Chronik

Tierschützer wollen Braunbären in Wien ansiedeln

WIEN – Der Bär ist nach Österreich zurückgekehrt. Nachdem er lange Jahre als ausgestorben galt, dürften mittlerweile mehrere Dutzend Braunbären in Österreichs Wäldern leben. Nun setzen sich die Tierschützer des WWF das nächste ehrgeizige Ziel: innerhalb der nächsten Jahre will man mehrere Braunbären im Wiener Stadtgebiet ansiedeln.

„Seit fast einem ganzen Jahrtausend hat sich kein Braunbär mehr in Wien blicken lassen. Seit sich der Mensch dort breitgemacht hat, sind sie verschwunden. Es ist fürchterlich“, meint Christof Kalder vom WWF-Bärenprojekt. Doch das soll sich nun ändern: „Wir wollen den Bären zurückbringen. Wir wollen ihm das wiedergeben, was der Mensch ihm genommen hat.“

Testweise soll nun jeweils ein ausgewachsener Braunbär im Prater sowie im Augarten ausgesetzt werden. Ein Team von Umweltschützern soll dann genau beobachten, wie sich die Bären dort einleben.

Doch die Bevölkerung brauche keine Angst zu haben, meint Walder. Braunbären ernähren sich in erster Linie von Kleintieren wie Eichhörnchen oder Mäusen. Übergriffe auf Menschen seien nur wenige bekannt. „Der Braunbär gilt als nicht sehr aggressiv. Wenn Sie demnächst während Ihres Sonntagsspaziergangs also einen antreffen, haben Sie keine Angst. Stellen Sie sich einfach tot.“ Des weitern sei es nicht ratsam, mit dem Hund im Umfeld eines Bärs spazieren zu gehen; dies würde den Bären nur unnötig provozieren.

„Wir werden hier eng mit der Bevölkerung zusammenarbeiten“, kündigt Kalder weiter an. Wenn die oben genannten Verhaltensregeln befolgt werden, stehe einem harmonischem Zusammenleben zwischen Mensch und Bär auch in der Stadt nichts im Wege.

Als Beispiel für ein solches Zusammenleben nennt Walder die Bärenpopulation in Kärnten. Die dortigen Bären hätten in den letzten Jahren lediglich vierzehn Menschen verspeist, die meisten davon Pensionisten. „Die Bären leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Pensionssystems“, stellt Kalder fest.

(Foto: Wikipedia / Bobisbob)

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