Mit Waffe im Saal: Nationalrat schickt rechtsextremen Uni-Wien-Studenten heim


Herbert Kickl
Lukas Huter / EXPA / picturedesk.com

Ein Mann erschien heute mit einer Waffe zur konstituierenden Sitzung im Plenarsaal des Nationalrats. Der Sicherheitsdienst des Parlaments machte den Philosophiestudenten der Universität Wien auf das im Gebäude geltende Waffenverbot aufmerksam und eskortierte ihn aus dem Gebäude.

WIEN – „Ich hab rübergeschaut und gedacht, das passt schon so“, erzählt Dauerstudent Sebastian (33), der zwar schon lange neben dem bewaffneten Rechtsextremen Herbert K. sitzt, aber die Behörden jahrelang nicht alarmierte.

Erst andere Kollegen alarmierten die Polizei. „Akute Gefahr in Verzug war das zum Glück nicht, er hat ja nix gemacht, sondern permanent nur die Waffe geladen und ‚Scheiß Islam‘ gemurmelt“, erklärt ein Polizist.

„Der Mann ist für uns kein Unbekannter. Er glaubt, er ist Innenminister von Österreich und muss für Sicherheit sorgen, irgendwie sympathischer Größenwahn. Letztes Jahr ist er dann plötzlich in unserer Dienststelle mit einem Sturmgewehr in der Hose aufgetaucht und hat gesagt: Sportsfreunde, das ist für euch, frohe Weihnachten.“

Auffällig

Immer wieder fiel Philosophiestudent Herbert K. (Twitter-Bio: „Ich komme von Heidegger, von Hamsun, von Richard Schmitt“) in sozialen Medien durch martialische Inszenierung und menschenfeindliche Postings gegen Muslime auf. „Er wirkt ganz unscheinbar, aber zeigt sich im Internet gern in bizarren Fantasieuniformen und will Flüchtlinge in Lagern konzentrieren“, erzählt eine Kollegin.

Außerdem soll er laut Aufzeichnungen des BVT bei rechtsextremen Vorträgen der Identitären Bewegung aufgetreten sein und Hass geschürt haben, von K. stammt etwa folgendes in der internen Facebook-Gruppe ‚FPÖ Österreich‘ gepostete Zitat: „Lieber ein Feuergefecht daham statt Islam.“

Kaum Aufmerksamkeit

Warum der Vorfall in den Medien kaum Aufmerksamkeit erregte, erklärt Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner: „Sicher, wenn so ein Tschusch oder so ein Mohammed mit einer Nagelfeile oder einer Plastikgabel ausm Billa irgendwo auftaucht, dann hamma unseren Terror-Moslem in Arial 78 am Cover. Aber ein Hiesiger mit einer Puffn im öffentlichen Raum? Geh bitte, des is ka Gschicht.“

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Grandi, grandi!

köstlich!!

Glaube eher gemeint ist Carl Schmitt und nicht Richard Schmitt

Könnt‘ ja passen, aber der war nicht bei der Kronen-Zeitung …

Kickl kommt eher nicht von Heidegger, sondern von Hegel.

Kommt hin, der hat auch nur unsinniges und unlogisches Zeug dahergesabbelt.

na, eher von Schlegel

Mir fällt da nur Nietzsche im Endstadium ein

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