Lokale ab 15 Uhr zu: Wiener können nur mehr eine Stunde pro Tag ins Beisl


Kellner trägt Bier
Alex Halada / picturedesk.com

Österreich muss sich auf weitere Einschnitte im öffentlichen Leben gefasst machen: Ab Montag dürfen Gastronomiebetriebe nur mehr bis 15 Uhr geöffnet bleiben. Vor allem die Bewohner Wiens stellt das auf eine harte Probe. Sie können nur mehr eine Stunde pro Tag im Beisl verbringen.

WIEN – 14 Uhr. Wie jeden Tag quält sich der Wiener Michael L. aus dem Bett, um sich im Beisl ein klassisches Wiener Frühstück, ein Krügerl und eine Marlboro Red, zu genehmigen. Dass er ab Montag ohne seine Nachmittagsjause – zwei Krügerl und zwei Marlboro Red – an seinen Arbeitsplatz im Rathaus muss, wo er als Bürgermeister freelancet, sieht er gelassen: „Das passt scho, i muss eh schaun, dass i noch das Klopapier aus der Hackn fladern kann, das verkauf i auf Willhaben.“

Vor dem Coronavirus hat er Michael L. keine Angst. Er setzt schon seit längerem – wie von Experten empfohlen – auf Teleworking: „I hob im Büro immer ORF 1 laufen und schau mir als Vorbeugung gegen Corona jeden Nachmittag Malcolm Mittendrin an, haha, der Kloane is so liab, der Diuie, oder Dwui, oder so, und der Häl, der is a Waunsinn, a echter Sozi.“

Rücksicht

Der Zeitpunkt, 15 Uhr, wurde laut Regierung bewusst aus Rücksicht auf die Gewohnheiten der Wiener gewählt, bekräftigt Sebastian Kurz: „Das ist das absolute Minimum, um unsere Gesellschaft vor dem totalen Zusammenbruch zu schützen, damit sich auch arbeitende Menschen wie Busfahrer oder Chirurgen zu Mittag ihr wohlverdientes Seidl genehmigen können.“

Die Maßnahmen der Regierung betreffen auch Geschäfte, sie müssen ab Montag geschlossen bleiben. Ausnahmen gelten nur für essentielle Versorger wie Supermärkte, Apotheken, Postämter, Banken und Drogendealer.

„Wir schließen nicht, das sind Fake News aus irgendwelchen Whatsapp-Gruppen“, sagt Gustav K., 29, Dealer in Spittelau und Vorsitzender der WKO-Sparte Drogen und Apotheken. „Wir informieren unsere Kunden täglich über Signal. Bewahren Sie bitte Ruhe! Wenn alle aufhören, zu hamstern, dann ist genug Koks, Ecstasy und Keta für alle da.“

Alltag geht weiter

Lediglich der Wiener Afterhour-Club „Goodmans“ ist mit Öffnungszeiten von 5 bis 15 Uhr nicht betroffen. Stammgast Heinz-Christian S. freut sich: „Ich bin ja schon Pensionist, steh früh auf, hab wenig zu tun. Da freu ich mich, wenn ich mit meinem Freund, dem Joschi, hier ein bissi die Zeit totschlagen kann“, sagt er und zeigt auf einen Mann, der gerade mit einer Visitenkarte in der Hand unter dem Tisch in stabiler Seitenlage einen Powernap einlegt.

„Wir müssen uns jetzt als Gesellschaft alle an der eigenen Nase nehmen und unsere Hände regelmäßig in Unschuld waschen.“ Heinz-Christian S. scheint das Coronavirus gelassen zu nehmen. „Im Gegensatz zu den meisten Österreichern hab ich mich sehr gut darauf vorbereitet, dass es mich erwischt, und schon seit Jahrzehnten als Opfer gelebt.“

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Bereits der dritte Artikel heute! Tja, wenn die Beisln zu haben, aber die Koks-Versorgung noch gesichert ist, dann können auch die Tagespresse-Redakteure einen ganzen Tag lang arbeiten!

Satire od. wahr?

Hm!

Suburbia

Katastrophe. Ich stehe wie jeder brave Wiener um 14.00 Uhr auf, dann Körperpflege (mindestens 3 Minuten);
Wie soll ich mir dann noch den wohl verdienten Rausch im Beisl nebenan gönnen?

Plinius79

Du bist offenbar a Zuagreister. Körperpflege machst um Beisl. Da gibts sogar a Klopapier.

Gel ins Haar

≠ Körperpflege, Herr Kurz!
Und ins Beisl geh’n sie frühestens zu den Wahlterminen.
Um 14 Uhr aufstehen, wie jeder brave Wiener, ja das ist das einzige, was ich Ihnen glaube.

Suburbia

Wurde ja schon öfters beleidigt. Aber Kurz hat noch keiner zu mir gesagt.
FRECHHEIT!

Kurz & Bündig

Ich und mein Bruder Bündig haben beschlossen, dass man nicht so zimperlich sein darf.
Aber, ja, Kurz kann auch eine Beleidigung sein. Ich zum Beispiel kann nichts für meinen Namen, bin im Gegenteil des Klanges aber auch ziemlich lang.

Aber in Verbindung mit diesem Kanzler K., ist das schon katastrophal zu sehen. Wie so ein Lausbub alles nützt, um seinen Populismus und Nazismus auszuleben: tssss!

Aber Herr Kanzler, Sie werden doch nicht

ins Beisl gehen?

Die Flasche Bier
Dem hat dieses Corona-Bier

schon während der Reg.-Zeit das Hirn weg geblasen!

Der Lügenbaron, der die SPD

in den Abgrund stürzte.

Kenn ich nicht, dafür kenn ich im Reich der alles

glaubenden Ösis 183 ungenießbare Flaschen. Mindestens!
Eher sind es so um die 7,5 Mio. Der Rest dürfte unter ein bisschen Besser fallen.

Klug

Brot, Eier, Nudeln, Reis, Gemüse, Dosennahrung, Putzfetzn leider aus, dafür Bier im Revier Minus 25%. Ein Mann, ein Wort: Bier

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