Wien nur Nebenwohnsitz: Strache lebt seit 2017 in Parallelwelt


Strache vor Fantasiewelt
Georges Schneider / picturedesk.com, Montage

Jetzt ist es offiziell: Heinz-Christian Strache lebt offenbar bereits seit 2017 nicht mehr in Wien. Seinen Lebensmittelpunkt hat er Aufzeichnungen zufolge in einer Parallelwelt. Erstmals gelang es der Tagespresse, den Politiker in seiner wirklichen Heimat aufzuspüren. Ein Lokalaugenschein. 

PARALLELWELT – Spaziert man mit THC-Chef Strache durch seine Heimat, kommt es im Minutentakt zu Treffen mit Fans. „Sind Sie nicht der Strache? I packs ned“, fragt eine drei Meter große, blonde blauäugige Frau mit 13 arischen Kindern und einem Schäferhund mit „Ich finde HC Wau“-Halstuch. „Sie waren der beste Sportminister aller Zeiten, darf ich ein Foto machen?“ Strache gibt nach, es geht sofort auf Facebookkk, dem beliebtesten sozialen Medium in seiner Wahlheimat, viral.

Jubelchöre

„HC! HC! HC!“, schallt es im Chor aus einem Beisl. „Ich hab sogar mein Kind nach ihm benannt“, lacht die Kellnerin des reinen Raucherlokals und stellt drei Krügerl Schnitzel auf den Tisch. „Meine Tochter heißt jetzt Strache Prokopil.“

„Können Sie sich vielleicht bis auf die Badehose ausziehen?“, haucht kurz darauf eine 18-jährige Schönheit mit blitzblanken Zehennägeln. Strache zieht sich lächelnd, aber auch staatsmännisch aus. „Wow, da merkt man, dass Sie Sportminister waren, Sie sind so ein männlicher Mann.“

Strache spannt den Bizeps an, dann noch den Trizeps, dann sogar den Hatzeps, einen Muskel zwischen den Gehirnhälften, den laut Univ. Prof. Honoris Causa HC Strache nur HC Strache besitzt. Die Frau bedankt sich für das Foto. „Eine Frage hab ich noch, wie schaffen Sie es, als einziger Politiker überhaupt nicht korrupt zu sein?“ Strache wird nachdenklich. „Danke für die Frage, ich denk darüber nie nach, ich bin wohl einfach perfekt geboren.“

Tolle Umfragen

Im Café Amon Göth versteckt sich Strache hinter einer Zeitung, um kurz seine Privatsphäre zu genießen. Ohne Brille, Strache sieht perfekt, wie er betont, liest er seine Umfragewerte. „In Wien bin ich auf 33 %, nicht schlecht, jetzt noch eine kleine Flüchtlingswelle und die SPÖ kann sich brausen gehen.“

Genüsslich blättert Strache durch die Kronen Zeitung, die ihn heute schon wieder auf der Titelseite hat („US-Studie belegt: Gott würde Strache wählen“). Während er an seinem Vodkacino mit Schlag schlürft, liest er ein Inserat einer Apotheke: „Wahnsinn, da gibt’s einen Abverkauf von rezeptfreien Potenzmitteln, minus 90 Prozent.“ Er lächelt verschmitzt: „Welches Lulu braucht denn sowas?“ Nur mit der Kraft seiner enormen Erektion schließt er die Zeitung.

Plötzlich läuft der Koch schreiend aus der Küche. „Die Flüchtlinge kommen, alle, von überall her, die Sozialdemokraten schleusen sie mit Bill Gates durch eine Schwachstelle in der Windows-Software ins Land. Das war’s, Gott schütze euch, wir sperren zu, jeder Gast kann sich aus der Küche ein Kilo kolumbianisches Koks gratis mitnehmen.“ Strache seufzt: „Wenn’s sein muss“, sagt er und steht auf.

Welt in Ordnung

In seiner Parallelwelt ist das Leben noch in Ordnung. Um runter zu kommen, lässt Strache den Tag an seiner Donau ausklingen. Ja, es ist tatsächlich „seine“, wie er stolz zugibt. „Ich hab in den letzten Jahren ein bisschen in Wasser investiert.“

Strache rudert in einem Boot an der Copa Kagrana übers Wasser und betrachtet den Horizont. Plötzlich prallt das kleine Schiff gegen eine blau bemalte Wand, eine große Pappfassade wird eingerissen. Kurz darauf kracht neben ihm ein riesiger Scheinwerfer wie aus dem Nichts auf den Boden seines Boots. Strache ignoriert ihn, dreht sich um und ruft seinen Fans lächelnd zu: „Grüß euch! Oh und falls ich euch nicht mehr sehe: Guten Nachmittag, Guten Abend und Gute Nacht!“ Alle lachen fröhlich.

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Einen M E G A Beitrag so genial abzuschließen – WOW!
DANKE!

Einer der schönsten Texte seit langem. Weniger Schablone, mehr Irrsinn. Danke!

Das ist wahrlich Weltklasse

Darf man der Wissenschaft glauben, wenn sie sagt, nur der Strache hat den Hatzeps, den Muskel zwischen den Gehirnhälften? Was ist mit dem Basti, dem Gernull und ihrem Beraterstab, mit Tanner, Köstinger, Hartinger-Klein, Herbert Haupt, dem Goodanus – sind die alle benachteiligt?

Mit nur einer Gehirnhälfte brauchst keinen Muskel dazwischen.

Und ohne Hirn auch nicht!

Verstehe!

Bravo, endlich: dieser Beitrag klärt, was ich so lange nicht verstanden habe: In HC’s Paralleluniversen gibt es sicher eines in dem er in Wien wohnt, in einem anderen in Klosterneuburg, passt

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