsnotstand – ist dies doch nicht der erste derartige Fall. Bereits 2008 gelang es der Raiffeisenbank, einen ihrer Mitarbeiter, Josef P., als Minister einzuschleusen und das Ministerium damit zu einer Dependance der Raiffeisen zu machen.

„Banken-Pepi“, wie P. noch heute genannt wird, nahm als Minister angeblich Einfluss auf die Gesetzgebung. Gerüchteweise ließ er sogar einen Bankomaten im Innenhof des Ministeriums aufstellen, an dem sich Bankmanager nach Belieben Steuergeld beheben konnten.

(Foto: Österreichisches Außenministerium, Montage)

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Ich glaub viel eher, daß das alles vom ehemaligen Konsulenten der Zentralsparkasse ausgeheckt wurde. Unser Kanzler ohne ordentlichem Schulabschluß brüstet sich doch, mehrere Jahre viel Erfahrung in einer Bank erworben zu haben. Daher wird sich der S. ruhig zurückgelehnt haben, wenn der Regierungshäuptling so etwas mit links erledigen kann…

Brillanter Tatsachenbericht!

Na,hoffentlich haben wir mit Minister Mitterlehner endlich jemanden gefunden,der ordentlich aufräumt,anstatt sich nur selbst ein weiches Nest zu richten,

Leider keine Satire, das war längst bekannt. War eine der glorreichen Personalentscheidungen des Onkels aus St. Pölten. So wie Ernst Strasser und Monika Lindner, wenn es nicht im letzten Augenblick verhindert worden wäre, hätte er auch Karl Heinz in der ÖVP Karriere machen lassen.

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