Einzige leistbare Wohnmöglichkeit: Innsbrucker Student (28) lässt sich freiwillig inhaftieren

Mit einer radikalen Maßnahme hat ein Innsbrucker Student auf die steigenden Mietpreise in der Landeshauptstadt reagiert. Der 28-jährige Markus S. ließ sich gestern von der Polizei freiwillig in die Justizanstalt Innsbruck einliefern, wie der Soziologiestudent auf seiner Facebookseite mitteilte.

„Die horrenden Mieten in Innsbruck zwingen mich leider dazu, mein gemütliches 6,2 Quadratmeter Zimmer in meiner 20er-WG aufzugeben und stattdessen eine Zelle in der JVA-Innsbruck zu beziehen. Ich hoffe nur, dass ich rechtzeitig zu meiner Sponsionsfeier in 8 Jahren wieder auf freiem Fuß bin“, so Markus S.

Die Vorlesungen will S. auch von der Justizanstalt aus besuchen. „Ob ich mich um 2 Uhr nachmittags mit Restalkohol aus dem Bett quälen, oder einfach die Gefängnismauern überwinden muss, ist auch schon egal“, so der Student. Bis sein Blog endlich den gewünschten Profit abwirft, um eine Wohnung zu finanzieren, möchte er deshalb im Gefängnis bleiben.

Dort hat Markus S. außerdem jede Menge Zeit und Ruhe zum Lernen. „Ich habe mir deshalb sogar schon überlegt, ob ich statt Soziologie auf ein richtiges Studium umsteigen soll. Aber in den letzten 4 Jahren habe ich mir halt schon fast 20 ECTS erarbeitet. Die möchte ich ungern verlieren“, gibt der Student zu bedenken.

Neben der Zeit zum Lernen hat die Inhaftierung für den Studenten außerdem noch einen weiteren Vorteil. Durch den Aufenthalt im Gefängnis kann er nämlich schon seine zukünftige Arbeitsumgebung aus nächster Nähe kennenlernen. Einer neuen Umfrage zufolge ist für Absolventen eines Soziologiestudiums die Tätigkeit als Justizvollzugsbeamter nämlich die beliebteste Beschäftigungsmöglichkeit, nach jener als Taxifahrer und Redakteur beim VICE-Magazin.

(Michael Mingler. Foto: pjcross/123rf.com)