Christkind hat einfach nicht angeläutet: Tausende Österreicher müssen Geschenke im Handyshop abholen


Handyshop
Dirk Ingo Franke

„Leider konnten wir Sie nicht an der Zustelladresse antreffen. Daher wurden Ihre Geschenke für Sie zur Abholung in Emre’s Handyshop, 6900 Bregenz, hinterlegt.“ Diese Nachricht vermieste gestern tausenden Menschen im ganzen Land die Weihnachtsstimmung. Denn das Christkind machte sich vielerorts nicht die Mühe, aus seinem Schlitten auszusteigen und anzuläuten.

„Wir hatten alles für das Christkind vorbereitet“, ist Familienvater Hubert B. (42) aus Oberösterreich enttäuscht. „Ganz traditionell wie jedes Jahr: Der Braten war im Rohr, ich, meine Frau und die Kinder waren auf drei Promille, der Christbaum hat gebrannt.“

Nie wird B. die traurigen Augen seiner Kinder vergessen, als klar war, dass es heuer keine Geschenke geben wird. „Die Tränen sind uns allen über das Gesicht geronnen. Zum einen wegen der massiven Rauchentwicklung des brennenden Christbaums, aber auch wegen der Herzlosigkeit von Herrn Christkind.“

Vater B. versteht die Welt nicht mehr: „Ich zahl doch immer Kirchensteuer, spende der Caritas, und hab auch nie jemandem von dem Vorfall im Jahr 1978 mit Pater Johannes im Ministranten-Feldlager erzählt.“ Jetzt muss er seine Geschenke im Handyshop zwischen Montag und Freitag von 11:00 bis 11:30 Uhr abholen.

Christkind reagiert

Wir konfrontieren das Christkind (bürgerlich Jesus Gerhard Christus) mit den Vorwürfen. „Es ging nicht anders“, seufzt er im Interview. „Ich muss innerhalb von zwölf Stunden acht Millionen Pakete ausliefern und bekomm sechs Euro pro Stunde, ich darf dazwischen nicht mal aufs Klo. Währenddessen streift mein Papa die Gewinne ein und parkt sie im Paradies, das eigentlich nur ein Steuerparadies ist.“

Er räumt auch mit Mythen auf: „Ich wurde nicht ans Kreuz genagelt, weil ich die Römer verärgert habe, sondern weil ich einen Betriebsrat gründen wollte“, erzählt das Christkind. „Mit den Gschichteln im neuen Testament wollte mein Papa nur seinen Namen reinwaschen und die Schuld auf die Juden schieben. Weil er ist leider nicht nur extrem gierig, sondern auch glühender Antisemit.“

Markt unter Druck

Für die Konkurrenz sieht es nicht besser aus. Aus dem anglikanischen Raum werden massive Lieferausfälle gemeldet. Insidern zufolge sind dem Weihnachtsmann wegen des Klimawandels große Teile seiner Produktionsstätte am Nordpol weggeschmolzen. „Selber schuld“, schüttelt das Christkind den Kopf. „Wieso bringt er schlimmen Kindern auch immer klimaschädliche Kohle?“

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17 Kommentare
  • hm… 1978 war der 42jährige papa grad mal ein jahr alt, „quasi ready for taufe“.
    was hatte er da schon im ministrantenfeldlager zu suchen?

    • Sollte 1987 heißen, ein Zahlendreher kann auch einem Qualitätsmedium wie der Tagespresse passieren.
      Allerdings statt Emre’s Handyshop in Bregenz irgendeinen Händi-Schopp in der Piefkei abzubilden, ist peinlich. Die Vorarlberger ticken zwar irgenwie anders, aber e-plus, O2 und vodafone gibt’s bei denen dennoch nicht.

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