Fair: Covid-19 wartet mit Ausbreitung, bis Regierung alle Spitalsbetten gezählt hat


Kurz und Anschober im Spital
Wenzel, Tatic, Depositphotos (M)

Das Coronavirus sorgt mit einer Geste der Fairness für Aufsehen. Der Krankheitserreger will in Österreich vorerst niemanden mehr anstecken, bis die Regierung alle Spitalsbetten gezählt hat. 

WIEN – „Das ist eine Frage des Anstands, ich bin ein Ehrenvirus“, erklärt Covid-19 heute früh auf seinem Telegram-Kanal. „Es macht keinen Spaß, auf einen Gegner hinzuhauen, der sich wie ein erbärmlicher Wurm am Boden krümmt und nicht einmal weiß, wo oben und unten ist. Ich will einen fairen Kampf auf Augenhöhe!“

Doch auch so ist der Kampf fast zu einfach, wie das Virus berichtet. „Die Leute im Land machen es mir nicht schwer. Erst gestern hat Herr Walter L. aus St. Valentin die Nerven verloren, weil er im Supermarkt fünf Minuten eine Maske tragen muss. Er hat sie dann einfach runtergezogen und ich bin reingeflogen. In Wien erfahren Leute erst von ihrer Infektion, wenn sie schon tot sind. Und am Wochenende bin ich schon auf sieben Halloween-Garagenpartys in Oberösterreich eingeladen, geil!“

Durchzählen

Auf der Intensivstation des Landesklinikums Mödling tummelt es sich heute. Alle Regierungsmitglieder müssen beim Zählen mithelfen. „Sieben, acht, neun, zehn, einzehn, zweizehn, dreizehn, zwanzig, Banane, John Harris, hundert“, hört man Finanzminister Gernot Blümel die Betten zählen.

Perfekter Plan

Gesundheitsminister Rudolf Anschober schaut Blümel zufrieden zu. Alles läuft nach Plan. „Wir fahren die nächsten Wochen durch das Land. Bereits im März 2021, zeitgleich mit den neuen Home Office Regeln, wollen wir dann bekanntgeben, wie viele Betten wir genau haben. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Der Gernot hat zum Beispiel heute ein ganzes Hotel mitgezählt. Aber bitte machen Sie sich keine Sorgen, wir machen uns schon genug Sorgen, ob Sie sich zu viel Sorgen machen, dass wir uns zu wenig Sorgen machen.“

Pressekonferenz

Das Ergebnis der Zählung soll in einer Serie an Pressekonferenzen verkündet werden, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz heute Vormittag auf einer spontanen Pressekonferenz bekannt gibt: „Wir denken da an, und Sie kennen mich, ich denke gerne, auch privat, dazu stehe ich. Ja, ich denke! Also wir haben da an eine Pressekonferenz pro Bett gedacht. Nur so können wir sicherstellen, und Sicherheit ist mir sehr wichtig, da können Sie sicher sein, dass wir auch wirklich alle Betten gezählt haben. Gernot komm raus da, das ist ein Ikea!“

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..“Aber bitte machen Sie sich keine Sorgen, wir machen uns schon genug Sorgen, ob Sie sich zu viel Sorgen machen, dass wir uns zu wenig Sorgen machen.“ Boah, so guat!!👌👌✌✌

Wieder einmal SPITZE!
Man vergisst ja fast, dass unsere „Krisenmanager“ es mehr als ein halbes Jahr nach Beginn der Krise nicht mal geschafft haben, die Verfügbarkeit der Intensivbetten (samt dafür notwendigem Personal) festzustellen!!!

„Gernot komm raus da, das ist ein Ikea!“🤣🤣😂

Hehehe, punktgenau getroffen 🤣

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