Angst vor Einberufung: In Wien lebender Russe Ivar Mectin versteckt sich vor Briefträger


Herbert Kickl versteckt sich in Schrank
Bwag/CC-BY-SA-4.0, Depositphotos (M)

Seit der von Putin angeordneten Mobilmachung ist der in Österreich lebende Russe Ivar Mectin (53) in Angst. Er rechnet bald mit dem eingeschriebenen Brief, der die Einberufung befiehlt. Jedes Mal, wenn der Briefträger an seiner Wohnung läutet, versteckt er sich daher im Nachtkästchen. 

WIEN – Drei Bohnen, zwei 0,5-Liter Flaschen Wasser, ein Mini Babybel. „Hier drinnen hab ich alles, was ich für drei Wochen brauche“, erzählt Ivar Mectin und zeigt in sein Nachtkästchen. Seit der Teilmobilmachung in Russland verbringt er sehr viel Zeit in seinem Versteck. 

Bis vor kurzem unterstützte der Moskauer Ivar Mectin, der in Wien unter falschem Namen als Politiker arbeitet, den russischen Krieg in der Ukraine noch. Doch seit sich der Konflikt vom TV-Gerät ins reale Leben aller Russen verlagerte, änderte er seine Meinung. 

Leben mit der Angst

„Es ist doch egal, ob man ein Bandera-Nazi oder ein ganz normaler Nazi ist, auf die inneren, braunen Werte kommt es an“, lächelt er verunsichert und schaut nervös aus dem Fenster, auf der Suche nach einem gelben Auto. Im Radio läuft ein Werbespot: „Die Post bringt allen was!“ Mectin erschaudert. „Hoffentlich gebens nur den gelben Zettel rein, dann hol ich mir den Befehl vom Handyshop Erkan erst gar nicht ab…“

Er hält uns ein Attest von Dr. Marcus Franz hin. „Untauglich wegen schwerer Leberschäden nach Entwurmer-Überdosis.“ Doch er weiß, dass dieser Wisch in Moskau nichts nützt, und das, obwohl Marcus Franz seinen Doktortitel von der renommierten Abracadabra-Online-University of St. Petersburg gekauft hat.

Freunde bereits an der Front

„Meinen Freund Harald Vilimsky haben sie schon eingezogen, er ist im Taser-Bataillon“, erzählt Mectin und starrt apathisch aus dem Fenster. „Auch der Juri Gudenov ist schon an der Front. Er ist für das Ziehen der Grenzlinien zuständig, er hat jeden Tag vier Stunden Nasenbluten.“

Zu Norbert Hofertschuk hat er schon länger keinen Kontakt mehr. „Alles was ich weiß, ist, dass er im Segelflieger-Geschwader ist, und seine Hündin Jessy hat die Sprengladungen an den Nord-Stream-Pipelines angebracht.“

Dann klingelt es. „Auf den Boden, auf den Boden“, schreit uns Mectin an und klettert in sein Nachtkästchen. „Ich bin nicht daheim“, ruft er aus dem Inneren. Es ist ein Leben in ständiger Angst, das Mectin führen muss. „Tür Aufmachen, oder wir schießen!“ Doch diesmal hat er Glück. Es ist nur die GIS.

„Einen von der Ostküste finanzierten Links-Lügenfunkfernseher hab i keinen, schleichts euch, ich schau nur Weltkriegs-Dokus auf YouTube!“ Erleichtert legt er sich hin, schlafen wird er heute trotzdem nicht.

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21 Kommentare
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👏👏😂😂👍

Hihihi, diesmal hattet Ihr mich spätestens bei: „obwohl Marcus Franz seinen Doktortitel von der renommierten Abracadabra-Online-University of St. Petersburg gekauft hat“

Einfach grenzgenial!!
👏👌💯

Na wenn der Herbert hier bleibt muss er aber mit uns gemeinsam im Winter erfrieren. Will er das echt riskieren?

Zum Abbusseln! 😘😘😘

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