Hilfe vor Ort: Regierung öffnet Skilifte in Moria


Sessellift im Flüchtlingscamp Moria
Murat Tueremis / laif / picturedesk.com (M)

Großes Aufatmen im griechischen Flüchtlingslager Moria: Endlich kommt notwendige Hilfe vor Ort an. Während die EU wegschaut, nimmt die österreichische Regierung die Zügel in die Hand. Bereits ab 24.12. werden die nagelneuen Lifte im Camp im Vollbetrieb laufen.

MORIA / WIEN – „Wir können bei dieser Tragödie nicht länger wegschauen. Eltern, die nicht Wedeln können. Kinder, die zu Weihnachten keinen Pflug machen dürfen. Da schießen mir Tränen in die Augen“, seufzt Bundeskanzler Sebastian Kurz, während ihm ein Mitarbeiter mit einer Pipette künstliche Tränen in die Lider tropft, da Kurz seit dem Tod von Margaret Thatcher nicht mehr weinen kann.

„Das Wichtigste ist jetzt die Wahrung des Grundrechts auf eine würdige Skisaison, Ski Heil“, setzt Kurz fort. Vizekanzler Werner Kogler nickt und gibt im neu eröffneten, griechischen Aprés-Ski-Lokal „Rattenloch“ für die Flüchtlinge noch einen Meter Zirbenschnaps aus.

„Wos hast ihr Moslems trinkt’s kan Alkohol?“, wird Kogler ungewohnt scharf. „A bissl a Integration wird scho notwendig sein, Ex oda Oaschloch, Burli!“ Ein 12-jähriger Bub versteckt sich hinter seiner Mutter. Kogler wird wütend. „Wir san von die Grünen, du Gschropp, wir san die Guten!“

Eröffnung

30 Minuten später, entlang der schlammigen, 2800 Meter hohen Mülldeponie am westlichen Camp-Ausgang. Der Kanzler eröffnet mit der Adlerrunde feierlich eine neue Seilbahn. „Die Leute in Moria mussten in den letzten Wochen in völliger Ungewissheit leben. Sperren die Skilifte am 24.12. auf oder nicht? Sollen wir die Carver wachseln oder nicht? Kann man den Germknödel in der Hütte genießen, oder nur to go wie ein wildes Tier?“, fährt Kurz fort.

Kogler nickt und übernimmt das Wort: „Als Sportminister!“ Die Anwesenden warten auf weitere Ansagen, doch Kogler lächelt nur, denn das war alles, was er noch hinzufügen wollte.

Größter Schlepplift Europas

Geschlossen bleiben wird jedoch der Schlepplift, wie Innenminister Karl Nehammer betont, der per Skype zugeschalten ist, da er sich seit einem Zwischenfall im Italien-Urlaub 1997 (Kellner hat eine Pizza zu viel verrechnet) nicht mehr ins Ausland traut: „Der Schlepper bringt diese Menschen nur auf komische Gedanken, wir dürfen hier keine falschen Signale senden“, meint Nehammer, der wie Kurz einen Pull-Effekt befürchtet. 

Gebetsstunde

Doch innerhalb der ÖVP brodelt es. Die Kritik der Kirche an der Flüchtlingspolitik traf vor allem den Humanisten, Geistlichen und Parlamentspräsidenten Wolfgang Sobotka. Dieser lud im Parlament zu einer dringlichen Gebetsstunde, um eine Fürbitte zu sprechen: „Jesus Christus, gib mir die Kraft, die Situation der Flüchtlingskinder weiterhin zu ignorieren und die lästigen Fragen bis Weihnachten auszuhalten“, ruft er auf Knien und mit gefalteten Händen. „Hilf mir, die Kinder im Schlamm mit meinem Glaubenssystem zu vereinbaren. Oh Herr, gib mir ein Zeichen; Blitz, Donner, Kot vor meiner Tür, irgendwas!“

Weihnachtswunder

Gegen Redaktionsschluss scheint sich nun aber ein kleines Weihnachtswunder abzuzeichnen: Kurz und Kogler überlegen nun doch eine Aufnahme. „Ratten nagen Kinder an – sowas darf in Europa einfach nicht passieren“, seufzt Kurz. „Wir werden daher 500 Ratten aus dem Lager holen. Diese Zustände dort sind nicht mit dem AMA-Gütesiegel vereinbar.“

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Diese Regierung hat mich zum überzeugten Zyniker erzogen. Darum vergebe ich für den Text einen Oscar für das beste Drehbuch!

Genialer, schwarzer Humor, bei dem es mir aber trotzdem kalt den Rücken runter gelaufen ist ….

Bei mir findet sich mehr Fatalismus und Resignation ein.

Da bleibt einem der Germknödel im Hals stecken!

Ist zwar ein heikles Thema, aber dennoch ein gelungener bissig-schwarzer Satire-Artikel 😄👍

Ich hoffe, dass so ein Artikel – trotz aller Filter und Hürden auf dem Weg ins persönliche Postfach- es bis zu den Adressaten schafft! Falls dort noch irgend etwas menschliches vorhanden ist bleibt Hoffnung.

Diese türkise Partie hat keine Menschlichkeit, diese Typen sind innerlich tot. Kein Wunder, wenn der Anführer einer ist, der schon als 16-Jähriger nichts besseres im Schädel hatte, als Politiker zu werden.

andererseits erinner ich mich daran, dass er – als er damals als Staatssekretär antrat – behauptete, in zehn Jahren wolle er nicht mehr in der Politik sein

Welche Ratten haben überhaupt diese Türkisen gewählt?

O.k., so geht´s auch.
Ich hatte eher damit gerechnet, dass sie die Rattenbisse auf Moria als immaterielles Weltkulturerbe schützen lassen möchten – da wär auch allen geholfen: die Kinder sind Kulturträger, das ist doch gleich was anderes – und der Kanzler kann bei den Kulturverliebten punkten.

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