Nach allen Achttausendern: Reinhold Messner erreicht als erster Mensch die MA 35


Reinhold Messner hält Telefon ans Ohr
Ordercrazy/Wikipedia (M)

Es ist der Gipfel seiner Karriere! Als erster Mensch überhaupt erreichte Extremsportler Reinhold Messner heute die MA 35. Nach Tagen in den gefährlichen Irren der Warteschleife gelang es ihm, einen Mitarbeiter der Wiener Einwanderungsbehörde ans Telefon zu bekommen.

WIEN  – Drei abgefallene Finger, Schneeblindheit vom nebenbei Solitär spielen und Tinnitus vom Gabalier-Song in der Warteschleife: Das ist der Preis, den Reinhold Messner zahlen musste. Erschöpft und glücklich liegt er neben dem Hörer und seinen Fingern am Boden und schaut auf die Decke. Tränen strömen die Wangen herab. Er hat wieder Geschichte geschrieben. Als erster Mensch der Welt erreichte er die MA 35.

Todesgefahr

Die Gefahr war auf seiner Expedition in die tödlichen Untiefen der österreichischen Bürokratie ein ständiger Begleiter. „Du weißt, ein falscher Knopfdruck, und du stürzt aus der Warteschleife hinaus, dorthin, wo du schon vor tausenden Minuten warst“, sagt Messner, während er seine drei steifen Finger einsammelt, um sie in seinem Museum in Südtirol in drei kleinen Mausoleen auszustellen. „Aber das musst du ausblenden. Das Fast-Sterben, das Überlebt-Haben, das Durchkommen, ist das Stärkste, was wir als Menschen spüren können.“

Sauerstoffmangel und Halluzinationen

Während er die Achttausender ohne Flasche bestieg, wäre ein solches Unterfangen bei der MA 35 lebensgefährlich. „Die ist immer dabei“, sagt Messner und zeigt auf eine Flasche Veltliner. „Sonst wirst du wahnsinnig, bei dem Sauerstoffmangel. Da kriegst du Halluzinationen, weißt nicht mehr wo oben und unten ist.“

Einmal war er schon an dem Punkt angekommen, wo er aufgeben wollte. „Es war 11 Uhr Ortszeit, da hab ich mir gedacht. Moment, 11 Uhr? Da ist doch niemand mehr im Amt. Ein normaler Beamter beginnt um 9 Uhr seinen Dienst, und um 10 Uhr geht er in Frühpension.“

Kraftakt

Ohne die Hilfe mehrerer nepalesischer Sherpas, die Messners Telefonhörer hielten, wäre diese Spitzenleistung nicht möglich gewesen. Tragisch: Seinen Bruder musste Messner in der Leitung zurücklassen. „Sonst wären wir beide…“ Seine Stimme gerät ins Stocken. „Ich habe das Mögliche im Unmöglichen gesucht, das klingt besser, schreiben Sie lieber das auf.“

Was Messner am anderen Ende der Leitung schließlich gehört haben will, stellt den bisherigen Stand der Wissenschaft infrage: „Ich bin mir sicher: dieses unfreundliche Grunzen, das aggressive Grollen, dieses steinzeitliche Denken, das muss ein Yeti gewesen sein. Es gibt ihn wirklich!“

Weiteres Ziel

Doch was kann jetzt, wo Messner alles geschafft hat, noch kommen? Der Südtiroler grinst schelmisch. „Ich werde etwas versuchen, was bisher als denkunmöglich galt.“ Er holt eine dicke Mappe hervor und zeigt uns seinen Magenta-Vertrag. Dann zückt er sein Handy, wählt den Kundendienst und verlässt uns: „Falls ich nicht mehr zurückkehre, sagt meiner Familie, dass ich sie liebe…“ Alles was wir noch hören ist ein Piepsen und das dumpfe, tödliche Echo der Warteschleife. 

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Der Yeti! Unpackbar wie man den Wahnsinn der Wiener Magistrate in so eine Story packen kann, Hut ab!

Es fehlt noch die allerletzte, endgültige Mission: Reini, bitte suche für uns Österreicher und auch den Rest der Menschheit das Menschliche in der ÖVP!

Bearbeitet von Gatonero

Die echten Christlichsozialen in Österreich können beweisen, dass sie echte Christen sind: wenn sie den Basti und seine Kumpanen bei deren nächsten Besuch einer Kirche hochkant rausschmeißen.

Da lässt sich eher Kickl noch impfen bevor das passiert.

der ist doch in Wirklichkeit längst geimpft.

Mit Seepocken…

Kann das aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Ich habe beruflich öfter Schnittpunkte mit der MA35 und selbst auf Mails wird – wenn überhaupt – nach 2 Wochen geantwortet. Ich habe mit Leuten zu tun, die warten seit 2019 (!) auf die Verlängerung ihres Visums… no more comment

Im dieswöchigen Falter stehen solche Geschichten, echt ! Einer wartet seit 5 Jahren auf die ihm zustehenden Papiere.
unfassbar

Wien ist anders!

Chicago auch!

Eher glaube ich ihm, dass er den Yeti gesehen hat

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