Chronik

Sogar Grüne lehnen Asyl ab: Telering-Inder wird abgeschoben

Telering

Nach den Zeltstädten gibt es erneut Aufregung in der Flüchtlingsdebatte. In einer Nacht- und Nebelaktion hat die Fremdenpolizei den Telering-Inder in Schubhaft genommen, um ihn noch diese Woche nach Indien abzuschieben. Politik und Menschenrechtsorganisationen begrüßen die Entscheidung.

„Wir waren lange tolerant, mussten jetzt aber handeln“, begründet das Innenministerium die Entscheidung. „Die Auftritte des Telering-Inders erfüllen mehrere Straftatbestände, insbesondere der seit langem andauernde und gezielte Anschlag auf den öffentlichen Anstand waren ausschlaggebend für die verhängte Schubhaft.“

Der Telering-Inder selbst wehrte sich bei seiner Verhaftung: „Ich bin Schauspieler! Das ist doch bloß eine Kunstfigur. Das ist ein Irrtum!“, schrie er und übergab den Behörden als Beweis mehrere Dokumente und sogar seinen österreichischen Pass. „Leider sind bei uns keinerlei Papiere eingelangt“, beteuert jedoch ein nervös wirkender Polizist, während er den Reißwolf wieder zurück in den Schrank stellt.

Der prominente Schubhäftling fürchtet um seine Zukunft, denn in Indien drohen lächerlichen Werbefiguren per Gesetz bis zu 30 Jahre Kerker. Die Caritas steht in diesem Fall auf der Seite der Behörden und erklärt die Problematik: „Frag doch den Inder!, wollte er uns immer weismachen. Aber wozu? Warum soll ich einen Inder fragen, was hier in Österreich die günstigsten Handytarife sind? In Indien wird ja auch nicht der Seppl aus Tirol gefragt, wo man in Kalkutta die billigste Versicherung abschließen kann.“

Der Telering-Inder hoffte bis zuletzt auf die Unterstützung der Grünen, doch selbst Peter Pilz erklärte, dass er den Schubhäftling nicht vertreten kann: „Es tut mir leid, aber diese Woche kann ich leider nicht, da muss ich Wäsche waschen, fernsehen und… nein, ich kann leider wirklich nicht.“

Inzwischen solidarisierte sich auch die Kunstwelt. Elfriede Jelinek behandelt den Fall in ihrem experimentellen Theaterstück „Baba und foi ned“, während Andre Heller in seiner Performance „Indien, Indien“ darstellen will, dass er der größte Künstler aller Zeiten ist. Vor der Uni Wien versammeln sich zur Zeit 4.000 Studenten, die lauthals für die Abschiebung protestierten.

Bei seinem bisherigen Arbeitgeber, Telering, plant man bereits für die Zukunft, will aber weiterhin auf Migranten setzen. „Das Konzept hat sich bewährt“, verrät ein Pressesprecher. „Wir casten bereits für den neuen Werbespot mit Ramsan, dem Telering-Tschetschenen.“

Der Telering-Inder selbst musste inzwischen auch den letzten Funken Hoffnung aufgeben. Die Polizei gestattete ihm einen Anruf an den einzigen Anwalt, der ihn doch noch vertreten wollte. Leider konnte der Inder den Anwalt nicht erreichen, da das Telering-Netz überlastet war.

Weiterlesen: Österreich ab sofort wieder ganz normale homophobe Bananenrepublik

(Jürgen Marschal. Foto: Telering)

16 Kommentare

16 Comments

  1. Leonie

    19.06.2015 um 11:00

    ihr habts sie nicht mehr beginnt mit den abschieben bei denen die nach 10 Jahren keinen deutschen Satz rausbekommen und nicht der der sie integriert hat wegen Hautfarbe kann er auch nix oder beginnts mal bei den xtausend „Flüchtlingen“ alle die männlich zwischen 20-45 Jahren sind und ihre Frauen und Kinder im „Krieg“ (oder wieso sie immer geflohen sind) kämpfen/lassen. einfach nur lächerlich ich warte auf die Zeit wo man sich als Österreicher sich nicht mehr als Ausländer fühlen muss weil man einfach kein Deutsch auf der Straße hört oder einfach die Mehrheit einer Klasse keine Österreicher sind. ihr vernichtet Österreich
    die Schweiz sind gescheiter sie wollen nicht in die EU weil sie wissen Weltuntergang
    wieso gibt es immernoch kein Lichtbild auf der ecard? damit die arschxxxx weiter 5 blinddarmentfernungen auf einer karte haben können? (wurde bewiesen)tja da sind die deutschen uns 3 Jahre voraus
    ihr würdet den Ärzten echt eine freude machen immer hin haben sie dann kein problem mit solchen die meinen um 3 uhr ich brauch Arzt obwohl nur eine oberärztin dienst hat und der dann voll den aufstand macht so schlimm kann die verletzung oder Problem dann auch nicht sein
    bevor ich auf der Straße lebe töte ich lieber menschen damit ich 3x warme Mahlzeiten am tage habe (habe jetzt gerade mal 1) im sommer klimeranlage (hab ich nicht mal an der schule) im Winter Heizung recht auf fernseher und sonst vieles mehr denen geht’s besser als den ganzen die Arbeitslosengeld bekommen einfach traurig
    sich aufregen das der Herr Kurz die familienbeihife für familien wo vater in österreich ist und der rest irgendwo in einen anderen sind kürzen will ist auch traurig wieso geld nicht ganz streichen und den österreicher damit helfen auf die idee schon mal gekommen? nein? traurig!

    • kajetan

      22.06.2015 um 13:19

      Bist jetzt fertig mit Hyperventilieren?

    • Googlehupf

      13.07.2015 um 10:07

      Ja, beim Beitrag von Leonie muss man bewundert anmerken, dass Sie, obwohl offensichtlich erst sehr kurz in Österreich, ein zwar weitgehend fehlerhaftes, aber doch relativ verständliches Deutsch beherrscht.
      Sollte es mit den Bemühungen Leonies weiterhin so vorangehen, wird sie vielleicht noch die österreichische Staatsbürgerschaft erlangen.
      Alles Gute bis dahin!

  2. Peter Hofmueller

    07.06.2015 um 10:03

    Um „den“ist wirklich nicht schade

  3. Illumin232135

    01.06.2015 um 02:25

    Jedes Wort ist ein Vorurteil.

    Nietzsche

  4. Horst

    30.05.2015 um 14:45

    Der Inder stört mich nicht. Man sollte eher die Familie Putz abschieben….

    • Peter Hofmueller

      07.06.2015 um 10:04

      Natürlich auch,am BESTEN sofort!

  5. Roland

    29.05.2015 um 10:02

    Toller Artikel!

    Und ich muss leider zugeben: Nicht das ich im Allgemeinen die aktuelle Abschiebepraxis würde immer/oft gutfinden.

    Aber im Fall des „Inders“: Bravo!!! Der gehört unbedingt nach Hause geschickt, am Besten mit einem Gratishandyvertrag eines indischen Providers damit der Gute nicht ohne Telefon auskommen muss!

    :-)

    Außerdem unterstelle ich das in dem Turban eine nicht genehmigte Fixstation untergebracht ist für Mobiltelefonie.

  6. Besorgter Mitbürger

    28.05.2015 um 11:26

    Der Artikel bringt mich zu der Frage, was mit unserem Rastafari-Freund BASTA passiert ist? Ist es Absicht, dass er einfach „von der Bildfläche verschwand“?

    Und wo ist GÜNTA, der billige, rote Abklatsch des Cookie Monsters? Ebenfalls einfach abgeschoben?

  7. Jota

    27.05.2015 um 16:41

    Zweifellos war die Abschiebung wie immer ausgezeichnet begründet und sachlich gerechtfertigt. Was mich allerdings wundert, ist, dass bisher nur der Inder abgeschoben wurde. Denn „seit langem andauernde und gezielte Anschläge auf den öffentlichen Anstand“ gibt es in wesentlich größerem Umfang, Nach groben Schätzungen betrifft dies ca. die Hälfte bis zwei Drittel aller öffentlichen Auftritte. Besonders Politiker, Seitenblicke-Gesellschaft und Sportreporter schrecken vor nichts zurück. Von daher wäre eigentlich mit einer Abschiebeflut zu rechnen, die sich mit der angeblichen Asylantenflut in etwa die Waage hält. Soll die Abschiebung des Inders vielleicht davon ablenken, dass alle anderen Anschläge mit voller Wucht weiter stattfinden?

  8. Ka_Sandra

    25.05.2015 um 20:11

    Selber schuld. Das kommt davon, wenn man Inder Hood ist statt auf der Hut…..

    Ob „Weg mit dem Speck“ oder „Frag doch den Inder“, die Telering-Kampagnen zeichnen sich verlässlich durch besondere Dämlichkeit aus.

    Die haben einfach kein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Werbe-Agenturen.

    Möcht gar nicht wissen, wieviel Telering dafür ausgibt.

  9. james

    25.05.2015 um 16:48

    Ihr solltet euch lieber lustigmachen über Tele Ring und die Eigentümer Deutsche Telekom,
    die diese rassistischen Werbungen drehen.

    Der Kerl selbst spricht wie mir ein hiesiger Schauspieler&Regisseur erzählt hat in Wirklichkeit akzentfrei und macht das nur für Telering! Das spricht leider nicht für Österreich.

    • Kajetan

      25.05.2015 um 17:19

      Aber wirklich! Dieser Rassismus heutzutage spottet jeder. Beschreibung nämlich. Wie kannst du Rassist es wagen, diesen netten Mann als „Kerl“ zu bezeichnen!
      Pfui, schäm dich.

  10. Florian

    25.05.2015 um 14:37

    Wiedermal ein echt witziger Artikel

  11. Rechtschreibpolizei

    25.05.2015 um 13:54

    Es heißt weismachen. So wie in „weise“. Super Artikel!

    • Die Tagespresse

      25.05.2015 um 15:09

      Danke, ausgebessert!

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben