Steuertrick: So spart sich die Familie Dichand die Reichensteuer

APA-Images / Andreas Tischler (M)

In Zeiten hoher Inflation sucht jeder nach Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Eine innovative Methode präsentiert nun die Verlegerfamilie Dichand: Um einer drohenden Vermögenssteuer zu entgehen, hat sie in einem simplen, aber effektiven Do-It-Yourself-Projekt kurzerhand den SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler weggemobbt. Ein Modell mit Zukunft?

WIEN – „Wozu brauchen wir eine Briefkastenfirma?“, lachen Eva und Christoph Dichand in einer Stellungnahme in den Telefonhörer. „Uns gehören die Briefkästen von Millionen Österreichern. Wir schicken kein Geld ins Ausland, sondern nur Babler in den Ruhestand, das reicht uns.“

Nicht nur das, die Dichands lassen sich von ihren Opfern sogar fürstlich bezahlen: Stadt Wien und SPÖ schanzen der Familie jährlich Millionenbeträge zu. „In Liechtenstein muss man sich die Steuervermeidung noch selbst bezahlen“, schüttelt Eva Dichand empört den Kopf. „In Österreich zahlts dir der Staat. Das ist serviceorientierte Verwaltung.“ 

Experten beeindruckt

„Normalerweise raten wir unseren reichen Klienten zu komplexen Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein oder auf den Cayman Islands“, staunt der Wiener Steuerberater Christof Rath. „Aber auf die Idee, den größten Verfechter der Reichensteuer einfach monatelang publizistisch sturmreif zu schießen, bis er weinend abtritt, da muss man auch erst einmal draufkommen. Chapeau!“

Die Bilanz der Dichand-Methode kann sich sehen lassen. Den Ausgaben für die mediale Dauerfeuer-Kampagne (rund 450 Liter Druckerschwärze, drei Kisten Red Bull plus zwei Obstkörbe für Praktikanten) steht eine persönliche Ersparnis im hohen zweistelligen Millionenbereich gegenüber. Steuerberater Rath kalkuliert einen Return on Investment von knapp 40.000 Prozent.

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Das Beste: Die Kosten des Steuertricks können als „Babler-Abschreibung“ sogar von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. 

Lifehack

Die Wirtschaftskammer empfiehlt den Lifehack nun auch anderen Top-Verdienern. Wer sich künftig eine Steuer sparen wolle, brauche keine teuren Anwälte, sondern nur circa 30 Prozent tägliche Marktreichweite und den völligen Verzicht auf alle journalistischen oder ethischen Standards. 

„Normalverdiener müssen aber weiter auf Alleinverdienerabsetzbetrag oder Pendlerpauschale setzen“, erklärt Christoph Mazakarini aus dem Finanzministerium. „Die Übernahme eines bundesweiten Boulevardmediums zum Zweck des politischen Auftragsmords ist als Arbeitnehmer beim Steuerausgleich nicht als Werbungskosten absetzbar.“

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