„Und, hobts scho Lerngruppe gemacht, jo jo?“: Kurz kehrt zurück ans Juridicum


Kurz unter Studenten
Depositphotos (M)

Leider wurde es für den Wiener Sebastian Kurz dann doch nichts mit dem Studentenjob im Bundeskanzleramt. Jetzt, wo er wieder mehr Zeit hat, kehrt der Meidlinger Vifzack an die Uni zurück und setzt seine Berufsausbildung fort.

WIEN – Kurz leckt seine Finger ab und justiert seine Frisur in einer Fensterscheibe des Juridicums. Er glättet sein beiges Hemd, schließt die Augen und sprüht sich zwei Spritzer Dior Présomption d’innocence ins Gesicht. „Basti, du schaffst das“, flüstert er sich zu, atmet dreimal tief durch und setzt sein Gewinnerlächeln auf.

Kurz öffnet die Tür und tritt ein. Er ist zurück. „Ich kenn das Gefühl gar nicht mehr, wenn du deinen Arbeitsplatz betrittst und es sitzt nicht schon ein Kieberer auf deinem Stuhl und wühlt in deinen Sachen.“ Sofort erntet er Blicke der Mitstudierenden, Gemurmel in den Gängen, man spricht ihn an: „Hey, ich kenn dich ausm Fernsehen, bist du nicht der gesuchte Waldviertler aus ‚Aktenzeichen XY ungelöst‘?“

Anpassungsschwierigkeiten

9:00 Uhr, die Vorlesung „Einführung Verfassungsrecht I“ beginnt. Kurz seufzt, legt seine Beine lässig auf den Tisch. „Verfassung? Recht? Langweilig“, ruft er. Im Hörsaal findet er sich ohnehin noch schwer zu Recht, der Plenarsaal war ihm lieber. „Im Parlament kannst du stundenlang am Handy spielen, hier schaut gleich der Prof schief, wenn ständig der Candy Crush High Score piepst.“

Der Professor beginnt zu sprechen, Kurz unterbricht ihn sofort, steht auf und breitet seine Arme aus. „Darf ich einführend vielleicht ein paar Worte sagen?“ Der Professor weist Kurz zurecht und fragt ihn, ob er denn Verfassungsexperte sei. „Vielen Dank für diese Frage, Sie kennen mich, die Verfassung unseres schönen Landes war mir immer wichtig, und auch meine Verfassung ist wichtig. Wie Sie sehen können, bin ich in sehr guter Verfassung“, erklärt Kurz ernst.

Er spannt seine Brustmuskeln an. „Wie Sie wissen, sind das Fakten, und Sie kennen mich, also wissen Sie das, aufgrund dieser Fakten, die Sie ja wohl nicht in Frage stellen können, würden Sie mir wohl zustimmen, dass ich ein Verfassungsexperte bin, darüber sind wir uns alle einig.“ Kurz schaut sich um. Zwei AG-Jus-Mitglieder applaudieren und bringen ihm Mittagessen, weil er noch nicht gegessen hat. Kurz setzt sich zufrieden.

Schritt zur Seite

Nachmittag, Gruppenarbeit. „Ich mache gerne einen Schritt zur Seite“, erklärt Kurz und überlässt die Arbeit am Referat seinen Kollegen und Kolleginnen. „Wer arbeiten geht, darf nicht der Dumme sein. Also, wer von euch ist am wenigsten dumm? Der sollte die Arbeit machen. Sonst kriegen wir alle einen Fetzen. Das kann ich medial derzeit gar nicht gebrauchen.“ Seine Kollegen schauen sich irritiert an. Kurz blickt auf die Uhr: „Bitte Vollgas geben!“

Er selbst habe Wichtigeres zu tun. „Das ÖH-Magazin macht gerade eine Umfrage, welcher Jus-Student den geilsten Herbst-Look hat, da muss ich noch ein bissl… ähm… nachjustieren.“ Kurz trifft in der Mensa einen Studienvertreter, schlägt ihm ein Gegengeschäft vor: „Ihr schreibts mich auf Platz eins, dafür sorg ich für eine Lockerung der Hackysack-Gesetze im Votivpark und lasse einen Behindertenparkplatz für den SUV von deinem Papa umwidmen.“

Eklat

Wenige Tage später. Kurz gibt seine erste eigene Seminararbeit ab, es kommt es zum Eklat. Die Anti-Plagiatssoftware springt an, angeblich habe Kurz alles von einem Studenten abgeschrieben, der im Hörsaal immer ganz rechts außen sitzt. Kurz rechtfertigt sich: „Das mach ich immer so, und überhaupt, was wurde aus der Unschuldsvermutung? Sie kennen mich, deshalb sage ich ihnen meine Vermutung auch ganz offen: Ich bin unschuldig!“ Der Professor lächelt und gibt ihm ein „Sehr gut“.

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Unfassbar, der Gesalbte sitzt mitten unterm Pöbel! Was sagt Schmidt dazu?

Bearbeitet von Gatonero

„der Gesalbte“ – das heißt bitte „Der Gegelte“

Vom Dickpic-Thommy hört man komischerweise in letzter Zeit überhaupt nichts mehr!

Der sitzt wegen der Beinschab jetzt ganz tief in der Tinte.

Der sortiert seine Dickpics

Im Zeugenschutzprogramm hält man sich auch besser von Facebook, Instagram und Whatsapp fern ;)

Wieder mal Spitze! Jo, Jo!😆😅🤣😂

Zweimal jüngster Staatschef der Welt und jetzt noch längste Studienzeit der Welt. Rekordverdächtige Kombination

Wenn sich der Duft der Presomption d’innocence nach und nach verflüchtigt, kommt eventuell noch eine längere Häfnzeit dazu.

Kanzler, nicht Präsident ;).

Köstlich . . .

Présomption d’innocence – hier die Übersetzung für die nicht so Francophilen: Unschuldsvermutung (no na *gg*)

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