Einigung mit ÖVP: Sterbehilfe künftig nur für Kronzeugen erlaubt


Sterbehilfe
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Der assistierte Suizid ist in Österreich ab Jänner erlaubt – jedoch nur unter strengen Auflagen. Aufgrund des ausdrücklichen Wunsches der ÖVP darf nur freiwillig sterben, wer aktuell auch Kronzeuge in einem Strafverfahren ist. 

WIEN – Es ist ein Meilenstein. „Wir wollen jedem, der seinen Lebenswillen verloren hat, schwer erkrankt ist, zum Beispiel an Rechtsstaatlichkeit, und der bei den Bullen singt, einen würdigen Abschied ermöglichen“, bestätigt ÖVP-Verhandlerin Karoline Edtstadler. Das Omertà-Österreich-Tool, wie das neue Gesetz intern genannt wird, soll demnächst beschlossen werden. 

„Wann und wie ein Mensch von uns geht, darüber entscheidet bloß der Allmächtige da oben“, lächelt sie und zeigt auf Sebastian Kurz, der gerade auf der Besucherrampe des Parlaments ein neues Wunder vollbringt und ins Candy Crush Level 65 aufsteigt.

Nicht umsonst steht im ersten Absatz des türkisen Parteiprogramms: „Wer taub, blind und stumm ist, der wird 100 Jahre alt.“ Edtstadler lacht: „Damit wollen wir die Würde des Lebens hervorheben, weil wer seine Nase überall reinsteckt, holt sich schnell eine Verkühlung.“

Erlösung als Privileg

Doch nicht jeder der will, darf sterben. Strenge Regeln sollen Missbrauch vorbeugen. Todeswillige müssen dazu nicht nur bei den Behörden detaillierte Interna aus der Volkspartei bekannt geben, sondern sollen sich danach auch zu einer letzten Untersuchung bei ÖVP-Arzt Dr. Gerald Fleischmann begeben, der sie auf ihrer letzten Reise kompetent und einfühlsam begleitet.

„Mir ist das Gespräch und der intensive Kontakt mit den Betroffenen sehr wichtig, ich melde mich circa zwei bis dreimal pro Stunde telefonisch bei ihnen“, lächelt Fleischmann, der seit den Korruptionsermittlungen gegen die ÖVP einen Schnurrbart, eine neue Brille und einen philippinischen Pass hat.

Enttäuschung

Bei der Bevölkerung stoßen die strengen Regeln auf wenig Verständnis. Gastwirtin Gitti Wurmser, 59, ist enttäuscht. Sie zapft sich ein Bier in ihrem Café Endstation in Wien-Margareten. „Ich freu mich schon mein ganzes Leben auf den Tod. Und jetzt wird das wieder nix? Wollts ihr mich frotzeln?“

Um ihr Ableben zu beschleunigen, hat sich Wurmser als MFG-Mitarbeiterin beworben. „Zur Absicherung hab ich noch den Servus TV am Fernseher auf die Eins programmiert“, erzählt sie und zieht an sechs Zigaretten gleichzeitig.

Methodik noch in Ausarbeitung

Weil man die für die Durchführung benötigten Spritzen und Nadeln gemeinsam mit der Herbst-Impfkampagne irgendwo im Bundeskanzleramt verlegt hat, holte man sich bei Gesundheitsminister Mückstein Rat, bezüglich einer alternativen Methode das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Die von ÖVP-Seite vorgeschlagenen Betonschuh-Praktik lehnte Mückstein aufgrund von stilistischen Bedenken vorerst ab. 

„Chunky Sneakers sind irgendwie seit Herbst 2020 over, ich könnte mir schmalere, futuristische Betonschuhe etwa von Asics recht gut vorstellen. Quasi Dead Sneakers statt Dad Sneakers.“ Mückstein lacht sechs Minuten über seinen eigenen Witz. 

Ein assistierter Suizid durch das Vorspielen von Hanger-Pressekonferenzen wurde wegen der zu erwartenden Schmerzen ebenfalls ausgeschlossen. „Alles in Allem bewegen sich die denkbaren Optionen jedenfalls im Rahmen des von der Volkspartei definierten Begriffs ‚human'“, versichert Mückstein.

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Bei einer juristischen Person, etwa einer Partei, geht ein Suizid zum Glück viel einfacher. Wenn die Galionsfigur abbricht und in den Sumpf platscht, die Umfragewerte beim Sinken das Schiff überholen, Unterstützer ihre Zustimmung bestenfalls noch heucheln, Datenlöschungen und galoppierende Demenz nur noch einen Notbetrieb erlauben und gar nichts mehr von der Misere ablenken kann, dann ist es Zeit. Die finalen Mittel sind frei erhältlich und obendrein völlig rezeptfrei: Chat-Protokolle zu Ersticken, Umfrage-Tiefs in Orkanstärke, die todbringenden Archive der Medien und – wenn das noch nicht reicht – ein simples Wahrheitszäpfchen. Wohl bekomm’s …

Schieben sich Basti, Gernull und Schwanztommi die Wahrheitszäpfchen gegenseitig in den Hintern?

Bruuuuuuhhaahaaaaaaa!

Gerald Fleischmann einfühlsam?
Knastibasti nicht selbstverliebt?
Andreas Hanger kein Rüpel?
Elisabeth Köstinger weise?
Christine Aschbacher kompetent?
Wolfgang Sobotka mit feinem Benehmen?
Die Welt kann echt schön sein.

Karlheinz Wunderschön vom Leben frustriert?

Es gibt noch immer Wappler, die im Schädel so vernebelt sind, dass sie diese türkise Bande gut finden.

Deine Wortwahl bekräftigt meine Vermutung. Kannst halt nicht anders

Die Wappler auch nicht.

Als Basti Fan wird man angeblich 3x geschreddert

Edtstadler LACHT? Jetzt wird’s grausam…

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