Bürohilfskraft packt aus: „Mein Chef zwingt mich zum 12-Stunden-Tag“


HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com, Montage

Von wegen, „freiwillig“! Ein schockierender Fall aus Wien entfacht erneut die Diskussion um den 12-Stunden-Tag. Die Bürohilfskraft Heinz-Christian S. beschuldigt ihren Chef, sie unter Androhung der Kündigung zu zwölfstündigen Diensten zu zwingen. Der dramatische Hilferuf rüttelt das Land auf.

S. weiß nicht mehr weiter. „Mein Chef hat mich übers Ohr gehauen! Ich mach die ganze Arbeit. Aber er übernimmt einfach meine Ideen und bekommt dafür Applaus.“ S. habe durch den extremen Stress ein Burnout erlitten und sogar aus zeitlichen Gründen mit dem Kettenrauchen aufhören müssen.

„Bis vor einem Jahr habe ich meinen Job echt noch gern gemacht“, erklärt S. nachdenklich. Damals war er nur für leichte Assistenzaufgaben wie der Führung des Sportministeriums zuständig.

„Aber jetzt muss ich in der Firma Dinge erledigen, die eigentlich Aufgaben meines Chefs wären. Finanzpläne erstellen, Powerpoint-Präsentationen halten, Österreich in eine international geächtete faschistische Ständerepublik umbauen. Ich kann nicht mehr.“

Flucht vor der Realität

Am Wochenende flüchtet S. vor der Ohnmacht, die er durch seine entfremdete Arbeit empfindet, ins Wiener Nachtleben. Aber auch das hilft nur bedingt. „Wenn du nach 48 durchgefeierten Stunden auf der Afterhour realisierst, dass du morgen wieder in die Hackn musst, dann wird dir die Absurdität und Sinnlosigkeit deiner Existenz so richtig bewusst“, sagt S., und rollt nachdenklich einen Hundert-Euro-Schein ein.

Chef bleibt hart

Die Tagespresse konfrontiert Herrn K., den Chef von S. mit den Vorwürfen. Büroleiter K. sieht kein Fehlverhalten und betont die Rechtmäßigkeit: „Das basiert alles auf Freiwilligkeit. Ich habe allen Mitarbeitern angeboten, freiwillig länger zu arbeiten. Sollte dies nicht gewünscht sein, können sie natürlich gerne freiwillig gekündigt werden, freiwillig in die Armut schlittern und freiwillig wegen sozialer Isolation schlussendlich den freiwilligen Freitod wählen.“


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Racum111

Keine Sorge Hr. S. In Deutschland wird wahrscheinlich demnächst ein Experte frei, der Ihnen viel Arbeit abnehmen kann.Schicken Sie eine E-Mail an Hr. Maaßen. Sie werden sich sicher gut verstehen..

BMI, Dezernat f. Propaganda

Für das BVT wäre das ja eine Traumbesetzung!

█████████ █.

Ich hab geglaubt, der S. ist der Scheff vom K. und nicht umgekehrt??!

Koksinator

Glauben duat ma nur Äpfel und Birn

Unwissenheit

schützt vor Strafe nicht!

BMI, Dezernat f. Social Media & Wahrheit

BM K. ist der Scheff vom K. und vom S.

Glabn haßt nix wissn!

HDGDL-tschancellor_1995

12h wird doch freiheitlich mehrwillig gearbeitet!

Otc

Was mache ich mit so viel Freiwilligkeit?

Thomas Schwalb

Ich glaube auch dass hier Chef und Mitarbeiter von der seriösen Tagespresse verwechselt worden sind. Nur traut sich der unterdrückte Mitarbeiter Sebastian K. nicht an die Öffentlichkeit.

Ist Chef und Schaf dasselbe?

Hans Peter Haselst…

In diesem Fall: Ja!

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