„Wassermelonen“: Regierung legt fest, ab welcher Hagelgröße sie Klimawandel ernst nimmt


Trauriges Emoji neben Wassermelone

Tennisballgroße Hagelkörner gingen gestern in einigen Teilen Österreichs nieder und richteten massive Schäden an. Doch die Regierung lässt sich davon nicht beeindrucken. Erst Wassermelonen große Körner können ein Umdenken bewirken, erklärte Klimaschutz-Schutz-Ministerin Elisabeth Köstinger heute.

WIEN – „Wie sagt man so schön? Gibt dir das Leben tennisballgroße Hagelkörner, mach Mojito daraus“, spricht Köstinger den Hagelopfern Mut zu. Sie fährt mit ihrem klimatisierten Diesel-Kohle-SUV aus ihrem Büro ins Nebenzimmer zur Pressekonferenz, stellt ihn mit laufendem Motor ab, um für die letzten Meter zum Rednerpult in einen kleineren SUV umzusteigen.

„Man kann den Hagel auch als willkommene Abkühlung während der Hitzewelle sehen. Vor allem für Leute ohne Klimaanlage, also sogenannte Proleten, ist das eine super Chance auf kostenlose Erfrischung. Niemand muss Angst haben vor unserem österreichischen Wetter, das tut uns nix“, lächelt Köstinger und wirft ein Hagelkorn ins Publikum. Ein Journalist verliert zwei Schneidezähne.

Transparente Richtlinien

Grund zum Handeln sieht Köstinger weiterhin nicht: „Die Umweltschützer von der WKO haben da klare Richtlinien ausgearbeitet, ab wann wir in Österreich vom sogenannten Klimawandel sprechen. Erstens: Wenn die Hagelkörner so groß wie Wassermelonen sind – aber die guten vom Billa Plus, nicht die Hasenbemmerl vom Penny. Zweitens: Wenn man in Villach wählen kann, ob man heute im Wörthersee badet, oder doch im Mittelmeer. Und drittens: Wenn im Neusiedlersee mehr als fünf Beduinenstämme ihr Wüstenlager errichten.“

Sie selbst verspricht aber, die Diskussion über den Klimawandel endlich ernst zu nehmen. „Die Debatte wird ja tatsächlich immer hitziger und steigt jährlich auf Rekordtemperaturen. Da gibt es keinen Zweifel daran, dass dieser Effekt menschengemacht ist, diese ganze Diskutiererei, oder haben sie schon einmal Tiere gehört, die sich über das Klima beschweren? Eben!“, erklärt sie. 

Koalitionspartner grübelt

Bei den Grünen gibt man sich nachdenklicher. „Reicht das 1-2-3-Ticket, um so zu tun, als hätten wir uns auf voller Linie beim Klima durchgesetzt?“, fragt Umweltministerin Leonore Gewessler selbstkritisch. „Ich denke, es wird Zeit für weitere Maßnahmen“, erklärt Werner Kogler. Gewessler schluckt. „Ich hab gehofft, dass es nie so weit kommt, aber wir haben keine Wahl…“, flüstert Kogler. „Es ist Zeit für…“, haucht Gewessler.  Die beiden schauen sich an, stammeln dann gleichzeitig: „Das 1-2-3-4-Ticket.“

Licht am Ende des Tunnels

Die Wetterextreme im Sommer werden von Jahr zu Jahr schlimmer, doch Köstinger sieht Licht am Ende des Tunnels. „22. September, Herbstbeginn“, zeigt sie auf ihren Kalender. „Wenn wir es bis dahin schaffen, die Klimakrise unter den Teppich zu kehren, haben wir wieder ein paar Monate Ruhe, und beim ersten Schnee kommen dann in den sozialen Medien sowieso die ‚Haha wo ist jetzt der Klimawandel‘-Postings, da ist die Stimmung im Land dann wieder positiv.“

Die Pressekonferenz ist zu Ende. Ein wichtiger Termin ruft. Köstinger klettert minutenlang in ihren neun Meter hohen SUV. „So meine Lieben, ich muss leider los. Wir eröffnen jetzt beim Sattler-Bauern einen wunderschönen Vollspaltboden für die Schweinderl. Da drinnen sind sie optimal geschützt vor dem bösen Hagel.“ Sie rast davon und lässt den Klimawandel hinter sich wie ein Tornado.

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In Bezug auf Hagel, das war noch gar nichts. 20.4.1920 gab es in Montana (Chilhowee) in 15 Minuten einen 50cm hohe Decke aus Hagelkörnern. Nur mal für all die Alarmisten die glauben, unser Planet existiert erst seit sie geboren wurden. Es gibt tausende Beispiele für Brände, Unwetter und Stürme, die wir heute gar nicht mehr erleben. 1900 starben pro Jahr etwa 500.000 Menschen an Unwettern. Jetzt sind es etwa 25.000 pro Jahr. Wo bitte ist das Problem? Sind die Menschen alle wehleidige Sensibelchen geworden?

https://www.newspapers.com/clip/4960786/april-20-1920-huge-hail-hits-missouri/

Seit 2012 leben wir unter Wasser. Seit 2012 ist der Nordpol eisfrei und auf der Antarktis wächst Wein. Alles Eis ist geschmolzen, weil es um 120°C mehr hat als 2004. Es sind die Medien, die das alles ignorieren und verheimlichen. Deshalb merken wir nichts davon.

Hagel oder Hanger?

Es hat in Niederösterreich cm große Hanger vom Himmel fallen lassen.

Ob Wassermelonen, Tennisbälle oder doch Hagelkörner – für Eierschädel ist alles gefährlich, was da vom Himmel herunterknallt. Aber Gustl-Un Wöginger wird das schon kleinreden. Und zur Not rückt der Hager aus – da fürchtet sich sogar der Tornado.

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