Fünf Jahre Flüchtlingskrise: Syrer verwundert, dass er noch da ist aber FPÖ weg


Syrer freut sich
Depositphotos, Badener (M)

Vor fünf Jahren erreichte die Flüchtlingsbewegung ihren Höhepunkt. Tausende Menschen strömten täglich über die Grenzen auf der Suche nach einem besseren Leben. Einer von ihnen war Mahmoud. Er erinnert sich zurück und zeigt sich verwundert, dass er noch da ist, die FPÖ aber praktisch von der Bildfläche verschwand. 

WALDVIERTEL – Es waren keine einfachen fünf Jahre. Nach seiner Flucht aus Damaskus kämpft sich Mahmoud R. täglich durch den trostlosen Alltag in einem Asylheim im Norden von Niederösterreich. Als er damals ins Land kam, war die FPÖ omnipräsent, heute erinnern nur noch einige zerfetzte Wahlplakate an der Tankstelle an die Partei.

„Ich kann mich noch erinnern, wie dieser Kickl mir damals am Westbahnhof ins Gesicht geschrien hat, dass er als Österreicher in Österreich bald nix mehr zählt“, erklärt Mahmoud. „Und jetzt ist es wirklich passiert: die FPÖler sind die Minderheit im eigenen Land geworden.“

Horrorszenarien traten ein

Bereits im Sommer 2015 schlug die FPÖ Alarm und verbreitete Horrorszenarien von Arbeitslosigkeit und Massenkriminalität. „Sie hatten vollkommen recht, sie waren politische Visionäre, ihrer Zeit voraus“, sagt Mahmoud traurig. „Schauen Sie nur Herrn Strache an, der Ärmste ist bereits seit einem Jahr arbeitslos, ein Zuwanderer aus dem Burgenland hat ihm den Job weggenommen. Jetzt ist er ganz unten und wohnt wieder bei seiner Mama in einer 55-Quadratmeter-Wohnung.“

Wie prophezeit sind auch viele junge Männer ins kriminelle Drogenmillieu abgerutscht. „Ich hoffe, Herr Gudenus kann wieder resozialisiert werden, aber irgendwie sehe ich da schwarz, oder eigentlich eher sehr viel weiß.“

Traurige Schicksale

Mahmoud denkt mit Wehmut an die FPÖ-Leute zurück. „Letztens hab ich mir vor der Olympia-Bude von einem Burschenschafter die Schuhe putzen lassen, der hat seinen Parteijob verloren und muss sich jetzt das Geschichtestudium selbst finanzieren. Anscheinend war er auch im Krieg, er hat im Gesicht eine lange Narbe gehabt, ich tippe auf eine Fassbombe. So viel Leid und Hoffnungslosigkeit wie in den Augen dieser Burschenschafter hab ich in ganz Syrien nicht gesehen.“

Hoffnung

Was die Zukunft betrifft, wünscht sich Mahmoud von der Politik eine Bekämpfung der Fluchtursachen: „Wieso laufen die FPÖ-Politiker immer vor der Realität weg? Da müssen wir alle zusammenhelfen, da braucht es Entwicklungshilfe vor Ort und da braucht es psychologische Betreuung, damit diese Menschen endlich die Vergangenheit bewältigen können. Wir schaffen das!“

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Ja, die sind jetzt ganz arm dran, diese FPÖler. Ich würde eine Spendenaktion befürworten, bevor die kalte Jahreszeit kommt und Strache und Gudenus erfrieren: „Kohle für Strache, Koks für Gudenus“.

Und dann 88 mal geplusst. Sie sind überall!!

„Jetzt ist er ganz unten und wohnt wieder bei seiner Mama in einer 55-Quadratmeter-Wohnung.“ – made my day!

Allein auf die Schlagzeile musste ich bereits laut auflachen!

… ich finde, man sollte den fpölern mindestsicherung auf zeit geben. Und dann aber wieder mit der Haunebu ab ins Neuschwabenland, und wenn sie noch so schreien und sich anurinieren!

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