FAQ: Was die neuen Regeln für Pizzamopeds bedeuten

APA-Images / Tobias Steinmaurer

Die 36. Novelle der Straßenverkehrsordnung tritt heute vollständig in Kraft. Sie beinhaltet eine kleine Änderung mit großer Wirkung: Elektronisch betriebene Mopeds gelten ab sofort als zweirädrige Kleinkrafträder. Was bedeutet das für die Mopeds? Und noch viel wichtiger: Was bedeutet das für Ihr Pad Thai?

Was genau ändert sich?

Pizzamopeds galten bisher als Fahrräder. Jetzt werden sie in den Adelsstand des Kraftfahrzeugs erhoben. In der Praxis heißt das: Sie fliegen vom Fahrradweg und erfordern ab heute einen Typenschein, A-Führerschein, Helm, Zulassung, Kennzeichen, Pickerl, Versicherung und Kleingeld für Verwaltungsstrafen.

Das klingt nach einem faktischen Verbot?

Ein Verbot wäre ein illiberaler Eingriff in die persönliche Freiheit. Österreich wählt den liberalen Weg der passiv-aggressiven Bürokratie: Probleme werden nicht gelöst, man verlangt einfach einen Typenschein und hofft, dass sich das Problem dann von selbst auflöst.

    • Klar, man möchte doch keine arbeitenden Ausländer. Man kann doch echt nicht dieses imaginäre Feindbild #1 – der arbeitslose, in Luxus lebende, faule Ausländer – kaputtmachen!

      • Naja, völlig unabhängig von Staatenzugehörigkeit, ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad (so ein eigenartiger Gegenstand aus Stahl, mit Rost, Kette und Gangschaltung) und das Verhältnis von Beinahekollisionen von mir zw. Lastenrädern und sog. Pizzamopeds liegt zwischen 1:10 !!!

  • Ich bin da echt zwiegespalten: einerseits sehr froh, wenn die (teils verkehrsuntauglichen) Mopeds vom Radweg verschwinden – andererseits unglücklich, dass das jetzt am Rücken der Geringstverdiener ausgetragen wird.

    Die beste Lösung wäre wahrscheinlich weniger Essen liefern lassen, somit CO2-Ausstoss, Berge an Plastik-Müll und Lohndumping vermeiden – ist aber wie gesagt für uns gelernte Österreicher leider völlig undenkbar…

    • Wie soll man ohne Essen überleben?

      Gestern hat es Mutti gebracht, heute der Lieferdienst. So war es schon immer und so war es immer gut.

      Es gibt ja auch einfach keine andere Möglichkeit, an Essen zu kommen.

      • Mein Tipp: Hacken Sie die Terminkalender der Regionalpolitiker:innen Ihres Vertrauens und gehen Sie zu allen Empfängen, Spatenstichen, Eröffnungen… Nützen Sie die Zeit während der Ansprachen, um sich die Pole Position vorm Run aufs Buffet zu sichern und schon mal zu erkunden, wo die köstlichsten Schmankerl stehen. Und dann: Gesegnete Mahlzeit!

    • Danke, Luke, genau auf den Punkt/die Punkte gebracht. Wenn ich in Ö1 die scheinheiligen Kommentare von Liferando & co höre, wie sehr sie ja ihre Fahrer unterstützen, dann wird mir ohnehin so übel, dass ich keine Pizza mehr brauche.

    • Sie hätten auch einfach gewisse Rahmenbedingungen für die Mopeds erstellen können, die ohne Zulassung funktioniert hätten.

      zB maximale Stoppdistanz von 25km/h.

      Ein Fahrrad darf egal in welchem Zustand fahren, aber sobald es motorisiert ist und eine Geschwindigkeit fährt, die man mit dem Rad genauso fahren kann, ist es ein Problem.

      Das einzige womit ich ein Problem hab, ist wenn Kinder mit denen fahren, weil Kinder erreichen sicher keine 25km/h. Ich hab Mal ein Kind auf dem Gehsteig gesehen, dass den E-Scooter antauchen musste, weil der Lenker zu hoch war, um normal loszufahren. Der Lenker war auf AUGENHÖHE

      • Die kinetische Energie eines solchen E-Mopeds ist aufgrund seines hohen Gewichts ungleich größer als jene eines Fahrrads. Viele sind auch viel schneller als 25km/h unterwegs.