„Zu absurd“: Tagespresse lehnt von ÖVP eingeschickte Headline ab

derstandard.at (Screenshot)

Liebe Volkspartei,

herzlichen Dank für euren jüngsten Headline-Vorschlag:

„Neuer Job: August Wöginger soll sich um Anliegen von ÖVP-Parteifreunden kümmern“. 

Wir haben die Idee heute in der Redaktion ausführlich besprochen. Leider müssen wir euch mitteilen, dass wir sie in dieser Form nicht veröffentlichen können. Die Geschichte ist für unsere Zeitung eine Spur zu absurd.

Der Grundwitz trägt prinzipiell: Wöginger verteidigt seine Intervention zugunsten eines Parteifreundes vor Gericht damit, dass er nur ein „Anliegen“ weitergeleitet habe. Wenige Monate später erhält er von seiner Partei eine Funktion, in der er sich um Anliegen von Parteifreunden kümmern muss. 

Doch Tagespresse-Headlines leben von einem letzten Rest Plausibilität, von einem Tatsachensubstrat. Unser Publikum muss sie eine Sekunde lang ernsthaft für wahr halten können.

Leider finden wir es gänzlich unglaubwürdig, dass ein Mann, der für etwas verurteilt wurde, kurz darauf genau dasselbe als offiziellen Partei-Job macht. Noch dazu gegen Bezahlung, mit fixer Vollzeitanstellung und fünf Wochen Urlaub pro Jahr. Das ist zu konstruiert. 

Wir erhalten täglich mehrere Einsendungen und können aus Kapazitätsgründen nur einen kleinen Teil davon veröffentlichen. Bitte versteht diese Absage daher nicht als generelle Kritik, wir finden eure Politik in großen Teilen echt witzig, besonders mit Norbert Totschnig ist euch ein starker, menschgewordener Gag gelungen. 

Als kleine Orientierungshilfe für künftige Einsendungen schicken wir euch gern unsere aktuelle Print-Ausgabe 1 in die Parteizentrale. Dann bekommt ihr ein Gefühl dafür, welche Headlines für uns geeignet sind. Das Porto übernehmen natürlich wir. 

Solltet ihr weitere Ideen zu den Themen Wöginger, Stocker usw. haben, freuen wir uns auf neue Vorschläge! Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal 🙂

Liebe Grüße

Die Redaktion

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