„Und habts scho was gfunden, jo, jo?“: Höflicher Kurz führt Ermittler durch besenreine ÖVP-Zentrale


Kurz zeigt die leeren Räumlichkeiten der ÖVP
DRAGAN TATIC / APA / picturedesk.com (M)

Als guter, überaus höflicher Gastgeber, erwies sich Bundeskanzler Sebastian Kurz heute bei der Hausdurchsuchung in seinen Räumlichkeiten. Wie versprochen, war tatsächlich nichts mehr da. Die Büros wurden der Staatsanwaltschaft besenrein übergeben.

WIEN  – Verschlafen setzt Sebastian Kurz seinen geschredderten Kalender zusammen. „6 Uhr Aufstehen, 7 Uhr auf Arbeit fahren, 8 Uhr Razzia im Bundeskanzleramt, 11 Uhr Mittagessen mit der Agrarlobby. Das wird ein produktiver Vormittag!“ freut sich der ÖVP-Parteichef und streift sich die Beine an seinem Bettvorleger Peter L. Eppinger ab. Kurz zieht sich seinen Sebastian-Kurz-Pyjama aus und starrt minutenlang das überdimensionale Selbstporträt in seinem Schlafzimmer an, um Kraft zu tanken.

Zugriff

Parteizentrale der ÖVP, 8 Uhr. Ein Knall, die Tür wird aufgebrochen, Ermittler stürmen in den Raum. „Zugriff, los, los, los, wir rollen und tun es! Da habt’s den Wisch mit dem Durchsuchungsbefehl und jetzt owe aufn Boden, Hände hoch, und aussa mit de Schlepptops!“

Kurz gibt sich erstaunt. „Na nu, grüß Gott! Das ist aber eine Überraschung! Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Wollts einen Kaffee, jo, jo? Ich hab gestern einen Kuchen für euch gebacken. Und bitte, zieht’s euch die Schuhe aus“, ruft er, während Ermittler durch das Fenster einsteigen und sich vom Helikopter auf das Dach abseilen. 

Die Ermittler schauen sich um. „Ah so, ihr kommt wegen den Chats und Festplatten? Ojemine, ihr seid leider zu spät. Das tut mir Leid.“ Gaby Schwarz mischt sich ein: Es ist nichts mehr da! Also, es war auch nie was da. Was nicht ist, kann nicht sein.“ Ein Ermittler nippt an seinem Flachmann. „Unsere Leute im BMI haben uns vorgewar– ähm, Journalisten haben bei uns angefragt, was da dran ist an einer Hausdurchsuchung.“

„Und habts scho was gfunden, jo, jo?“, erkundigt sich der Kanzler immer wieder höflich. Er wirkt tiefenentspannt und spielt auf seinem Handy herum, das ihm laut Durchsuchungsbefehl nicht abgenommen werden darf, da der Handyvertrag auf seine Mama läuft. „Wie heißt es so schön? Wer nichts zu verbergen hat, weil alles schon geschreddert ist, hat auch nichts zu befürchten. Und: Wer suchet, der nichts findet.“ 

Doch die Ermittler sind noch nicht fertig, wollen auch das Kanzleramt durchsuchen. Kurz überlegt einige Sekunden, dann fällt ihm die Kaffeetasse aus der Hand. „Bitte, was wie wo? Ich bin schockiert. Na, dann schauen wir uns das mal an. Wie Sie wissen, bin ich selbst auch immer wieder im Kanzleramt, weil ich der Kanzler bin.“ 

Verkehrsbehinderung

Eine Abfahrt mit Dienstautos war nicht möglich, weil alle Zufahrtsstraßen zur Lichtenfelsgasse mit Kinderwagen-schiebenden Müttern verstopft sind. Vor der Tür halten Polizisten Schutzschilde in die Höhe, um ihre Köpfe zu schützen: „Dort oben am Dach bewirft uns irgendein wildgewordener Igelmensch mit Steinen“, seufzt ein Polizist. „Schleicht’s eich ihr linken Zellen!“, hallt ein greller Schrei von oben herab.

Endlich kommt der Tross im Kanzleramt an. „Sorry, es ist nicht aufgeräumt, wir waren nicht auf Besuch eingestellt“, sagt Kurz und lässt die Ermittler durch die Tür. Der Boden glänzt, ein Aroma-Diffusor verströmt den Duft „Innocent Vanilla“, im Kachelofen knistern Laptops.

Plötzlich läutet das Telefon, Kurz hebt ab. „Ja, hallo? Aha, ok.“ Er schaut grinsend zum Staatsanwalt: „Das ist für Sie!“ Der Staatsanwalt hält sich den Hörer ans Ohr, lauscht, erbleicht, und nickt: „Jawohl, zu Befehl, entschuldigen Sie die Störung. Kollegen, die Razzia ist abgeblasen! Befehl von ganz oben, von Kurz‘ Mama. Er hat Hausarrest und darf derzeit gar keinen Besuch empfangen.“

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Sehr erheiternd nach der zunächst erfreulichen und erleichternden Entscheidung des Kanzlers zurückzutreten und der enttäuschenden Nachricht seines lediglichen zur Seite Tretens in ein weiteren politischen Funktion, die ihn eine Immunität ermöglicht, mit der uns ein weiteres Schattentheater geboten werden wird , der Puppenspieler Basti seine Machtspiele fortsetzen wird. ein kleverer Schachzug des Herrn Kurz!

🤣🤣

De Bundesopuntie soid die Tågespresse abbonian….weu tsum Låchn wiad sunst nimma vü haum

Liebe Redaktion wo kann man „innocent vanilla“ kaufen?

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