Paketzusteller leiden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen – auch das Christkind. Behörden stellten in seiner Wohnung jetzt 40.000 Pakete sicher, die nie zugestellt wurden. In einer ersten Einvernahme rechtfertigt sich das Christkind mit chronischer Überforderung. Der Arbeitgeber, die katholische Kirche, weist alle Vorwürfe zurück.
WIEN – In der Zwei-Zimmer-Wohnung in der Großfeldsiedlung stapeln sich die Pakete bis zur Decke. „Da war eine Playstation 5 drin für den Justus aus Ober St. Veit“, sagt das Christkind, zieht an einer Zigarette und zeigt auf ein aufgerissenes Paket. „Unter uns… mir ist das alles irgendwann über den Kopf gewachsen. 16-stündige Touren jeden Tag, Bezahlung pro zugestelltem Packerl, permanenter Druck von den Chefitäten. Irgendwann war dann Ende.“


