FPÖ klagt Tagespresse nach Fake-Briefen auf 47.500 Euro: Statement der Redaktion


Klagschrift, daneben Udo Landbauer
Georges Schneider / picturedesk.com

Es ist soweit: Erstmals seit ihrer Gründung durch ehemalige SS-Offiziere geht die FPÖ nicht gegen kriminelle Ausländer, sondern gegen unbescholtene Inländer vor. Die FPÖ Niederösterreich brachte eine Klage gegen die Tagespresse beim Wiener Handelsgericht ein. Sie fordert, dass wir ihre visionäre Wirtshausprämie künftig nicht mehr bewerben. Ist der FPÖ ihre eigene Maßnahme peinlich, oder steckt da mehr dahinter?

Da wird doch die mittelrohe Fleischschnitte in der Pfanne verrückt! 47.500 Euro Kapitalforderung erhebt die FPÖ Niederösterreich gegen die Redaktion – umgerechnet mehr als 650.000 Schilling. Denn als so manch niederösterreichisches Gasthaus Ende April einen Brief über die neue Wirtshausprämie im Postkasten fand, hielten ihn wohl einige für eine ernste Maßnahme einer Scherzpartei, und nicht für eine Scherzmaßnahme einer ernsten Zeitung. 

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen wie ein Gabalier-Laberl: Udo Landbauer, ein Mann, der den Steuerzahlern auf der Tasche liegt und sich bisher noch nie unternehmerisch, sondern nur wiederbetätigt hat, geht mit seiner Partei gegen ein erfolgreiches, patriotisches Unternehmen vor. Ein Unternehmen, das hier Arbeitsplätze schafft und Steuern zahlt. Aber damit kann die Partei der „Nunmehr Waldhäusl & Co. KG“ auf Zypern wohl nichts anfangen.

„Wiederholungsgefahr“

Besonders schockiert sind wir über den Vorwurf: „Es besteht Wiederholungsgefahr“. Erstens: Nein, denn das Einmaleins der Satire besagt, einen guten Witz macht man kein zweites Mal. Und zweitens: Wir sind davon ausgegangen, dass gerade die FPÖ bei Wiederbetätigungen Kulanz walten lässt.

Wie wir der Klage entnehmen, ist der FPÖ-Anwalt selbst Mitglied der Partei und saß für diese im österreichischen Bundesrat, warum genau auf der Website seiner Burschenschaft eine deutsche Fahne zu sehen ist, ist uns ein Rätsel. Darf der überhaupt in Österreich praktizieren?

FPÖ gegen ehrliche Patrioten

Endlich wird sich zeigen, wem die Gerichte in diesem Land glauben schenken: Hart arbeitenden, ehrlichen Österreicherinnen und Österreichern in unserer Redaktion, die unsere heimische Post durch den Kauf hunderter Briefmarken unterstützen, oder einem unpatriotischen Perser, der unter seinem Decknamen Udo L. mit seinem Gratis-Caritas-iPhone in der sozialen Hängematte liegt und unseren österreichischen Gasthäusern das Leben zur Hölle macht.  

Abschließend ist noch zu sagen: Wir sind eine freiheitsliebende, unabhängige Redaktion, die sich den Mund nicht von „denen da oben“ (FPÖ Niederösterreich), die sich an den Futtertrögen des Systems laben und dank Korruption und Fantasie-Spesen in Saus und Braus leben, verbieten lässt.

Wir sind für euch, weil die FPÖ gegen uns ist!

PS: Wir wünschen unserem Anwalt alles Gute und entschuldigen uns erneut für eine weitere stressige Woche. Es besteht Wiederholungsgefahr.


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