„Wer schafft die Zwangsarbeit?“: Hartinger-Klein eröffnet Unterkunft für Erntehelfer


Sozialministerium/Montage

Erstmals seit 1945 könnte die Pflichtarbeit in Österreich ihr Comeback feiern. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein forderte gestern, Asylwerber zur Arbeit als Erntehelfer zu zwingen. Schon heute eröffnet sie in Anwesenheit der Tagespresse die erste Unterkunft in Marchfeld, wo das Modell im Pilotversuch getestet wird.

MARCHFELD – Wir folgen der Sozialministerin durch das Tor der Unterkunft, auf dem der Schriftzug „Arbeit macht freiheitlich“ zu lesen ist. Ein lebensbejahender, motivierender Spruch, der die Flüchtlinge daran erinnert, dass sie mit viel Fleiß irgendwann Österreicher und dann vielleicht sogar echte Menschen, also FPÖ-Wähler, werden können.

„Wer schafft die Zwangsarbeit? Die FPÖ schafft die Zwangsarbeit! Merkt’s euch das endlich“, ruft Hartinger-Klein lachend einigen Asylwerbern zu, die zusammengekettet den Gehsteig mit Zahnbürsten reinigen. „Mit den Ketten wird hervorgehoben, dass sie ein wichtiges Glied unserer Gesellschaft sind“, so Hartinger-Klein stolz.

Den Sklaverei-Vorwurf lässt sie nicht gelten. „Sklaverei? Geh, so ein Blödsinn!“, lacht die Sozialministerin. „Sklaven werden unter Androhung von Strafe zur Arbeit gezwungen. Bei uns können Asylwerber entscheiden, ob sie freiwillig am Feld arbeiten, oder freiwillig eine Strafe zahlen. So freiwillig also wie der 12-Stunden-Tag.“

Doch Verfassungsexperten sind unsicher, ob Hartinger-Kleins Idee von Zwangsarbeit möglicherweise ein Verstoß gegen das Sklavereiverbot darstellen könnte. Begeistert auf den Vorschlag reagiert dagegen SPÖ-Politiker Hans Peter Doskozil, der Sklaverei auch für Österreicher fordert.

Spaß an der Arbeit

Hartinger-Klein beginnt ein Gespräch mit einem jungen Mann, der aussieht wie der afghanische Zwillingsbruder von Herbert Kickl. „Na, wie gefällt dir die Erntehilfe?“, fragt sie. „Sehr gut. Mir macht die Arbeit Spaß, von Sklaverei keine Spur. Ich bin nicht Herbert Kickl als Afghane verkleidet.“ Man sieht: Den Flüchtlingen macht die Arbeit Spaß, von Sklaverei keine Spur.

Mit einem guten Gefühl verlassen wir die Unterkunft in Marchfeld, in der offenbar alles mit rechten Dingen zugeht.

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Blöd, dass ich den Artikel gelese habe.
Jetzt kann ich 20 Jahren nicht behaupten, ich hätte von nichts gewusst.

Es ist stets erstaunlich, wenn Hartinger-Klein für ihre Inkompetenz attackiert wird, obwohl das doch bei weitem ihre liebenswürdigste Eigenschaft ist.

Naja, dann sollte man aber auch dafür sorgen, dass sie in der Nähe der Arbeitsstätte „konzentriert“ untergebracht werden – natürlich nur um ihnen zu lange Anfahrtswege zu ersparen…

wenns nicht so nah an der Realität wär …

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