Wie in Südkorea: Bizarre Christensekte ignoriert Corona-Regeln


Sebastian Kurz im Kleinwalsertal
Dragan Tatic / BKA

Nachdem eine radikale Christensekte in Südkorea alle Corona-Regeln ignorierte und den Ausbruch wesentlich beschleunigte, sorgt jetzt ein ähnlicher Fall in Österreich für Aufsehen. Beim Besuch des Sektenführers und selbsternannten Erzengels Sebastian (33) in Vorarlberg wurden sämtliche Vorschriften der Corona-Verordnung ignoriert. Droht jetzt eine zweite Welle?

KLEINWALSERTAL – Befremdliche Videoaufnahmen zeigen die Huldigungen der fanatischen Gläubigen. „Da ist er, da Messias, schnell, halt ihm den Ischias hin, er soll mit der Hand drüber gehen“, schreit Irmi H., 103, und packt ihre Österreichfahne aus.

„Oh mein Gott, oh mein Gott“, brüllt Elfi S., 96. „Ich bin doch nicht der Gott, nur der Sebastian, euer Erlöser“, gibt sich der Sektenführer bodenständig und küsst die Greisin 60 Sekunden lang auf die Stirn, bevor er für weitere fünf Minuten ihre Brieftasche massiert.

Euphorie

Im ganzen Tal herrscht bei der Wiederkunft von Sebastian Ausnahmezustand. Die Massen strömen von der Raika-Straße über die Raika-Gasse auf den Raika-Platz zum großen Raika-Brunnen. Im Nah & Frisch sind schon seit Tagen alle Österreichfahnen ausverkauft, jedes einzelne Fenster ist beflaggt. Kinder malen sich mit Hasenblut rote Streifen über das Gesicht. Häuser ohne Fahnen werden abgerissen.

„Bitte halten Sie Abstand“, ermahnt der Guru seine frenetischen Anhänger. „Außer auf den Fotos für mein Instagram“, fügt er lachend hinzu. „Instagram? Was ist das? Er spricht in fremden Engelszungen!“, ruft Greis Erich Z., 128, euphorisch. „So viel Begeisterung hat’s da zuletzt gegeben beim anderen Messias, das war im 38er-Jahr.“

Gesetzesbrüche

Videoaufnahmen beweisen, dass beim öffentlichen Gottesdienst während der Ausübung der bizarren Sektenrituale keinerlei Gesetze eingehalten wurden: Direkter Körperkontakt bei der Fußwaschung der Reichen. Keine Schutzmasken beim Gruppensex im Raika-Foyer. Intensive Küsse bei der Massenhochzeit, auf der Guru Sebastian 3.000 Mal sich selbst heiratet. Innige Umarmungen bei der öffentlichen Verbrennung von SPÖ-Parteibüchern am Scheiterhaufen. 

Pyramidenspiel

Schon länger steht die Sekte „Neue Volkspartei“ in der Kritik. Bei Massenevents lässt sich der Guru von indoktrinierten Anhängern feiern. Diese werden aufgerufen, teils große Geldsummen bis zu 49.000 Euro monatlich zu spenden, um mit teuren Werbekampagnen neue Anhänger in die Fänge der radikalen Organisation zu locken. Ermittler sprechen von einem Pyramidenspiel.

Schon die Jugend wird früh einer Gehirnwäsche unterzogen. In der „JVP“ werden die Mitglieder durch mysteriöses Rituale, etwa die nasale Einnahme eines weißen Pulvers, darauf vorbereitet, die Gesellschaft zu unterwandern und den Sozialstaat zu zerschlagen. 

Angebliche Wunder

Trotzdem beharren Anhänger auf der These, ihr Guru könne Wunder vollbringen: So verwandelte Sebastian bei einer Wanderung angeblich zehn Anhänger in 800. Außerdem sorgte der Heiland für die wundersame Vermehrung von PR-Beratern und heilte den dorfbekannten Bittsteller Gernot B. von seiner Arbeitslosigkeit. 

Kritik

In den Medien hagelt es Kritik an den österreichischen Corona-Gefährdern. Kurier-Chefredakteurin Martina Salomon erklärt: „Wahnsinn! Diese Pamela Rendi-Wagner war gestern im Park spazieren und hat nur 30 Meter Abstand gehalten zu einem Baum! Kleinwalsertal? Kurz? Wie was soll dort passiert sein, nie gehört. Entschuldigen Sie mich, ich muss weg, so eine Headline schreibt sich nicht von alleine. Also buchstäblich nicht, ich muss noch im Kanzleramt anrufen und sie mir diktieren lassen.“

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Yes, genau so läuft der Hase. Alles Inszenierung, alles Show bei unserer Regierung – Masken nur für Pressekonferenzen. Die Wirtschaft zur Implosion gebracht und trotzdem von so vielen wie ein Messias bejubelt, gehuldigt und gewählt. Unpackbar….

maske muß man im öffentlichen freien raum nicht tragen… kann man wenn man will…klar..

Hab auch nix von Maskenpflicht geschrieben…

Sorry, aber Sie vermischen hier Themen

– gegen corona ▶️ Eher gut
– Inszenierung ▶️ Geht eher gar nicht

Nix vermischt, nur 1 und 1 zusammengezählt.

Sehr gut, aber ein ich glaube ein Fehler hat sich eingeschlichen: In Vorarlberg gibt es keine roten Parteibücher ;-)

Ja. Jetzt gibt es keine mehr.

Darauf habe ich schon gewartet.
Ich würde nicht enttäuscht 🤣

Falls es jemanden interessiert: Der Gedenktag der hl. Corona ist der 14. Mai. Besondere Verehrung wird der Heiligen in Österreich und in Ostbayern zuteil, wo ihr verschiedene Wallfahrten gewidmet sind.

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