„Es ist nichts mehr da“: Völlig unverdächtige Partei hat überhaupt nichts zu verbergen


Gaby Schwarz lächelt ganz normal auf einer Pressekonferenz
ORF TV-Thek

Überhaupt nichts zu sehen gab es gestern im Rahmen einer ganz normalen Pressekonferenz der ÖVP. Etwaige Hausdurchsuchungen seien sinnlos, weil ganz normal einfach gar nichts mehr da sei, erklärte die ziemlich normale Stv. Generalsekretärin Gaby Schwarz. Beobachter sind sich einig: Dies ist das ganz normale Verhalten einer unverdächtigen Partei, die überhaupt nichts zu verbergen hat.

WIEN – Neuer Tag, neue ganz normale Pressekonferenz. Gaby Schwarz betritt das Rednerpult, nippt an ihrem Wasser und räuspert sich. Sie hat Neuigkeiten über die unverdächtigen Vorgänge innerhalb ihrer traditionell normalen und gar nicht korrupten und überhaupt nicht von Superreichen gekauften Partei.

„Lieber Herr Polizist, es ist nichts mehr da!“, erklärt sie selbstverständlich. Eine logische Erklärung, die für eine unschuldige Partei nichts ungewöhnliches ist. „Also wenn überhaupt jemals was da gewesen wäre halt. Weil was nicht da war, kann nicht da sein, das nennt man Philosophie. Der Punkt ist: Es gibt nix zu sehen, bitte gehen Sie weiter, husch, husch.“ Eine Krone-Journalistin steht applaudierend auf. 

Für die ÖVP ist es ein ganz normaler Tag wie jeder andere. Als Müllmänner verkleidete Pressesprecher hieven mit Gabelstaplern riesige Container voller Elektroschrott aus der Parteizentrale. Im Lichthof der Lichtenfelsgasse sprühen Funken, eine türkise Rakete startet ins All. „Guten Flug, Schatzi“, winkt Blümel seiner Ehefrau nach. Sie bricht heute aus ganz normalen Beweggründen zu einem vierjährigen Weltraumspaziergang auf. 

Vertrauenswürdiger Eindruck

Eine Journalistin des Kuriers nickt: „Ich kann da nix ungewöhnliches erkennen, ganz normale Vorgänge, wie sie in Österreich usus sind. Und jetzt entschuldigen Sie mich, ich muss weiter. Kickl präsentiert gerade das MRT von seinem Knie und einen Harnröhrenabstrich. Und zu Mittag ist dann wieder eine PK mit der ÖVP unter dem Motto ‚Es war übrigens nie was da, bitte versuchen Sie auch nicht, die Daten aus der Cloud wiederherzustellen, Stichwort Stromsparen'“ 

Aus einem Raum, auf dem „Privat :)“ steht, dringt lautes Dröhnen. Sind das die Geräusche eines Aktenvernichters? Kurz lehnt sich schnell an die Tür. „Bitte da nicht reingehen, der Herr Innenminister rasiert sich gerade. Wie Sie wissen, ist das Thema Rasur sehr wichtig für viele Menschen und deshalb auch für mich als Bundeskanzler. Wir Menschen, also zum Beispiel Sie oder ich oder Ihre Oma, die ich nicht kenne, aber sehr schätze, haben circa fünf Millionen Haare. Bis zu 150.000 davon wachsen auf dem Kopf, damit machen sich die Menschen Frisuren. Wollen wir uns über dieses spannende Thema vielleicht woanders unterhalten?“

Extern beglaubigt

Bei der Justiz zeigt man sich überrascht. „Oh, alle Unterlagen sind bereits vernichtet? Alles klar, na, dann kann’s ja nix wichtiges gewesen sein, was irgendwen belastet, sowas würde man ja aufheben“, erklärt Oberstaatsanwalt Johann Fuchs. „Dann können wir ja die WKStA auflösen und vor ein Militärgericht stellen, oder? Weil wer alle seine Chats und E-Mails löscht, der tut das ja nur, weil er unschuldig ist, alles andere wäre absurd. Ich meine, Sie löschen doch sicher auch jeden Tag aus Datenschutzgründen die Fotos ihrer Kinder vom Handy, oder sind Sie etwa nicht…. normal?“

Zum Abschluss der Pressekonferenz springt Schwarz selbst in den Reißwolf. „So! Damit wäre der letzte Beweis auch fachgerecht vernichtet!“, freut sich der einzige Zeuge Gernot Blümel, welcher sich an diesen Vorgang schon Minuten später nicht mehr erinnern wird können. Es geht ein Tag wie jeder andere zu Ende, in einem durchschnittlichen, gesetzestreuen Land, dessen unverdächtige Politiker wie gewohnt sauber und legal weiterarbeiten dürfen. Danke!

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Es fällt immer schwerer in Österreich, Satire von Realität zu unterscheiden. Eigentlich leben wir ja offenbar permanent in einer Satire. Wenns ned so zum Heulen wär wärs fast scho wieder lustig.

Ich kann nur hoffen, dass dieser hervorragende Tatsachenbericht nicht irgendwann irrtümlich in die Shredder-Fänge der türkisen Buberl-/Mäderl-Partie kommt oder im Kinderageerl von Kurz‘ Ehefrau landet, die ihn dann rasch außer Landes bringt …

Moment, DAS soll Satire sein?
Gebt es zu, da habt Ihr doch wieder einfach eine Mitschrift der Pressekonferenz abgedruckt!

Ganz ehrlich, ich frag mich, warum es nichts lustiges über die Ludwig-SPÖ zu berichten gibt. Fehlt dazu der diktatorische Ansatz?

Ich denke, die TP ist keine Geschichtszeitung.
Und über Tote spricht man bekanntlich nicht schlecht, daher gibts nix zur SPÖ zu sagen.
Die Fossilien dieser historischen Fußnote der Politikgeschichte werden vielleicht in 1000 Jahren wieder interessant werden.

Bearbeitet von Grüne Werte sind Türkis

Tote? Eher Untote! Bei Peter Alexander werden die wieder lebendig (neulich beim SPÖ Bezirksball)

Die versuchen ja eh, sich lächerlich zu machen, aber solche Profis wie die Bastl-Familie haben sie halt nicht.

Wahrscheinlich kriegt die Tagespresse dann eine Pönale :-)

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