Hätte Weltkrieg verhindert: Offener Brief von 28 Intellektuellen nie an Adolf Hitler zugestellt


Hitler und der nie zugestellte Brief

Hätte der Zweite Weltkrieg verhindert werden können? Forscher meinen Ja. Eine Gruppe von 28 deutschen Intellektuellen, Künstlerinnen und Schauspielern bat Adolf Hitler 1939 in einem bewegenden offenen Brief um einen Kompromiss. Doch der Brief wurde offenbar nie zugestellt.

BERLIN – Es ist ein Dokument, das die Geschichte des 20. Jahrhunderts völlig verändert hätte. Unter den Verfassern befanden sich ranghohe deutsche Persönlichkeiten der 1930er Jahre wie die Autorin Alice Schwarzer (132), die Filmschauspielerin Leni Riefenstahl-Proll, der Kabarettist Dieter Nuhr sen., sowie der Schauspieler Klaas Eidinger.

Historikerin Elke Manke erklärt: „Jeder weiß, dass Diktatoren einzig und alleine auf die Meinung von Schauspielern und Künstler hören. Hätten Hitler und die Amerikaner den Brief damals gelesen, wäre alles anders gekommen.“ 

Plädoyer

Die „Kultur-Elite“ (Selbstbezeichnung, Anm.) forderte Hitler kurz nach dem Einmarsch in Polen auf, er solle sich anschließend lediglich vielleicht noch Frankreich oder höchstens Großbritannien, eventuell noch den Rest der Welt nehmen. „Aber dann müssen sich die Alliierten sofort bedingungslos ergeben, weil: Der Klügere gibt nach“, schreibt Nuhr sen. damals. „Und Pearl Harbor ist auch einfach zu akzeptieren.“

Auch der Schauspieler Klaas Eidinger (Salzburger „Jedermann“ 1930-1933) schrieb am Brief mit: „Sehr geehrter lieber Herr Hitler, die Welt muss auf Ihre Ängste, Sorgen und Interessen eingehen. Dialog statt Boykott sollte das Motto lauten. Wir müssen Ihnen die Hand reichen, anstatt sie wegzuschlagen.“

Eidinger selbst habe sich ganze zwölf Minuten lang mit Geopolitik beschäftigt, erklärte er im Brief: „Einmal durfte ich einen Militärexperten spielen, und als Militärexperte rate ich Ihnen daher: Ein Kompromiss kann den Weltkrieg noch verhindern.“

US-Imperialismus schuld?

Die Rolle der Amerikaner dürfe nicht ignoriert werden, das war die Meinung des Deutschen Musikers Reinhard April: „Herr Hitler, die USA-Amis, diese fetten Bumm-Bumm-Idioten, die liefern nur Waffen, Waffen, Waffen nach Frankreich und England. Wann haben Waffen jemals Frieden gebracht? Sie verlängern den Zweiten Weltkrieg doch nur unnötig. Herr Hitler, Sie gewinnen doch sowieso… also, wenn die Amerikaner keine Waffen liefern.“

Alice Schwarzer, Initiatorin des Briefes, erklärte schon damals öffentlich, sie selbst glaube der Presse schon lange nicht mehr. „Bleiben wir bei den Fakten. Ich informiere mich unabhängig über meinen altgedienten Volksempfänger und auch der Reichspropagandaminister hat klar formuliert, dass eine Einmischung der Alliierten zu nie dagewesener Zerstörung führen würde!“ 

Geringeres Übel

Ein Leben in Frieden unter einem nationalsozialistischem Friedensregime – das wäre das geringere Übel gewesen, das der Kultur-Elite und der Bevölkerung damals allerdings vorenthalten blieb, weil die Post den offenen Brief verschlampte. Der Rest ist Geschichte: Hitler wurde von manischen Kriegstreibern in die Ecke gedrängt und zu einem erbarmungslosen Vernichtungsfeldzug gezwungen.

Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Fehler nicht im Jahr 2022 wiederholt. „Vielleicht erreicht ja wenigstens dieser offene Brief den Herrn Putin“, sagt Alice Schwarzer, die nun fast 100 Jahre später, erneut 28 deutsche Intellektuelle zusammengetrommelt hat.  „Er soll wissen: Der Frieden ist nur ein paar Meetings entfernt, er soll mir seine E-Mail schicken, dann bekommt er gleich den Zoom-Link, passt 15:30?“

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Zuhause im Warmen sitzend sich die Wampe vollfressend den Menschen in der Ukraine zu raten, sie sollen sich der Ratte Putin ergeben: wie deppert können selbsternannte Intellektuelle eigentlich sein?

Ignoranten, die die Opfer des Aufstandes gegen Lukaschenko, der alle Weißrussen in Geiselhaft genommen hat, verhöhnen.

…und die Ukrainer die nicht in Putins Kerker wollen!

Menschen mit Tierbezeichnungen zu entmentschlichen, zeugt von einer sehr ungesunden Geisteshaltung. Nazis bezeichneten übrigens Juden als Ratten.

Ihre Sorgen möchte ich haben und die Menschen in der Ukraine erst Recht! Die Entmenschlichung der Ukrainer betreibt die russische Propaganda- “Entnazifizierung durch russische Faschisten” in einem Angriffskrieg, den man in RU nicht einmal Krieg nennen darf. Sie scheinen ein Herz für Ratten zu haben…

„Sie scheinen ein Herz für Ratten zu haben…“ -> ich hab ein Herz für alle, die sich nicht an das Niveau der anderen anpassen, um endlich johlend durch die Foren zu ziehen – sondern die tatsächlich Werte verteilen wollen.
Aber die Zivilisationsdecke ist halt dünn. Gib der Masse einen Sündenbock, und sie Masse wird immer entmentschlichen und dabei gar nicht merken, wie sie selbst grade zum Tier wird.

Ich verteidige halt tatsächlich Werte, zu denen ich stehe. Sie passen dagegen ihre „Werte“ an. Oder waren die nur unterdrückt bis jetzt und dürfen endlich raus?

Ist ja schön, zu seinen werten zu stehen. Aber in gewissen situationen sollte man beim eigentlichen thema bleiben und dieses nicht durch nebenschauplätze zerbröckeln. Vor allem dann nicht, wenn sich der so benannte einen sch… um werte schert und menschen überfällt, nicht wahr? Ich frag mich grad, ob Ihr „sündenbock“-vorwurf nicht die wirkliche erklärung für Ihren moralische zeigefingerei ist.

Das eigentliche Thema war, dass es für mich unter keinen Umständen vertretbar ist, Menschen zu entmentschlichen und als Ratten etc zu bezeichnen. Erstens hat man damit klargestellt, dass man moralisch nicht überlegen ist und daher keine Werte zu verteidigen hat. Zweitens ist da eben die Analogie zur Nazi-Zeit. Und drittens steht man damit nicht zum Mensch-Sein an sich, denn kein Tier ist so grausam und massenmordend wie der Mensch. Ich gehe davon aus, dass Menschen, die andere als Tiere entwerten also entweder ein Problem mit sich selbst haben oder latent gewalttätig sind und nur darauf warten, das es endlich „die… Mehr »

Bearbeitet von DailyLama

Putin braucht niemand zu entmenschlichen, das hat er selbst besorgt. Ich entschuldige mich bei allen Ratten, so hinterfotzig wie dieser Drecksack können Sie gar nicht sein.

Nachdem die Schnittmenge von Putinverstehern und Covid-Verschwörungsspezialisten recht groß ist … sehr deppat.

Nur weil einige das gütige Väterchen Putin mit der zittrigen Hand und der Botoxfresse nicht richtig verstehen, müssen arme Söldner und andere *ich bin nichts, ich kann nichts, also gebt mir eine Uniform*-Typen unter dem Beschuss der feigen Verteidiger leiden. So ne Spezialopperation kann doch auch was Gutes sein, zumindest für die Bau- und Sargindustrie. Und die Deutschen können endlich ihr Altmetall(Leo 1, Gepard ohne Munition etc.) loswerden.

Bitterböse und schwarz – trifft die Sache wieder mal auf den Punkt

Einer der besten Beiträge ever, weil er wirklich so am Punkt ist !

Sad but true. Weil die Spezialoperation so schön ist: Urlaub für die Elite in Mariupol?

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