Aus für 1-Cent-Münzen: Tausende Millennials verlieren gesamtes Erspartes


Trauriger Millenial
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Die EU plant die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. Doch nicht alle freuen sich. Für tausende Millennials werden die Pläne zur wirtschaftlichen Bedrohung. Der Wiener Soziologiestudent Tobias G. (25) etwa könnte sein gesamtes Erspartes verlieren und fühlt sich enteignet. Die Tagespresse trifft ihn.

WIEN – Voller Stolz, aber auch mit Wehmut zeigt uns Tobias seinen „Glücks-Cent“, seine allererste, selbstverdiente 1-Cent-Münze. „Die hab ich bei einem sechsmonatigen Medienpraktikum verdient, so geil, die meisten Praktika werden ja gar nicht bezahlt, da hab ich ziemliches Glück gehabt. Manchmal fühl ich mich ur schuldig, dass alle meine Freunde unbezahlt hackln und ich mach mir da die Taschen voll.“

Vermögensaufbau

Tobias hat sich nach seinem Praktikum neben dem Soziologie-Studium als Foodora-Fahrer und e-Scooter-Juicer ein kleines Vermögen aufgebaut. „Da schauts, aber bitte keine Fotos machen“, sagt er und zeigt auf ein Shot-Glas voller 1-Cent-Münzen. „Davon will ich mir zu meinem Pensionsantritt mit 97 dann irgendwas Schönes gönnen. Ich glaub, es wird eine Funghi-Pizzaschnitte bei La Pausa oder ein Verlängerter im Café Jelinek.“

Großer Traum

Angesichts des wachsenden Münzenbergs dachte Tobias G. sogar schon über Anlagemöglichkeiten nach. „Wer so viel Cash rumliegen lässt, verliert ja jedes Jahr wegen der Inflation. Ich wollte daher konservativ veranlagen, vielleicht in ein paar Fake Plastik-Bitcoins auf Willhaben.“

Mit dem Vermögen wollte er sich irgendwann seinen großen Traum erfüllen: „Die Kaution für mein erstes eigenes WG-Zimmer hinterlegen! Das wär’s! Ich hab da in Favoriten ein Kellerabteil gefunden, das genau in mein Budget passt und derzeit von einem echt entspannten Marder bewohnt wird.”

Sparen verlernt

Tobias Eltern haben für die Situation ihres Sohnes kein Verständnis: „Die junge Generation hat das Sparen verlernt“, findet Mutter Eva (56). „Zu meinem Hauptschulabschluss hab ich 100 Schilling bekommen. Hab ich die für Mandelmilch-Frappucinos und Avocadotoast verschleudert? Nein, ich hab schlau investiert und mir um das Geld drei Zinshäuser gekauft.“

Keine Hoffnung

Wie es weitergeht, weiß Tobias nicht. Traurig googelt er „wie viele nieren braucht der körper“ und ruft in der Spenderzentrale des Wiener AKHs an. Doch dann folgt der nächste Schlag: Beim AKH melden sich mittlerweile so viele Millennials, dass Nierenspender kein Geld, dafür jedoch ein „sehr positives Empfehlungsschreiben“ erhalten. Tobias vereinbart resigniert einen OP-Termin für kommenden Montag.

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marie gold

… von einem echt entspannten Marder … 😂
Und sonst _ wie immer_ so wahr!!!
Lachende und weinende Augen …

netz

Sehr guter Artikel stimmt genau.

StuWi

Eine oder zwei Nieren würd ich gerne nehmen. Es kommen sicher wieder schlechtere Zeiten.

Thomas

Alleine schon wenn man sauft, a Leber warat a net schlecht?

AH über Demokratie und Kapital

In dieser englisch-französischen Welt, da existiert die sogenannte Demokratie. Sie wissen ja, diese Demokratie zeichnet sich nun durch folgendes aus: Es heißt, dass das die Herrschaft des Volkes sei. Nun muss das Volk ja doch irgendeine Möglichkeit besitzen, seinen Gedanken oder seinen Wünschen Ausdruck zu geben. Wenn man sich nun näher dieses Problem ansieht, dann kann man feststellen, dass das Volk an sich primär dort gar keine Überzeugung hat, sondern die Überzeugung selbstverständlich, wie übrigens überall, vorgesetzt erhält. Und das Entscheidende ist nun: Wer setzt diese Überzeugung eines Volkes fest? Wer klärt ein Volk auf? Wer bildet ein Volk? In… Mehr »

schafft sich zunächst eine Presse. Sie reden von der Freiheit der Presse. In Wirklichkeit hat jede dieser Zeitungen einen Herrn. Und dieser Herr ist in jedem Fall der Geldgeber, der Besitzer also. Und dieser Herr dirigiert nun das innere Bild dieser Zeitung, nicht der Redakteur. Wenn der heute etwas anderes schreiben will als den Herren passt, dann fliegt er am nächsten Tag hinaus. Diese Presse nun, die die absolut unterwürfige, charakterlose Canaille ihrer Besitzer ist, diese Presse modelliert nun die öffentliche Meinung. Und die von dieser Presse mobilisierte öffentliche Meinung wird wieder eingeteilt in Parteien. Diese Parteien unterscheiden sich so… Mehr »

sein. Im Gegenteil, in diesen Ländern ist der Klassenunterschied der krasseste, den man sich denken kann. Armut, unvorstellbare Armut auf der einen Seite und auf der anderen ebenso unvorstellbarer Reichtum. Sie haben nicht ein Problem gelöst. Das sind Länder, die über die Schätze der Erde verfügen, und ihre Arbeiter, die hausen in erbärmlichen Löchern; Länder, die über die Bodenschätze der Welt verfügen, und die breite Masse ist miserabel gekleidet; Länder, die mehr als genügend an Brot und an allen sonstigen Früchten haben könnten, und Millionen ihrer unteren Schichten haben nicht genug, um sieh nur den Magen einmal voll zu füllen,… Mehr »

die im Besitz ihrer Werte, ihrer ganzen Aktien sind und die letzten Endes damit diese Völker ausschließlich dirigieren. Die breite Masse interessiert sie nicht im geringsten. Die interessiert sie, genau wie früher unsere bürgerlichen Parteien, nur in der Wahlzeit, dann brauchen sie Stimmen. Sonst ist ihnen das Leben der breiten Masse vollkommen gleichgültig. Dazu kommt noch der Unterschied der Bildung. Ist es nicht geradezu spaßhaft, wenn wir jetzt hören, dass ein englischer Arbeiterparteiler, der im übrigen als Oppositioneller von der Regierung offiziell bezahlt wird, wenn ein englischer Arbeiterparteiler sagt: „Wenn der Krieg zu Ende geht, dann wollen wir auch in… Mehr »

bedroht. Aber sie sagen sich mit Recht: „Wenn diese Gedanken, die in Deutschland populär werden, nicht beseitigt und ausgerottet werden, dann kommen sie auch über unser Volk. Und das ist das Gefährliche, das wünschen wir nicht.“

(A. H. am 10. Dezember 1940)

100 %ig die erkenntnisreichste

Rede die ein Politiker jemals gehalten hat.

Das ist tatsächlich

so.

Norbert

Das wär dem Dumpfbackstrache und dem Dumpfbackbasti niemals aufgefallen, wie die Welt wirklich läuft. Deshalb haben einige Industrielle uns diese Oberüberdrübernichtssagendenundwissendendumpfbacken ins Nest gepackt, sodass jeder Kuckuck dagegen nur ein microkleines Vogelei zu legen imstande ist.

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