Seilbahn doch zu teuer: NEOS planen Tellerlift von Ottakring nach Hütteldorf


Tellerlift auf der Ottakringer Straße
R Arno, DI Horst Thaller (Wikipedia)

Mit Plänen für eine Seilbahn von Ottakring nach Hütteldorf machten die NEOS von sich reden. Doch ein Blick in die Stadtfinanzen zeigt: das ist nicht drin. Stattdessen zieht der kleine Partner in der Wiener Landesregierung jetzt offenbar einen wesentlich kostengünstigeren Tellerlift vor.

WIEN – „Ich habe einen Traum“, gibt sich der neue Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr kämpferisch. „Dass unsere Kinder eines Tages von der Seilbahn aus buchstäblich auf die Arbeiterkinder herunterblicken können.“ Wiederkehr präsentiert ein Modell und setzt eine Playmobil-Figur mit zwei Champagner-Flaschen in den Händen in eine Karton-Gondel. „Der Maßstab stimmt noch nicht ganz. In echt sind die Flaschen dreimal so groß wie ich.“

Think big

Die NEOS meinen es ernst. Sie wollen das Wiener Verkehrswesen von Grund auf revolutionieren: „Think big“, sagt Wiederkehr. „Ein Railjet vom Hauptbahnhof zur U1-Station Hauptbahnhof. Ein Raumfahrtprogramm, mit dem wir bis 2040 den ersten Menschen zur Seestadt Aspern befördern. Ein Twincity Liner, der die Stadt Wien mit dem osteuropäischen Nachbarn Transdanubien verbindet.“

Widerstand

SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig wehrt sich aber intern gegen die Stadtseilbahn: „Ich bin als überzeugter Sozialdemokrat immer offen für Seilschaften, aber nur, wenn sie innerhalb der Partei von dubiosen Netzwerken zu undurchsichtigen Firmengeflechten führen. Außerdem ist Hütteldorf für uns eine No Go Area: Die U4, Rapid. Mit der Farbe Grün haben wir laut Parteistatut abgeschlossen.“

Im Rathaus dürfte man sich aber nun auf einen Kompromiss einigen: Ein Tellerlift, der Ottakring mit Hütteldorf verbindet. „In nur zwei Stunden kann man sich von der Wattgasse zum Kleingartenverein Hagenberg schleifen lassen“, erklärt Wiederkehr aufgeregt. Weiterer Streit droht aber über die Art der Teller. Die SPÖ besteht auf biegsamen Gummi, die NEOS wollen hingegen Gmundner Keramik.

Erster Test

Bei einem ersten Testlauf kommt der Tellerlift gut an. Lachende Kinder fahren mit Skis die Ottakringer Straße entlang. Mehrere Mercedes-Limousinen bleiben durch einzelne Schneeflocken, die auf die Straße geweht werden, stecken und gehen in Flammen auf. Wiederkehr lächelt zufrieden, denn er weiß: das ist erst der Anfang seines langen Weges.

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Von Wien zum osteuropäischen Nachbarn Transdanubien reicht für die enormen Distanzen kein Twincity Liner, es braucht definitiv mindestens einen Hyperloop. Bis die ersten Menschen die Seestadt Aspern erreichen ist dafür sicher auch schon das Stadtbudget saniert.

Einen Namen gibt es nach geheimen Informationen aus der MA 2412 auch schon: Schlepplift ohne Wiederkehr!

Toller Artikel! Am bezeichnendsten die Passage:“Weiterer Streit droht aber über die Art der Teller….“

Andererseits: ein Railjet vom Hauptbahnhof zur U-Bahn-Station Hauptbahnhof wäre schon toll. Man hätte natürlich bei der Planung darauf achten können, dass der Weg nicht so endlos lang ist, aber wenigstens bemüht man sich jetzt um eine Reparatur dieser Fehlplanung.

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