„Gegen Onlinesucht“: Magenta setzt beim Internet auf Microdosing


Frau mit Laptop ohne Internetverbindung
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Immer mehr Menschen schwören beim Drogenkonsum auf Microdosing, eine Technik, dank der die eigene Leistungsfähigkeit durch die Gabe kleiner Dosen LSD gesteigert wird. Zeitgleich soll die Entstehung einer Sucht verhindert werden. Magenta wendet das trendige Konzept nun auch beim Datentransfer an.

WIEN – Euphorisch schaut Julia Jäger auf den Download-Balken: „Ich krieg schon seit Stunden nur 0,2 Kilobit pro Sekunde, geil, ich fühl mich schon wie ein optimierter Silicon Valley High Performer.“ Endlich kann sie sich voll und ganz nur auf ihr Google-Docs konzentrieren. „Da leistet Magenta wirklich tolle Arbeit, das Netz ist genau so schnell, dass ich fünf Zeichen pro Minute tippen kann, perfekt für meinen Fokus auf das Wesentliche.“

Kontrolle über den eigenen Konsum zu haben, das ist für Menschen wie Jäger wichtig. „Ich will im Internet sein, aber trotzdem noch als Mensch funktionieren und mich nicht 16 Stunden lang in Youtube-Rabbit-Holes verlieren, während ich nichts mehr esse und meinen Leguan Karl vernachlässige.“

Homöopathischer Datenfluss

Durch den neuen Magenta Tarif „Mobile Mindfulness XXS“ rieseln die Daten nur mehr meditativ und sporadisch in ihre Wohnung ein. „Ich muss mir schon am Vormittag überlegen, welchen 30-Sekunden-Clip ich mir heute Abend gerne anschauen würde.“ Gestern schafften es sie und ihre Partnerin nur bis zur YouTube-Werbung von Investment Punk Gerald Hörhan, danach waren die Daten für diesen Tag verbraucht.

Verantwortung

„Die Internetsucht ist eine ernsthafte Bedrohung der Gesellschaft. Da können und wollen wir nicht weiter zuschauen“, berichtet uns Magenta-Chef Andreas Bierwirth, während er liebevoll eine Vogelfamilie füttert, die im Magenta-Serverraum nistet. „Du willst das Wifi-Passwort? Du findest es nicht auf der Rückseite vom Router, sondern nur in dir drinnen. Die Welt ist dein Wifi-Passwort.“

Durch das Microdosing könne man alle Nachteile des hyperaktiven Internets ausblenden und die entmenschlichende 24/7-Erreichbarkeit beenden, während man gerade noch greifbar genug ist, um sonntags eine E-Mail vom Chef zu bekommen, in der nur im Betreff DRINGEND zu lesen ist, während der Rest der Mail nicht geladen werden kann.

Magenta arbeitet außerdem bereits am flächendeckenden 5G-Netz. „Dieses steht für die fünf G’s unserer Firmenphilosophie: Geht nicht, Gaukelei, Gebühren, Gewinn, Geht’s scheißen.“

Den Erfolg, so heißt es seitens Magenta, werde man daran messen, wie viele Probanden vor Starbucks-Filialen mit Macbooks hausieren würden. „Wenn ich dann sehe, wie wir Menschen dazu bringen, auch einfach wieder raus zu gehen, ohne den Weg zu kennen und die Gebäude zu genießen, merke ich doch, dass auch wir einen Unterschied machen können.“

Nicht anwenden will Magenta das Konzept des Microdosings allerdings bei der Ausstellung von Rechnungen. „Da werden wir weiterhin einfach Bingen“, lächelt eine Mitarbeiterin und stopft fünf Monatsrechnungen in ein Kuvert mit der Aufschrift „Letzte Mahnung sonst Inkasso haha“.

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Magenta bekämpft nicht nur Internet-Abhängigkeit- sondern auch 📺 Fernsehsucht. Qualitative Kanäle wie Discovery, etc. fallen weg, dafür kommen viele Kommerzsender dazu, die alle 12 min Werbeunterbrechungen haben. Die wollen das wir mal wieder ein Buch lesen 📖. Auch gut! …oder die Tagespresse. Noch guter…😉

Ihr Kommentar ist nicht nur grad der guteste, sondern auch noch am Punkt.
Wie der ganze Artikel- Artikel des Jahres vielleicht nicht-Konkurrenz ist groß.
Aber die 5Gs sicher bei den Running Gag des Jahres! Geht’s Gassi aka Magenta aka Teutsche Telekom

Herst! Ich hab Magenta, dass ist wirklich so langsam! Geht ma eh am arsch! Und ihr machts euch noch lustig oida!

was? du schaffst 0,2 Kilobit/Sek.? dann hast aber sicher eine sauteure high-priority Verbindung… obwohl, sauteuer war mein Vertrag auch und hab um 0,19 weniger… verdammt…

Aua! Der Beitrag hat weh getan. Diese Satire war zu nah an der Wahrheit, als dass ich aus meinem sarkastischen Elfenbeinturm noch hätte lachen können. Geschwindigkeiten, die nicht nur in der Rush Hour der Internetnutzung gern mal nur ein Zehntel der Versprochenen erreichen, Support aufs Wesentliche reduziert, sprich wesentlich zu wenig, zu langsam und zu inkompetent. Ich klick mal auf den nächsten TP Artikel und koche mir einen Kaffee, geh mit dem Hund, eine Runde Fußball mit den Burschen, duschen, nach dem Ladestatus des Artikels schauen, ah schon ein Drittel, und lege mich meditativ neben den Kabelanschluss um den Bits… Mehr »

In dem Artikel befinden sich so viele kleine Details – ein Traum. Tagespresse ist Blikist für alles Wesentliche was in der Welt passiert. Dass Bill Gates geschieden ist oder Toni Faber‘s Neuzeitsklavin jetzt Fisch kochen kann – ich erfahre alles zuerst in der TP24!

Bearbeitet von mankheimer
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