Regierung macht Hoffnung: „Die Pandemie ist für Verstorbene vorbei“


Mückstein und Schallenberg
Dragan Tatic/BKA

Es sind Worte, die Kraft spenden: Die Pandemie ist vorbei – zumindest für Verstorbene. Mit dieser Botschaft machen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Bundeskanzler Alexander Schallenberg heute Hoffnung. 

WIEN  –  Nie wieder Lockdown, Masken, oder 3G-Nachweis: Verstorbene müssen sich nach ihrem Tod damit nicht mehr herumschlagen, für sie ist die Pandemie endgültig vorbei. Die Bundesregierung erneuert nun das versprechen des Altkanzlers Sebastian Kurz: „Jeder wird bald niemanden mehr kennen, weil alle tot sind.“

Entwicklung beruhigend

Pressekonferenz. Wolfgang Mückstein holt ein Taferl hervor. Darauf zu sehen: Eine kerzengerade Linie. „Wir haben es hier zum Glück nicht mit einer exponentiellen Entwicklung zu tun. Von allen Toten ist keiner mehr mit Corona infiziert. Ich bin zwar kein echter Privatarzt, sondern nur so ein dahergelaufener Kassenarzt, aber selbst ich weiß: Wer tot ist, ist kaum noch krank. Leben ist das neue Rauchen.“

Alexander Schallenberg ergreift das Wort: „Genau, und Studien zeigen, je mehr Leute tot sind, desto weniger werden noch sterben. C’est la vie!“

Bevölkerung zufrieden

Lokalaugenschein in Steyr. Ingeborg Plasser (78) dreht ihren Fernseher lauter. „Den Mückstein mag ich“, lächelt sie. Plasser hat sich für eine tödliche Coronainfektion entschieden, damit sich ihr gesunder Enkel Peter (23) für die Besuche bei ihr nicht mit einem sicheren Gratisvakzin impfen lassen muss.

„So ein kleiner Stich in den Arm, das will ich dem Peterle nicht zumuten, das wär egoistisch von mir. Er war gerade erst tätowieren und das heilt noch alles ab“, hustet sie. Die Ärzte geben ihr noch vier Tage. Ins Krankenhaus will sie nicht. „Der Peterle liebt das Paragleiten, das Basejumpen und das betrunken Autofahren am Wochenende, er ist so ein lebensfroher Bursch, ich will ihm da als Oma nicht sein Platzerl im Spital wegschnappen.“

Entlastung

Auch die Spitäler freuen sich über die Entlastung. „Es ist schön, auch mal gute Nachrichten überbringen zu dürfen“, erklärt Dr. Markus Engel, Primar am Keplerklinikum Linz. „Diese Gesichter der Angehörigen, wenn sie erfahren, dass die Krebs-OP vom Opa nie wieder verschoben werden muss, weil seine Enkerl ungeimpft auf einer Storchenparty in der Garage vom Gruber Ferdl waren und die Intensivstation blockieren. Dafür steh ich in der Früh auf, dafür bin ich Arzt geworden.“

Wien geht eigenen Weg

Wien will weiterhin gewisse Maßnahmen auch für Verstorbene aufrecht erhalten, wie Bürgermeister Michael Ludwig ankündigt. „Wir sind immer unseren eigenen Weg gegangen und das gilt auch für den Weg hinüber ins Jenseits.“

In der Bundeshauptstadt dürfen sich daher in einer Gruft nicht mehr als fünf Verstorbene gleichzeitig aufhalten; der Abstand zu einem Nachbargrab muss mindestens zwei Meter betragen. Ein regelmäßiger PCR-Test kann mit einer Feuerbestattung umgangen werden, aber nur dann, wenn die Urne eine FFP2-Maske trägt.

Zu früh gefreut?

Inzwischen gibt es jedoch erste Berichte über Einzelfälle und Todesdurchbrüche. Auch einige Verstorbene dürften noch weiterhin mit Corona kämpfen. „Ja es stimmt, ohne 3G kommen Sie hier nicht rein“, bestätigt Petrus in einer E-Mail an die Tagespresse. „Es kriselt aber noch mit dem Chef, der glaubt nicht an Corona“, seufzt Petrus und zeigt auf Gott, der hinter ihm stark hustet und sich in seinem weißen Bart Perlenketten für die nächste QAnon-Demo einflechtet.

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Im Land des doppelten Ex-Kanzlers („Die Pandemie ist vorbei“), des Herbert K. und der MFG ist die Tagespresse der einzige Lichtblick. Sensationell.

Solange Die Tagespresse eine Impfung, die zu 100% vor einer schlechten Nachrede schützt (zumindest in den Medien) nicht genauso kritisch behandelt wie etwa die Politik, ist es keine wahre Satire sondern verschämtes Frech-sein.
Mit anderen Worten: ihr seid unglaubwürdig.

Solls nicht seinerzeit einen Todesdurchbruch, angeblich ohne Corona, nach 3 Tagen beim Junior-Chef vom Petrus gegeben haben?

Je früher man an Corona stirbt, umso länger ist man dann tot.

Schaurig, und das wo Halowin schon vorbei ist!

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