„Wollen Platz 1 schaffen“: Wien präsentiert neuen Unfreundlichkeits-Beauftragten


Michael Ludwig schüttelt Hand von Alexander Gaisch
VHS/Lötsch, Montage

Nach dem enttäuschenden dritten Platz Wiens im weltweiten Unfreundlichkeits-Ranking zieht Bürgermeister Michael Ludwig die Notbremse. Er engagiert jetzt den landesweit bekannten Experten Alexander Gaisch. Mit seiner Expertise soll im kommenden Jahr der erste Platz erobert werden.

WIEN – „I werd Paris und Kuwait die Wadln virerichten“, verspricht Gaisch, während er auf einer ersten Patrouille gemeinsam mit Bürgermeister Ludwig durch Wien spaziert. „Hoppala!“, lacht er und schlägt einer gebrechlichen älteren Dame den 15-Euro-Punsch aus der Hand. „Aufpassen, du Hirnamputierter“, schreit er einen Schüler an und rempelt ihn vom e-Scooter.

Kulturverlust

„Wien droht, seine Identität zu verlieren“, warnt Ludwig und verweist auf die Ankündigung der UNESCO, die Wiener Unfreundlichkeit auf die rote Liste der gefährdeten Weltkulturerben zu setzen. Ludwig will jetzt auch vom Spitzenreiter Kuwait lernen und Enthauptungen in Wien legalisieren.

Kompetenz

Gaisch zeigt gleich, dass er sein Geld wert ist: „Zweite Kassa!!“, brüllt der Ex-Polizist einen verdutzten Busfahrer im vollbesetzten 13A an. Dann fordert er eine junge Mutter mit Kinderwagen auf, Platz zu machen, damit er ungestört über vier Sitzplätze manspreaden und sein Kebab anschreien kann.

Ein Greis hält sich an der Stange neben ihm fest. Seine Finger berühren Gaisch für eine Millisekunde. „Kennst du mi ned? Alexander Gaisch! Und jetzt gib deine Wichsgriffeln von meiner Uniform.“

Investitionen

Die Grantoffensive soll durch bauliche Maßnahmen unterstützt werden. „Wir stellen am Heumarkt einen 500-Meter-Turm in Form von am Mittelfinger hin“, sagt Ludwig stolz. „Damit die Expats, die Touris und andere Beidlpracker glei wissen, was Sache ist. Der Finger wird so groß, dass erm sogar die gschissenen Froschschenkelfresser und Designer-Oaschlecha in Paris a seng, haha.“

Zum Abschluss ihrer Tour wollen Ludwig und Gaisch ein gemeinsames Foto vor dem Stephansdom machen. Ein Tourist steht im Weg. Gaisch bittet ihn höflich, auszuweichen: „Heast, Deppata, kannst di bitte schleichn, dei Vota woa ka Glaserer.“ Der Mann sagt: „Sorry, English please!“ „Your father wasn’t a glass maker! Monday at 8 you come to my office and by then you learn every Bezirk by heart! I wish you good luck!“


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Rhodenstein

Es wurde auch höchte Zeit für diese Initiative – wo kommen wir denn da sonst hin!

Huawawuff

Da haben Sie natürlich vollkommen Recht Herr Rhodenstein. Allerdings möchte ich noch anregen, eine Studienlehrgang an der Uni Wien zu installieren sowie in nicht allzu ferner Zukunft ein eigenes Institut an der Uni ins Leben zu rufen. Geeignete Vortragende sind in Österreich wahrlich leicht zu finden, wie zB Ex-Minister Rupprechter zum Thema ,Die Strafe Gottes‘ etc.

michl68

Man muss nicht alles akademisieren. Früher konnte Wien ganz locker aus dem Stegreif mit Unfreundlichkeit punkten, wobei das Epizentrum sicherlich in den Cafehäusern lag. Man müsste sich doch bloß die eigenen Fähigkeiten vergegenwärtigen und die in den letzten Jahren aufgestaute political correctness abstreifen.

Čekić

Österreich so korrupt wie Iran, tsss. Ami sågt!

Ichfindslustig

Nur schade, dass wir dafür einen Steirer brauchen. Das hätten wir alleine auch locker geschafft.
;-)

DSen

Externe Berater sind generell besser!

Suburbia

Wir Wiener sind nicht unfreundlich.
Es gibt nur 3 Punkte zu beachten.
1. NICHT ANSEHEN
2.NICHT ANSPRECHEN
3.NICHT ANLÄCHELN (geht gar nicht)
Ist doch nicht nicht so schwer, ihr Banausen.

Jausenbrettl

Und vor allem nie einen Kaffee bestellen!

Sir Humphrey GCMG

Eben.
Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass Wiener eigentlich nicht unfreundlicher als andere sind, sondern einfach nur ehrlicher. Woanders wird man halt zwanghaft freundlich angelächelt, aber der Lächler denkt sich trotzdem: „A so a Trottl“.
Allesamt gschissene Heuchler, die wo in diesem Ranking hinter uns liegen!!1!

Jausenbrettl

Auch in Wien gibt es die picksüßen Verkaufis, die nur dann grantig werden, wenn’s eine Reklamation gibt.

Lustig samma,
Handln gamma,
grinsn tamma.

Foto hamma!

fritzd

Trinkverbot nicht nur in der Drogeriekette. Gleich auf das Stadtgebiet erweitern. Das sollen die Pariser Sau.. (pardon) Trinknasen erst einmal schaffen. Den Wirten ist’s wurscht. Die sudern eh schon wegen dem Rauchverbot.

Jo Weda

:) :) :)

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