Bundeskanzler Karl Nehammer packt endlich die wichtigen Themen an und sagt dem Gendersternchen, Doppelpunkt und Binnen-I den Kampf an. Ein Gender-Verbot soll alle Probleme der Menschen lösen. Das ganze Land atmet auf, jubelt und und verzeiht der ÖVP längst vergangene Kleinigkeiten wie Rekord-Inflation, Korruption, Klimakrise, soziale Kälte, explodierende Energiepreise, Reformstillstand, Lehrermangel, Pflegenotstand, kaputtgespartes Heer, zu wenige Kindergärten, COFAG, Chats, Hure der Reichen sein, Kurz, Benko, Schmid, Sobotka und Andreas Hanger.
WIEN – Dynamisch steigt Nehammer aus seinem verbeulten Dienstwagen, bringt einen Cobra-Beamten in die stabile Seitenlage und begrüßt seinen Vizekanzler. „Seas Werner.“ Nehammer bricht Kogler gut gelaunt vier Finger und kugelt ihm die Schulter aus. So energiegeladen hat man den Kanzler lange nicht gesehen.
„Ich habs“, verrät Nehammer breit grinsend. „Damit hängen alle Probleme unserer Gegenwart zusammen: Gendern. Wir verbieten das jetzt und zack, wir sind wieder auf Platz eins.“ Berater Gerald Fleischmann lächelt stolz und applaudiert dem Chef. Es handelt sich um handwerklich erstklassigen SNU wie aus dem Lehrbuch.


