Schwerer Baufehler: U5 versehentlich mit Anschluss zum Hauptbahnhof gebaut


Ingenieure im U-Bahnschacht
Depositphotos (M)

Genau das sollte nicht passieren! Die Wiener Linien mussten heute einen schweren Planungsfehler beim Bau der neuen U5 einräumen. Bei den Tunnelbohrungen wurde versehentlich ein Anschluss zum Wiener Hauptbahnhof gegraben. Für die Ingenieure trat damit das Worst Case Szenario ein: Passagiere können problemlos an- und abreisen.

WIEN – „Meine Meinung is: Hauptbahnhof muass Hauptbahnhof bleiben“, schreit ein nackter tätowierter Anrainer, während er auf einer Parkbank ein Bier ext. „Wer braucht so a Untererdwaggonbahn bei uns da?“ Dass hier draußen, mitten im bevölkerungsreichsten Bezirk, nun eine U-Bahn errichtet wurde, entsetzt inzwischen auch die Verantwortlichen selbst.

Ungläubig starrt Bauleiter Christopher Wimmer den komfortablen Anschluss an. „Man kann hier einfach von der U5 in den Hauptbahnhof gehen, das ist krank, das ist Wahnsinn, das ist wohl der größte Baufehler Österreichs seit der erfolgreichen Fertigstellung des Skylinks.“

Horror

In nur einer Minute können Reisende bequem vom Zug in die U-Bahn umsteigen. Ein Horror für die lokale Wirtschaft: Sie profitierte bisher davon, dass Touristen beim Fußmarsch zur nächsten U-Bahn bis zu fünf Mal ins Restaurant essen gingen, 200 Euro in drei Wettbüros verpulverten und einmal im Hotel nächtigten.

Vermeidbar?

„Die Wiener Linien kannten das Risiko“, meint die Bausachverständige Carla Gebetsroither. „Wenn man so nah am Hauptbahnhof baut, da fordert man das Schicksal geradezu heraus. Sie hätten auf mich hören sollen, aber meine Ideen für die Trasse Karlsplatz – Znojmo, von wo aus man dann per Bus über Mistelbach und Bratislava und von dort dann mit dem Twin City Liner direkt zurück in die Wiener Innenstadt kommt, wurden leider in den Wind geschlagen.“

Fehlerbehebung

Doch wie kann der Baufehler jetzt wieder behoben werden? Dazu tagen seit gestern die Wiener Linien mit den ÖBB. „Wir können noch nicht zu viel verraten“, sagt eine Teilnehmerin. „Aber der Hauptbahnhof darf niemals an eine U-Bahn angeschlossen werden, das steht seit 1920 in der Verfassung.“

Derzeit gibt es wohl keine andere Möglichkeit, als einen Abriss des Wiener Hauptbahnhofs und einen Neubau in den Weinhängen des Kahlenbergs.

Provisorische Lösung

Die Stadt Wien überlegt nun, einen Shuttle-Service einzurichten, der die Menschen im Stundentakt vom Hauptbahnhof einen Kilometer weit wegtransportiert, sodass sie wenigstens diese Strecke zurückgehen müssen. Außerdem wird überlegt, die Rolltreppe durch Boulderwände zu ersetzen.

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In den 70ern hat man noch weitsichtiger geplant und die U1 verfassungskonform haarscharf am Südbahnhof vorbei gebaut. Wieso schaffen die das heute nicht mehr?

Wäre sie damals am Südbahnhof, wäre sie heute weder am HBF noch in der Favoritenstraße.

Verkehrsplanung ist nicht so einfach, dass mutwillig an etwas vorbeigebaut wird. Klar, die U1 hätte damals einen rechten Winkel fahren sollen und kurz 700m umschwenken.

Beschreibt die Situation einfach perfekt

Achtung Wiener Linien: bei Euch gibt es einen whistlblower, der der TP diese präzisen Insiderinformationen zugesteckt hat!

Loooool, genial :D

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