FPÖ instrumentalisiert den Fall Gunkl – und vergisst die Gunkls in den eigenen Reihen

Parlamentsdirektion/​Thomas Topf (M)

Für die FPÖ offenbart der Missbrauchsskandal rund um Günther Paal eine „linke Kulturschickeria“, „linke Heuchelei“ und womöglich sogar Netzwerke, die ihre Täter schützen. Laut den Freiheitlichen lässt sich aus Sexualdelikten Einzelner auf ihr gesamtes politisches Umfeld schließen. Zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle aus den eigenen Reihen kamen gestern allerdings nicht zur Sprache. Wir helfen gerne aus.

Ein berühmter Kabarettist missbraucht ein damals dreijähriges Kind. Die FPÖ arbeitet sich gemeinsam mit dem Boulevard seit Tagen fieberhaft an dem Fall ab, schlachtet jedes Detail genüsslich aus – und hat dabei bereits eine erstaunliche Zahl weiterer Verdächtiger ausgeforscht, die von der Staatsanwaltschaft bislang völlig unbehelligt geblieben sind: die linke Kulturszene, der ORF, die Sexualpädagogik, die SPÖ, der Genderwahn und vermutlich weite Teile von Wien-Neubau.

  • Ich sehe die Tagespresse inzwischen als vollwertigen Teil des kritischen Journalismus in Österreich. Das ist eigentlich das Höchste, was Satire erreichen kann. Und auch, wenn das professionelle Ersinnen von Satire nach viel Spaß im Job klingt: Euren Beiträgen ist die harte Arbeit dahinter klar anzusehen. Chapeau!

    • Ich verstehe den Wunsch dahinter, aber als selbst Überlebende(r) derartiger Übergriffe im selben Alter kann ich nur sagen: BITTE NICHT! Für mich sind die letzten Tage der pure Horror, ich kann keine Nachrichtenseite aufmachen, kein soziales Medium verfolgen oder ähnliches, weil ich ständig Gefahr laufe, retraumatisiert zu werden von dieser abstoßenden Ausschlachtung. Ist Jahrzehnte her und kämpfe immer noch damit.
      Gunkl hat keine Vorstellung, was er diesem Mädchen angetan hat und jeder der das in welcher Form auch immer nutzt, um sich selbst zu profilieren soll auf ewig in der Hölle schmoren weil er dann genau so eine perverse Drecksau ist wie der Gunkl.
      Schämen sollen sie sich allesamt.