Sparmaßnahmen: Bundesheer absolviert Militärübungen nur noch mit „Call of Duty“


Call of Duty

Drastische Schritte verkündete heute Verteidigungsminister Gerald Klug. Angesichts der angespannten Budgetsituation beim Heer werden alle Militärübungen ab sofort nur mehr mit dem Ego-Shooter „Call of Duty“ absolviert. Alle Übungen mit echtem Gerät werden dagegen abgesagt.

„Die Entwickler haben extra eine Version für das Bundesheer kreiert“, erklärt Brigadier Hermann L. und zeigt uns die Verpackung von „Call of Duty – Austrian Warfare, oida!“ Dafür wurde nicht nur die KI (Anm.: Künstliche Intelligenz) um einige Stufen zurückgesetzt. Es wurden auch spezielle Landkarten integriert, die das österreichische Heer in ihrer gewohnten Umgebung zeigen, wie etwa dem Marchfeld, die Tiroler Berge oder das Rotlichtviertel in Wien.

Zusätzlich zu den normalen Waffen gibt es außerdem mehr als 50 verschiedene weiße Fahnen, mit denen man sich in unterschiedlicher Stärke ergeben kann. Außerdem trifft man im Spiel auf betrunkene Offiziere, die man vor Friendly Fire schützen muss, sowie diverse Eurofighter, die immer wieder wahllos von oben herab stürzen.

Besonders herausfordernd für die Rekruten ist die Mission „Snow Patrol“: Mit einer Gruppe von anderen Rekruten muss man acht Stunden lang wiederholt die X-Taste drücken, bis die gesamte Kaserne vom Schnee geräumt ist.

„Anfangs war ich ja sehr skeptisch, aber man gewöhnt sich daran“, erzählt Brigadier Hermann L., der seit Jahrzehnten beim Heer tätig ist. Lediglich die „sehr unrealistische Grafik“ störe ihn: „Diese Figuren im Computerspiel sind durchtrainiert und haben kantige Gesichter. Mit den aufgedunsenen Wimmerlgsichtern, die da jedes Jahr bei uns als Rekruten anfangen, haben die nix gemeinsam.“

Ein Lokalaugenschein am Truppenübungsplatz Allentsteig. Auf mehreren Reihen Heurigenbänken stehen Dutzende X-Box Konsolen, die von mehreren Soldaten bedient werden. Dazwischen läuft der Kommandant von Bildschirm zu Bildschirm und gibt Befehle.

Plötzlich schreit ein Soldat auf. Seine Spielfigur wurde getroffen. Auf dem Bildschirm neigt sich die Lebensenergieanzeige dem Ende zu. Um zu überleben, stürmt der Soldat mit seiner Figur ein Wirtshaus, schießt den Dorfalkoholiker von der Bar und kippt schnell ein Bier, bis endlich die Energieanzeige wieder ansteigt.

Erst spät in der Nacht zieht der Offizier den Stecker. Bilanz des Tages: Vier Schlachten wurden verloren, acht Schlachten wurden klar verloren. Ein Soldat muss mit dem Notarztwagen abtransportiert werden, da er sich beim Spielen einen Hexenschuss zugezogen hat.

Hier sieht Minister Klug auch den Nachteil der Online-Übungen: „Die Soldatna sitzen nur herum, haben Kreuzschmerzen und setzen schon einen Bauch an. Die brauchen mehr Bewegung und Sport.“ Da die Fitnessgeräte in den Kasernen aber noch aus der K.u.k. Monarchie stammen, wurden die Rekruten vorerst aufgefordert, täglich mindestens zwei Stunden FIFA auf der XBOX zu spielen.

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(Jürgen Marschal. Foto: GVS, Doppeladler, Montage)

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Das Spiel kauf ich mir sofort, besonders die 50 verschiednen weißen Flaggen haben mich vollends vom Realismus des Produktes überzeugt!
ALLERDINGS fehlt mir persönlich ein Garde-Modus in dem man den Feind zu tode exerzieren kann. Falls man die Schlacht verliert kann man gleich seinen eingenen Kondukt laufen…
Herr Klug, ich schlage vor sie erkundigen sich um diese wichtige Funktion. Vielleicht gibt es ja bereits ein Expansion-Pack!

„Die Soldatna sitzen nur herum, haben Kreuzschmerzen und setzen schon einen Bauch an. Die brauchen mehr Bewegung und Sport.“

Deswegen ist die deutsche Bundeswehr schon lange auf Wii umgestiegen…

Nach Aluminiumabrieb auch mysteriöser Gummiabrieb

Nachdem das Alugeschirr der Rekruten für den Gebrauch gesperrt wurde, weil ein hoher, möglicherweise gesundheitsdgefährdender Abrieb festgestellt wurde, droht beim Bundesheer das nächste Ungemach. Der Grundwehrdiener Fritz S. hat bei seinen kürzlich ausgefassten Stiefeln – im Jargon auch Käseglocken genannt – einen Abrieb der Sohle nach einem 20 km Marsch festgestellt. Jetzt herrscht Betroffenheit, ob der abgeriebene Gummi etwa eingeatmet oder sonstwie inkorporiert wurde und Krätze, Krebs, Aids oder ähnliches auslösen könnnte. Die Beschwerdekommission wurde eingeschaltet und hat einstweilen eine interne Untersuchung des Falls angekündigt.

Da es unter dem Kaiser noch keine XBOX gegeben hat, halte ich Ihre Behauptung, das Bundesheer besässe irgend etwas derartiges, einfach für ein Gschichtl.

Herr BM Klug

Ich schätze ihren Beitrag zur Budgetkonsolidierung sehr und möchte auch etwas beisteuern.

Meinem Hoppelhasen ist langweilig. Statt sinnlos auf der Tastatur herumzuspringen, könnte er ja auch etwas zur Landesverteidigung beitragen. Er ist sehr wissensdurstig. Er ist eine echte Kämpfernatur, nicht so eine Memme wie HC.

Bitte um Infos wo er sich zur Stellung melden kann.

(Selbstdarstellung: Für ein Bund Karotten und anderes Gemüse mach ich jeden Feind platt.)

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