Corona-Regeln nur der Anfang: Jedes Bundesland bekommt eigene Steckdosen


Neun verschiedene Steckdosen

Neun Bundesländer, neun Corona-Regeln: Was sich in der Pandemie bewährt hat, wird auf andere Bereiche ausgeweitet: Die Landeshauptleute planen nun auch die Einführung eigener Steckdosen. Das Erfolgsmodell Föderalismus wird damit konsequent weitergeführt.

ÖSTERREICH – Tirols Landeshauptmann Günther Platter legt den Schraubenzieher zur Seite und drückt das Plastik in den Sockel. „Endlich, geschafft.“ Die Tiroler Steckdosen werden mit Starkstrom gespeist, damit neben dem Fön und dem Laptop auch noch die Gondel angeschlossen werden kann.

Alternative Energie

Die Landesregierung in Oberösterreich hört nicht auf ausgebildete Elektriker, sondern auf die Energetiker des regionalen Traditionsunternehmens Energetiker AG. „Wir schwimmen gegen den Mainstream-Einheitsbrei und glauben nicht an Kabel, die nur eine Erfindung sind der Kabelindustrie“; sagt Technologie-Landesrat Holger K. und streicht sich über seine schulterlangen, schneeweißen Haare. „Die Natur hat uns mit den besten Kabeln der Welt ausgestattet! Mutter Erde statt Erdung“, sagt er und steckt zwei Finger in die Steckdose.

Gegen den Gleichstrom

Salzburg. „Warum heißt der Gleichstrom eigentlich Gleichstrom? Alles Zufall, gell? Gell? Nein, er ist eine Erfindung der gleichgeschalteten Medien an der Südostküstentangente in Wien, wo die gebührenfinanzierte GIStapo vollgekokst auf ihrem Küniglberg aus Silbersteinen sitzt und die Red-Bull-Brunnen des Volkes vergiftet. Es ist Zeit, die Gleichstromlüge zu entlarven“, lächelt Ferdinand Wegscheider in die laufenden Kameras, pausiert einige Minuten, damit das Publikum seine intelligenten Worte verarbeiten kann. Dann greift er in den Gleichstrom, er bleibt schreiend kleben, die Kasperlpuppe an seiner Schulter fängt Feuer.

Wien ist anders

In der Hauptstadt geht man auf Nummer sicher. Michael Ludwig präsentiert die neuartigen Steckdosen, die zum Schutz der Menschen mit Plastik verschweißt sind. „Eigenverantwortung funktioniert nicht, nur ein SPÖ-Stadtrat darf bestimmen, wer welches Gerät wann benutzen darf.“ Kritik lässt der Bürgermeister nicht gelten: „Wer Strom braucht, kann diesen jederzeit in Niederösterreich bekommen.“

Rote Brüder im Geiste

„Der Föderalismus ist der einzige Garant für eine erfolgreiche Zukunft“, erklären auch die SPÖ-Landeshauptleute Hans-Peter Doskozil aus dem Burgenland sowie Peter Kaiser aus Kärnten.

Aus Protest gegen die Regierung bekommen die finanziell schwächsten Bundesländer Österreichs auch ein eigenes Internet. „Funktioniert’s schon?“, fragt Kaiser, während er einen leeren Joghurtbecher an sein Ohr hält und diesen mit einer Schnur an Doskozils Becher festbindet.

St. Pölten geht voran

„Stromkreis war gestern, wir haben den Stromkreisverkehr“, schreit die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die gerade die Weihnachtsbeleuchtung vom St. Pöltner Dom reißt, um sie auf einer 70 Meter hohen Dollfuß-Statue aus Massivgold aufzuhängen.

Bahnbrechend

Neun Länder, neun Coronaregeln, neun Steckdosenstandards: die ganze Welt schaut derzeit auf das Innovationsmekka Österreich, das Silicon Valley des Stroms. Bei der nächsten Landeshauptleute-Konferenz steht außerdem der Ausbau der Öffis am Programm.

„Wir plädieren hier eindeutig für ein unterschiedliches Schienennetz mit neun verschieden breiten Gleisen“, freut sich der steirische Landeschef Hermann Schützenhöfer auf einen 400 Meter breiten Semmeringbasistunnel. „Nach Jahren der rücksichtslosen türkisen Korruption ist Österreich endlich wieder im harmonischen Sumpf der Bürokratie angekommen.“

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ist das eine geile Idee! Danke Tagespresse :D

Die TPler werden aber schön schauen, wenn sie von BlödesTV übernommen werden und Plärrdinand Ausscheider ihr Chef wird.

Als versierter Camper und Reisender werde ich meine seit Jahren bewährten Adapter checken. Würde mich aber nicht wundern wenn sie zwar bis jetzt überall gepasst haben, für Österreichs Bundesländer aber nicht zu gebrauchen sind :)

Bei einer Österreich-Tour brauchst in Zukunft halt einen zusätzlichen Rucksack.

Und Kleingeld. Wien führt dann wieder den Schilling ein, Tirol den Alpendollar „Hofer“, Oberösterreich die Reichsmark, Niederösterreich die Krone (100 Kronen = 1 Haarkranz), und im Burgenland wird man wieder mit Hendl und Weinflaschen seinen Tauschgeschäften nachgehen.

Und Vorarlberg den CHF (ehe sie ganz überlaufen), Kärnten den Haider-Hunderter, Steiermark die Steirer-Mark uns Salzburg den Mozart-Taler

Überlaufen wollten die Xi ja schon 1919 – aber der Schweizer Bundesrat hat dankend abgelehnt.

Najo nur sind die Mozart-Taler schon pleite….

Dass die Salzburger großes Geschick in Geldanlagen haben hatten sie ja in der Vergangenheit schon fulminant unter Beweis gestellt.
Solange sich noch Touristen finden die auf den Mozartschmee abfahren mache ich mir da aber keine Sorgen.

Haha, bravo. Sehr gute Ergänzungen!
Wobei die Xiberger die schlaueste Lösung verfolgen :D

Klingt logisch 🤪

Wieder mal ein super Artikel, danke Tagespresse! :)

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