AUA erhöht Komfort: Priority-Passagiere erfahren 30 Minuten früher von Flugausfall


Leute stehen vor Check-in
Robert Jäger / APA / picturedesk.com

Die Fluglinie Austrian erhöht den Komfort für ihre Priority-Passagiere. Gegen einen kleinen, sehr hohen Aufpreis erfahren sie vor der Economy Class vom Flugausfall. So lässt es sich komfortabel und mit Stil daheim bleiben.

SCHWECHAT – Neun Uhr früh am Gate. Der Austrian-Flug OS 9003 nach Kreta hätte bereits vor einer halben Stunde abheben sollen. Eltern reiben sich die Augenringe und füttern ihre Kinder mit trockenen 9-Euro-Croissants. Um die Wartezeit so unangenehm wie möglich zu gestalten, gehen Flugbegleiter durch die Sitzreihen und verkaufen Duty-Free-Parfum und Uhren. „Wow, so ein Glück, Parfum ist genau das, was ich am Weg in den Urlaub noch brauche“, ruft niemand. 

Dann ertönt endlich eine Durchsage: „Information für alle Priority-Passagiere: Flug OS 9003 nach Kreta ist leider ausgefallen. Alle Economy-Passagiere sind gebeten, sich für weitere Informationen eine halbe Stunde zu gedulden. Wir hassen Sie alle so sehr, Ihre Austrian Airlines.“

Große Zeitersparnis

Einige Passagiere schütteln den Kopf. Thomas Blaha (36) aus Wien steht lächelnd auf. Er ist einer der Priority-Passagiere und marschiert Richtung Parkplatz. „Wieder einmal 30 Minuten gespart, das hat sich echt ausgezahlt.“

Es ist Blahas dritter Flugausfall in drei Wochen. „Da lohnt es sich irgendwann, früher Bescheid zu wissen, dann hat man noch was vom Tag.“ Bei seinem letzten Flugversuch war er noch geizig. „Da hab ich Economy gebucht, zu spät von dem Ausfall erfahren und in Jamie’s Deli übernachten müssen. Jeder Atemzug kostet dort 4,90 Euro, einmal schnarchen 12,90 Euro, ein Schas 49,90 Euro. Da kommt ordentlich was zusammen in einer Nacht. Naja, es war trotzdem mein einziger Urlaubstag 2022, ich will den jetzt nicht schlechtreden.“

So stellt sich unser Illustrator eine Austrian-Maschine vor, die nicht ausgefallen ist.

Geniale Idee

Schauplatzwechsel, Firmenzentrale der AUA, jener Ort, an dem die geniale Idee erfunden wurde. Nach 149 Minuten Wartezeit und einer demütigenden Sicherheitskontrolle werden wir in das Büro des CEOs gebeten. Wir nehmen im Büro in einer der extrem engen Sitzreihen neben einem schreienden Baby und einem betrunkenen Briten Platz.

Eine Stewardess serviert winzige, lauwarme Wasserflaschen und Kaffee – eine vollmundige Mischung aus 2001 abgelaufenem Nescafé, Kalk und Spülmittel – ganz so wie man ihn aus dem Flugzeug kennt. 

Nach weiteren 96 Minuten Wartezeit werden wir informiert, dass das Meeting leider ausfällt, weil sich der CEO wegen Corona 2021 versehentlich selbst gekündigt hat. Er arbeitet seither in der Gastro als Kellner und will nicht mehr zurückwechseln. Für die Unannehmlichkeiten werden wir mit einem 50-Cent-Gutschein für eine einlagige Serviette von Jamie’s Deli entschädigt.

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Extralob für den Bilkommentar „So stellt sich unser Illustrator…“;-)

Mein lautes Lachen in der Eco hat mich gerade 19,99 gekostet.

Saaaaaaagenaft!!!!!!!!! Zum Zerkugeln!!!! Und so nah an der Realität, dass einem vor Zorn fast die Tränen kommen…..

Naja das ist ein absolutes First World Problem…

Absurd real! Habt Dank liebe Tagespresse!

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