Brumm, brumm! Österreich ist ein Verbrennerland. Und damit das auch so bleibt, wird fleißig asphaltiert, betoniert und gebohrt. Von Vorarlberg bis Wien entstehen neue, dringend benötigte Verkehrsadern. Gesamtkosten: 7,1 Milliarden Euro. Die Tagespresse präsentiert die zehn sinnvollsten Straßenbauprojekte Österreichs.
10. Bodensee-Schnellstraße S18, Vorarlberg

Kosten: 2,1 Mrd. Euro
Kosten pro Meter: 260.000 Euro
Status: Genehmigt
Schon seit über 60 Jahren warten die Schweizer auf den Anschluss. Genauer gesagt den Anschluss an Vorarlberg, an der Grenze soll die Schweizer A13 mit der österreichischen A14 verbunden werden. Die geplante Strecke führt aber über 900 Grundstücke, weil das Rheintal parzelliert ist wie ein italienischer Badestrand.
Wie kam die Welt bisher nur ohne diese Verbindung aus? 2023 stimmten die Lustenauer mit 77,4 Prozent gegen die geplante Variante. Der Politik ist das egal, die Schweizer wollen trotzdem den totalen Anschluss.
9. Ostumfahrung Wiener Neustadt, Niederösterreich

Kosten: 43–45 Mio. Euro
Kosten pro Meter: 9375 Euro
Status: In Bau
Wiener Neustadt erhält endlich das, was die Stadt braucht: eine Straße, auf der man möglichst schnell an ihr vorbeifahren kann. Noch eine Straße wird das Verkehrsproblem sicher lösen. Nur mehr eine letzte Straße. Dann gibt’s keinen Stau mehr. Fix. Versprochen. „Kreisschluss“ nennt die Lokalpolitik dieses Projekt. Hallo? Welcher Verrückte würde einen Kreis nicht schließen wollen?!
45 Millionen Baukosten sind fast schon billig. Für eine zweiröhrige Untertunnelung fehlte den Verantwortlichen wohl die Fantasie. Hoffentlich wird der Kreis um Wiener Neustadt bald komplett geschlossen, damit niemand mehr raus und niemand mehr rein kann.


