Schulreform: „Sehr gut“ nur mehr für Kinder mit dem richtigen Parteibuch


Faßmann vor Schulkindern
Dragan Tatic/BKA

„Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben“ – getreu diesem Motto gestaltet die neue Regierung das heimische Bildungssystem um. Die Note „Sehr gut“ erhalten künftig nur mehr Schüler mit dem richtigen Parteibuch. So werden Österreichs Kinder bestens auf das spätere Leben vorbereitet.

Schülerin Jennifer tritt in einem Gymnasium in Niederösterreich zur mündlichen Matheprüfung an. „Na, weißt du schon, wie lang die Hypotenuse ist?“, fragt Lehrer Walter Weidringer. Jennifer schreibt ihre SPÖ-Mitgliedsnummer auf die Tafel. „Oje! Das ist vielleicht in Wien die richtige Antwort, aber hier am Land weht ein anderer Wind! Du musst noch viel lernen. Fünf, setzen, drei Stunden Scheitlknien und 20 Vater Unser!“

In einer Neuen Mittelschule in Wien absolviert die 3A derzeit ihren Turnunterricht. „Endlich werde ich nicht mehr als letztes gewählt“, erklärt Schüler David nach dem Fußballspiel. „Seit ich bei der SPÖ bin, ist es den anderen Kindern egal, dass ich 30 Dioptrien und panische Angst vor fremden Füßen, Bällen und Fußbällen hab. Freundschaft!“

Broschüre klärt auf

In einer Infobroschüre an alle Schulkinder versucht das Bildungsministerium, mögliche Bedenken auszuräumen: „Es gibt gar keine Zwänge. Ihr habt bei der Auswahl des Parteibuchs völlig freie Wahl: entweder türkis oder rot.“

Faßmann vor Ort

Bildungsminister Heinz Faßmann besucht heute für einen Pressetermin die 5C im Döblinger Gymnasium. Es wird gerade ein neuer Klassensprecher gewählt. Der Kandidat Julius Lothar Sigismund gewinnt haushoch, Faßmann schüttelt ihm zufrieden die Hand. „Gratuliere, absolut verdient und das als völlig unabhängiger Kandidat.“

Ein als Schüler verkleideter ÖVP-Mitarbeiter baut noch stundenlang 600 Plakatständer mit dem Gesicht von Julius Lothar Sigismund ab. 

Experte zufrieden

„Endlich eine sinnvolle Reform“, erklärt ein Bildungsexperte vom BIFIE. „Zeigen Sie mir in ganz Österreich eine einzige Person, die jemals einen Job bekommen hat, weil sie so tolle Gedichtsanalysen verfasst, fließend Französisch spricht oder Integralrechnung aus dem Effeff beherrscht. Auch ich sitz nur da wegen meines Parteibuchs. Ich kann nicht einmal lesen, haha, ich sitz die ganze Zeit da in meinem Büro herum und zock Fortnite, gestern hat mich ein 10-jähriger komplett zerstört, fuck, das war schon bitter. Aber wenn ich ned aufmuck, werde ich nächstes Jahr dann Nationalbankdirektor.“

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Leider pure Realität

dieser F u r z niemals gute Noten bekommen.

Ja, wo? Und diese ausgestülpte Hose? Wo hat er das alles versteckt?

Parteibuch, weshalb er vor lernbereiten Kindern steht und sich glotzend wundert, wie man was in den Schädel kriegt: „Das ist bei mir ja überhaupt nicht gegangen!“

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