„Toleranz zeigen“: Café Prückel erlaubt Homo-Küsse nach HIV-Schnelltests


Prückel

Nach massiven Homophobie-Vorwürfen zeigt sich das Wiener Café Prückel nun einsichtig: Ab sofort sind Küsse von Lesben und Schwulen erlaubt, nach einem unkomplizierten HIV-Schnelltest. „Wir wollen uns mit dieser toleranten Geste bei allen entschuldigen, die leider nicht heterosexuell sind“, sagt die Prückel-Chefin.

Darüberhinaus betont sie: „Wir schreiben hier Toleranz ganz groß“. Für homosexuelle Gäste werde es ab sofort einen sogenannten Darkroom geben – ein abgedunkelter Bereich, in dem Zärtlichkeit erlaubt ist: „Bis hin zu perversen Spielarten, wie etwa ein Wangenbussi“, fügt die Chefin verständnisvoll hinzu. „Es gibt ja auch viele nette Schwuchteln. Das muss gesagt werden.“

Damit Homosexuelle als solche erkennbar sind, teilt das Café Prückel nach den bestandenen HIV-Schnelltests rosa Party-Hüte aus: „So wissen wir, gegen wen wir nicht diskriminieren dürfen.“ Einmal im Monat wird es eine Kostümparty im Darkroom geben. „Jeder weiß, dass sich alle Homos gerne verkleiden, schrill sind und eine ganz andere Persönlichkeit haben als normale Heterosexuelle.“ Auf diese Andersartigkeit will man respektvoll eingehen.

Am Weg zum WC wird es eine kurze Begegnungszone mit heterosexuellen Gästen geben – sie soll ein langsames Gewöhnen aneinander ermöglichen. Auf gesellschaftliche Veränderungen müsse man eben so offen reagieren – auch wenn sie sehr riskant sind. „Auch das Wahlrecht für Frauen, ein riskantes Experiment, hat unter anderem positive Seiten. Das erkennen wir an.“

Die angekündigte Protestkundgebung mit über 7000 Facebook-Zusagen bereitet dem Café keine Sorgen. „Die FPÖ hat uns ihre Unterstützung zugesichert.“ Falls die Lage eskaliert, werden HC Strache und Johann Gudenus oben ohne auf Lipizzanern herbeireiten und den Eingang abschirmen. Auch ein Weihwasserwerfer steht bereit. Abschließend äußert die Prückel-Chefin noch einen Wunsch: „Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages die Moralvorstellungen des 20. Jahrhunderts ablegen lassen, und wir weiterziehen – ins 19. Jahrhundert.“

(Sebastian Huber. Foto: Andreas Pöschek/viennaphoto.at, Montage)

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Oida i versteh des eh ned …da führn si 2 (wahrscheinlich) voll geile hasn miteinanda auf ..und den Kellner stört des ? …könntet der Kellner nicht
ein warmer sein ..denkts einmal darüber nach ..denkts nach ..lass ma
uns von der schwulenlobby nimmer verarschn

Trotz aller scheinbaren Bemühungen um ‚Toleranz‘ seitens der Prückel-Chefin wirkt deren Einstellung reichlich reaktionär. Ihr harsches Vorgehen, das sie jetzt abzumildern versucht, könnte auf eigene – unterdrückte – lesbische Gefühle hinweisen. Man ist an so manchen Kirchenfürsten erinnert, der Homosexualität verteufelt und empfiehlt, dagegen zu beten (und sie in mehr als unangemessener Weise auslebt).

Lieber „Homo-Küsse“, statt „Neger-Küsse“…

Uii, oder hätte ich das jetzt nicht posten dürfen???

Ich find die Aktion bzw. Reaktion mit Prückel mehr als überzogen.

Im Endeffekt torpediert man mit solchem Aktionismus eher die ernsthaften Anliegen der
gleichgeschlechtlich orientierten Menschen in dem Land, als das man hilft Diskriminierung zu reduzieren.

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