Hass auf Arbeitslose: So hetzt Heute seit Wochen gegen das AMS

Jedes Medium geht mit dem Sommerloch anders um: Der Standard bringt statt investigativen Recherchen unterhaltsame AMA-Gütesiegel-Startseiten-Werbungen. Verzweifelte Satiremagazine reißen ganze 24 Schmähs über Tom Turbo. Einen eigenen Weg geht die Heute-Zeitung: Das Gratis- und Umsonstblatt brachte innerhalb von zwei Wochen nicht weniger als 27 Hetzartikel gegen Arbeitslose und das AMS – viele davon als Aufmacher auf der Startseite. Ein Lokalaugenschein in der journalistischen Gosse.

Die selbst für die „Heute“ ungewöhnlich niederträchtige Hasswelle begann am 10. August mit der Story „Junge Syrer und Afghanen: Interner AMS-Bericht – jetzt kommt alles ans Licht„. Was genau ans Licht kommt, außer, dass Integration halt zach läuft, lässt der Artikel offen, aber es hat irgendwas mit Syrern und Afghanen zu tun.

In der einfachen, binären Welt der Heute gibt es zwei Arten von Arbeitslosen:

„Der böse Ausländer“ – Selbstredend der häufigste. Er ist faul, spricht kein Deutsch, wirft gerne auch mal mit Stühlen um sich, und führt das AMS mit hinterlistigen Tricks an der Nase herum. Er erscheint nicht beim Bewerbungsgespräch, außer, um sich einen Stempel abzuholen, ist arrogant und meistens im Krankenstand. 

„Der arme Österreicher“ – Er würde gerne arbeiten, aber darf nicht, weil das unfähige AMS ihm das Leben zur Hölle macht und seine Qualifikation nicht anerkennt. 

Die Quellen sind fast immer „Insider“, „Berater“, „Unternehmer“, „Martina (Name geändert)“ und bleiben anonym, sofern sie außerhalb der Fantasie eines Heute-Redakteurs überhaupt existieren.

An allen Problemen sind stets die Betroffenen schuld. Strukturelle Ursachen für Arbeitslosigkeit (Konjunkturflaute, Unterqualifikation, schlechte Kinderbetreuung, 30 Jahre geballte ÖVP-Wirtschaftskompetenz) nennt das faule Boulevardblatt nicht. Sind die Redakteure zu arbeitsscheu, um die Hintergründe zu recherchieren, oder fehlt es an den Deutschkenntnissen?

27 Anti-AMS-Artikel in nur 14 Tagen. Ferndiagnose: pathologische Obsession. Was treibt Herausgeberin Eva Dichand an? Ist es Projektion, weil sie sich als Herausgeberin, die auf Staatskosten lebt, selbst wie eine Arbeitslose fühlt, die sich abseits gelegentlicher Kolumnen gegen grüne Justizministerinnen und dem Kauf von langweiligen Kunstwerken mit Regierungskohle ihre Zeit nicht zu vertreiben weiß?

Ist es eine Partei mit blauem Logo, die sich eine Kampagne gegen das AMS bestellt hat? Oder ist es einfach nur Zufall, und der unterbezahlte „Heute“-Redakteur verbringt auf der Suche nach einer richtigen, anständigen, menschenwürdigen Arbeit jeden Vormittag beim AMS und erzählt dann aus dem Nähkästchen?

Leser, die sich über die Artikel der Heute lustig machen

Nur eines gilt als gesichert: Im Gegensatz zu Dichand haben Arbeitslose das Potenzial, in ihrem Leben noch viel Positives zur Gesellschaft beizutragen. Zu wissen, dass das bei ihr nicht so ist, bereitet der „Grande Dame des gerichtlich zertifizierten Scheißblatts“ offenbar schlaflose Nächte. 

Dass sich die Heute das AMS als Opfer ausgesucht hat, ist kein Zufall. Es handelt sich dabei um eine der ganz wenigen Institutionen der Republik, die über kein üppiges Inseratenbudget verfügen, das bei unfreundlicher Berichterstattung gestrichen werden kann. Gleichzeitig finden sich bei 289.968 gemeldeten Arbeitslosen immer ein paar hundert tatsächliche Vollkoffer, die Stoff für einen Artikel hergeben und den Rest diskreditieren.

Eine letzte Frage bleibt in unserer Recherche offen: Sollte sich die Heute-Redaktion nicht lieber um Einzelfälle kümmern, um Arbeitslose, die wirklich die Allgemeinheit abzocken, wie etwa Eva Dichand, die das ganze Land mit Klopapier vermüllen darf? Und was sagt eigentlich die SPÖ dazu, dass die Heute-Zeitung, die ganz sicher nicht (!!!) zu Teilen SPÖ-nahen Personen gehört, das AMS so anpatzt?

Wir sagen jedenfalls: Kein Wunder, dass der Digital News Report 2025 keiner Nachrichten-Marke niedrigere Vertrauenswerte ausweist als der Heute.

Hier ein paar Vorschläge für Headlines, um das Sommerloch zu stopfen:

„HERZLOS-HERAUSGEBERIN! Diese Millionärin klagt Pensionisten in den Ruin“

„SIE kann kein fehlerfreies Deutsch und zockt alle ab: Wer ist die Langzeitarbeitslose Eva D.?“

„Kunst kaufen, Champagner saufen: So unverschämt lebt die Luxusarbeitslose Eva Dichand“

Und wenn das immer noch nicht genug ist, kann die Redaktion gerne auch eine bereits von uns vollständg ausformulierte HEISL-Ausgabe übernehmen.

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