Vor drei Wochen protestierte die Justiz gegen ihre massive Überlastung. Laut Standesvertretungen fehlen landesweit mehr als 250 Richter und bis zu 70 Staatsanwälte. Die durchschnittliche Auslastung liege bei rund 120 Prozent. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten: Der Personalmangel dürfte weniger schlimm sein als befürchtet. Justiz und Polizei verfügen immer noch genug Personal für monatelange Ermittlungen nach dem Diebstahl eines Kapperls. Laut einer Schätzung der Tagespresse könnten am Verfahren bis zu 100 Personen beteiligt gewesen sein.
GRAZ – Gestern endete am Grazer Landesgericht ein Mammutverfahren gegen eine Bande mutmaßlicher Schwerstkrimineller, die die Stadt an der Mur in Atem hielt.
Die Vorwürfe trieben selbst hartgesottenen Ermittlern den Angstschweiß auf die Stirn: Sieben bekennende Linksextremisten sollen in böswilliger Bereicherungsabsicht eine kriminelle Vereinigung gebildet und sich zu einem schweren Raub verabredet haben. Strafrahmen: 5 bis 15 Jahre Haft.
Horror-Tat
Es war eine eisige Nacht im Jänner 2025.
Fünf Täter standen laut Staatsanwaltschaft Schmiere. Wenn Sie ein schwaches Gemüt haben, lesen Sie jetzt bitte nicht weiter. Was jetzt kommt, könnte so auch in einem Krimi von Agatha Christie stehen.
Die zwei anderen Schwerkriminellen schritten zur Tat und verübten das Unfassbare: Im Schutz der Dunkelheit rissen sie einem Besucher des Burschenschafterballs bei Minusgraden sein wärmendes Kapperl vom Kopf und ergriffen die Flucht.
Das 60-jährige Opfer, ein FPÖ-Lokalpolitiker, kam zu Sturz und brach sich mehrere Rippen. Den Ärzten berichtete er von einem Tritt. Ob dieser tatsächlich stattgefunden hat, das sollte die österreichische Justiz die nächsten 21 Monate beschäftigen.
Milde Justiz
Im Grazer Justizapparat sitzen keine Unmenschen. Hier lässt man auch mal Milde walten.
Wenn ein FPÖ-Bundesrat in einer Schuldiskussion erklärt, Menschen, die Schweinefleisch essen, würden weniger dazu neigen, sich in die Luft zu sprengen, dann stellt die Grazer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen Verhetzung schon mal ein:



Wenn die Exekutive auf einem Auge blind ist, dann in der Regel auf dem Rechten. 😂
Wir leben halt nicht alle im roten Wien.