Nachhaltig: Abgepumpter Schweiß aus U6 wird für Gürtelpool verwendet


Gürtelpool
Hans Punz/picturedesk.com

So sieht Nachhaltigkeit aus: Tausende Liter Schweiß, die Tag für Tag aus der U6 abgepumpt werden, können künftig im Gürtelpool verwendet werden. Damit spart sich die Stadt Wien die Milliarden Euro teure Endlagerung der giftigen Flüssigkeit kilometerweit unter der Erde.

WIEN – Lokalaugenschein am Gürtel. Liegen werden aufgeklappt, Schwimmtiere aufgeblasen, Kinder spritzen sich gegenseitig das Wasser in die Augen. Doch dann pfeift der Bademeister. „Hey, hallo, aufpassen! Schutzmasken, Schweißerbrillen und Ganzkörper-Hazmat-Anzug anziehen, oder ausse ausm Becken!“

Umweltschonend

Der innovative Gürtelpool kommt ganz ohne Chlor aus. „Der U6-Schweiß hat dieselbe Wirkung, das abgepumpte Transpirat-20 kommt direkt aus der U-Bahn ins Becken“, lacht Bademeister Günther Gamsjäger, während er eine tote Ratte aus dem Wasser fischt und sie an einen Backhendl-Verkäufer am Westbahnhof weiterverkauft. „Hier wird nix weggeworfen! Das System ist ein einziger Kreislauf.“

Zwei Pensionistinnen aus Hietzing schwören sogar auf die Heilkräfte des Wassers. „Ich hab immer so einen Hautausschlag gehabt, die Ärzte waren ratlos“, erzählt Hofratswitwe Dora Schiwany. „Nach nur einer Stunde im Wasser war die Haut weg“, sagt sie erleichtert. „Mama schau, ich bin eine Eidechse!“, schreit ein Bub einige Meter weiter und zieht sich seine Haut ebenfalls einfach über seine Hand ab.

Endlagerung nicht notwendig

Bisher musste der gesammelte Schweiß immer unterirdisch an der U-Bahn-Station AKH abgepumpt werden, wo die Flüssigkeit als Desinfektionsmittel im OP und als kleiner Erfrischungsdrink für die Pathologen eingesetzt wurde. Der Rest musste in zwanzig Kilometern Tiefe unterhalb des Großglockners endgelagert werden. Die Halbwertszeit des Schweißes wird von Experten auf einige tausend Jahre geschätzt und stellt eine große Gefahr für kommende Generationen dar. 

„Wahlkampf?“

„Was wie wo Wahlkampf? Es wird im Herbst gewählt?“, lacht die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein. „Ah, das hab ich ganz vergessen beim Anblick dieser wunderschönen Grünoase, die meine Idee war und nicht die von Michael Ludwig von der SPÖ, sondern meine.“

Durch den Pool sollen Grünwähler aus ihren klimatisierten Dachgeschosswohnungen gelockt werden. „Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben außerhalb des Gürtels“, lacht Marketing-Managerin Laura Trimmel, „man fühlt sich sofort wie im Indonesien-Urlaub, wenn man die ganzen armen Kinder sieht, zum Glück hab ich meine Point&Shoot-Kamera dabei.“

Die SPÖ rund um Michael Ludwig kritisierte den Pool am Westbahnhof anfangs zwar, konnte aber durch einen Kompromiss besänftigt werden, wie Grünen-Chefin Birgit Hebein erklärt: „Für den Michi haben wir im Pool jetzt überall so schwimmende Gratiszeitungsboxen, und damit FPÖ und ÖVP eine Ruhe geben, wird das Wasser danach privatisiert.“

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Ich hab gar nicht so viele Smiley’s wie dieser Artikel verdienen würde.

„Mama schau, ich bin eine Eidechse!“
Schau an, Echsenmenschen gibt’s also wirklich! Jaja, Kindermund tut Wahrheit kund, wie es so schön heißt …

Grauslich. Unter allen Aspekten.

Wir SCHWEISSEN für Wien
Eure Poolparty

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