Darf nicht besetzt werden: Letzte freie Parklücke Wiens wird unter Naturschutz gestellt


Parklücke

Eigentlich wollten drei Hobbyforscher in den Praterauen nur Ausschau nach seltenen Vogelarten halten. Doch dann machten sie einen Sensationsfund: Im zweiten Wiener Gemeindebezirk wurde die letzte noch freie Parklücke Wiens entdeckt. Diese soll nun unter Naturschutz gestellt werden.

„Mir ist die Gänsehaut den Rücken runter gelaufen. Es war ein magischer Moment“, erzählt der Hobbybiologe Walter Keilmann, der durch den Ferngucker die Parklücke entdeckte.

Das Gebiet wurde daraufhin von der Umweltschutzabteilung der MA22 sofort großräumig abgesperrt, wie der Sachbearbeiter Herr Mag. Nawraczek erklärt: „Wir mussten die Parklücke sofort schützen, denn obwohl wir schnell vor Ort waren, zogen dort bereits Autofahrer ihre Kreise um die Lücke, näherten sich aggressiv und wollten das Territorium für sich erobern.“ Nun soll die Parklücke unter Naturschutz gestellt werden, damit sie auch für zukünftige Generationen noch erhalten wird.

Dieser Sensationsfund reiht sich ein in andere bisher einmalige Entdeckungen in Wien. Zum Beispiel, als im Jahr 2008 etwa im Jahr 2008 ein Kebab-freier U6-Waggon entdeckt wurde, oder dem inzwischen weltberühmten „Gehsteig ohne Hundstrümmerl“ aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Beide galten als letzte ihrer Art und wurden seither nicht mehr gesehen.

Seit der Fund der letzten freien Parklücke öffentlich wurde, versammeln sich täglich Touristen um den Fundort. Ein angrenzender Souvenirstand daneben verkauft Parklücken-Pommes, Parklücken-Ansichtskarten und eine Stofftier-Parklücke für Kinder.

Ein Pensionist hat Tränen in den Augen, als er mit uns spricht: „Früher, wie ich noch ein Kind war, da gab es hier noch viele Parklücken. Überall. Sie werden lachen, aber fast jeder Haushalt hatte eine und wir haben als Kinder einfach darin gespielt. Heute klingt das verrückt, aber damals war das ganz normal.“

Wien ist mit seinen stark befahrenen Straßen und dicht bebauten Wohngegend schon längst zum natürlichen Feind der Parklücken geworden. Früher war noch genug Raum für alle Autofahrer vorhanden. Doch seit der Kampf um die verbliebenen Lücken eröffnet wurde, hat sich auch das Verhalten der Autofahrer geändert: sie wurden aggressiver und folgten ihrem Naturinstinkt, nach dem Motto „Der Stärkere gewinnt“.

Hier überlegt die MA22 nun, erstmals auch aktiv einzugreifen: „Man kann der Natur nicht immer alles alleine überlassen. So wie die Jäger im Wald die Wildpopulation regulieren müssen, so müssen wir auch in der Stadt schauen, dass alles im Kreislauf bleibt.“ Die MA22 wird sich deshalb auf die Lauer legen und Autos zum Abschuss freigeben.

(Jürgen Marschal. Foto: kichigin19 / Fotolia.com)

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Ich habe noch eine dönerfreie U6 gefunden, aber leider keine „Österreich“-freien Öffis. Das stinkt noch deutlich mehr!

Hier folgt mein Posting in Parklückenform:

jetzt bleibt nur noch eins: auto-fasten, auch wenn das zum religionskrieg führen könnte:
https://stadtfruchtwien.wordpress.com/2015/03/02/auto-fasten-versus-auto-religion/#comment-995

Genau.
Come to Bobo – IS of Gumpendorf!
…. Märtyrer auf zwei Rädern.

Sie erhielt den botanischen Namen „Parklücke manfredii jurazkii“.

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