„Schönster Tag meines Lebens“: Glückliche Frau heute noch nicht von Ex-Partner ermordet


Glückliche Frau atmet durch
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Vom eigenen Ex-Partner umgebracht werden – wer kennt es nach neun Femiziden im Jahr 2021 nicht? Aber an einem lauen Frühlingstag im Schönbrunner Schlosspark passierte ein kleines Wunder: Eine Frau trennte sich von ihrem Partner, ohne danach von ihm getötet zu werden.

SCHÖNBRUNN – „Ich hab’s gar nicht glauben können. In der Früh hab ich mir noch extra ein Outfit rausgelegt, dass sich farblich nicht mit dem Blut schlagen würd“, erzählt Pia O. aus Wien. Sie hat sich heute Vormittag erfolgreich von ihrem Freund getrennt, ohne, dass dieser durchgedreht ist. Ein höchst ungewöhnliches Ereignis in Österreich. 

Verwunderung

„Vielleicht liegt es daran, dass er nicht genug gesoffen hat“, erzählt uns die junge Frau weiter. „Somit könnt so ein kleiner Frauenmord keine b’soffene G’schicht sein, die jedem Mann einmal passieren kann. Und das wär natürlich nicht österreichisch genug.“

Immer mehr Frauen, aber nicht alle, erleben diese Freudentage. Die Glücklichen sprechen davon, dass sie sich an diesen Tagen besonders lebendig fühlen. Eine ganze Industrie hat sich dahinter entwickelt. Torten mit Zuckerglasuraufschrift Just Alive oder auch Schärpen mit Not dead, till now, gibt es zu erwerben. 

Auf die Frage hin, ob sie daran zweifle, dass der Mann sie richtig geliebt habe, wenn er sie doch nicht umbringen wollte, werden wir vertröstet. „Vielleicht war er einfach nicht der Richtige. Aber kommt Zeit, kommt Rat, kommt die nächste Tat. Wir sind hier immerhin in Österreich!“

Patriarchat am Ende?

Immer mehr Männer setzen ein Zeichen gegen das Patriarchat, indem sie im Sitzen pinkeln oder ihre Frau am Weltfrauentag aussprechen lassen. Es kursieren auch Anekdoten von Männern, die im Haushalt helfen oder sich sogar die Namen ihrer Kinder merken. In Einzelfällen wird sogar von Männern berichtet, die ihre Gefühle nicht jahrzehntelang mit aller Gewalt unterdrücken bis sie durchdrehen, sondern mit ihren Freunden darüber sprechen.

Dass im Frauenmord-Trend-Land Österreich jemand seine Partnerin nach einer Trennung nicht umbringt, sorgt für Aufsehen. Kritiker sehen bereits das Brauchtum, der eigenen Frau hin und wieder eine zu dreschen, in Gefahr. Sie fordern, die alte Tradition als immaterielles UNESCO-Kulturerbe zu schützen.

Gegen Labels

Wir fragen bei Frauenministerin Susanne Raab nach ihrer Meinung zu diesem schönen Ereignis: „‚Schön‘? Ich verwehre mich gegen dieses Label„, seufzt sie. „Was ist schön? Darunter versteht jede Person etwas anderes: Manche finden es schön, nicht umgebracht zu werden. Andere wiederum finden es schön, ein Problem totzuschweigen, die strukturellen Ursachen zu ignorieren und keine wirkungsvollen Gewaltschutz-Maßnahmen umzusetzen.“

Frauenhelpline: 0800 222 555

Männerberatungsstelle Wien: 01 603 28 28

24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: 01 71 71 9

Frauenhausnotruf Wien: 05 7722

Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie: 01 585 32 88

White Ribbon Österreich: https://whiteribbon.at

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Danke für die Aufzählung der Notfallnummern. Satire hin oder her. Hier beweist der Autor Hausverstand und Empathie.

… und kratzt damit in letzter Sekunde die Kurve, weil: bis dahin dachte ich beim Lesen nur „Geht’s noch, Tagespresse?“ 🤦

Wenn ich einen Witz nicht kapiere, mache ich folgendes. Ich halte einfach mal den Schlapfen. Der Interessantheitsgrad für die Öffentlichkeit, dass man etwas nicht verstanden hat, geht nämlich meist gegen null.

Ich versteh die Kommentare nicht.
Der Artikel hat, aufmerksam wie die Tagespresse immer ist, genau die Problematik getroffen und beschrieben! In der Annahme, dass die Redakteure hauptsaechlich maennlich sind, finde ich es herausragend, sich so fuer die Frauenrechte einzusetzen. Nochmals herzlichen Dank dafuer!!

Ich denke auch dass dieses Thema zu traurig ist um es hier abzuhandeln.

Dieses Thema, das hierzulande gern totgeschwiegen wird, soll breitgetreten werden, bis es die Letzten kapieren, dass es reicht, den Tätern nicht rechtzeitig Grenzen zu setzen.

Wer sich da nicht auf die Schenkel klopft, gehört natürlich sofort mit Minus überhäuft.
Satire gehört unbedingt und immer applaudiert. Soweit reicht die Toleranz nicht, zu akzeptieren wenn jemand etwas einmal nicht so lustig findet.

Ist ein Minus für dich ein Indikator für fehlende Toleranz der BewerterInnen? Spannend. Zeigt, wie offen du in deiner Interpretation des dualen Bewertungssystems bist. Gute Nacht 🙂

👍

„….bis dahin dachte ich geht’s noch….“
Mimimi! Das ist SATIRE! Wenn du eine Witz nicht verträgst well er mal zu deinen Lasten bzw zu Lasten einer bestimmten Gruppe geht, dann lies solche Beiträge halt nicht.

dieses Thema so abzuhandeln war mir auch zu makaber!

Und „Anima“ gleich mit „Mimi“ titulieren… Si tacuisses 🤦

Ich denke es haben alle verstanden wie elitär und moralisch hochstehend Sie sind, im Gegensatz zum Pöbel hier, auch ohne Latein.

Selber schuld die Frauen. Sie wollen ja raus aus den sicheren Kellern.

Bearbeitet von Dachschaden

Auf die Frage hin, ob sie daran zweifle, dass der Mann sie richtig geliebt habe, wenn er sie doch nicht umbringen wollte, werden wir vertröstet. „Vielleicht war er einfach nicht der Richtige. Aber kommt Zeit, kommt Rat, kommt die nächste Tat. Wir sind hier immerhin in Österreich!“

Das ist so traurig. Und trotzdem hab ich gelacht. Was soll ma denn auch sonst machen.

„Auf die Frage hin, ob sie daran zweifle, dass der Mann sie richtig geliebt habe, wenn er sie doch nicht umbringen wollte, werden wir vertröstet. „Vielleicht war er einfach nicht der Richtige. Aber kommt Zeit, kommt Rat, kommt die nächste Tat.“

Ja das ist die beste Stelle. So böse wie wahr. Schadet manchen sicher nicht, mal deutlich den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Bei mir ist es umgekehrt, jedes Mal wenn nachher sowas in der Zeitung steht, denk ich ich bin in der Tagespresse – muss dann aber leider feststellen, dass die Leute wirklich so naiv sind. Es scheint für manche Frauen unvorstellbar zu sein, was eigentlich jeder wissen sollte: wie erkenne ich einen gewaltbereiten Mann? Es gibt IMMER GENÜGEND Anzeichen… wo sind die sozialisiert worden, am Mond? Und dann brauchts halt das Prinzip: Keine Beziehung mit einem gewaltbereiten. Wenn du das nicht hast… naja. Was willst du dann eigentlich nochmal genau? Das neueste Opfer war mit dem Bierwirt zusammen. MIT DEM BIERWIRT!… Mehr »

Liebe macht blind

Sie oder Ihresgleichen müssen die Eltern sein, die ihren kleinen Töchtern wenn sie heulend aus Kindergarten oder Schule nach Hause kommen, weil ein Junge sie „gehaun“ hat oder gemein war, dann beibringen „Das tut er nur, weil er dich eigentlich mag!“

Super dass Sie nochmals bestätigen, wie berechtigt diese Satire ist und sich gleich als zielgruppenzugehörig outen. Da müssen Sie ja mächtig stolz drauf sein. Mutter Theresa sieht blass aus neben Ihnen.

„Auf die Frage hin, ob sie daran zweifle, dass der Mann sie richtig geliebt habe, wenn er sie doch nicht umbringen wollte, werden wir vertröstet. „Vielleicht war er einfach nicht der Richtige. Aber kommt Zeit, kommt Rat, kommt die nächste Tat.“

Survivors rule: man (er)fndet einen Grund, warum Opfer eines Unglücks eigenlich eh selbst schuld sind. So kann einem dasselbe selber nichts passieren – denkt man.
Kenne einen Fall, wo ein guter, hilfreicher Familienvater „erweiterten“ Suizid beging, aber bei sich selbst dann doch zu feig war. Er war überzeugt „versagt zu haben“. Toxische Männlichkeit ist immer gefährlich (besonders für die Partnerinnen, Kinder, usw. aber auch für die Männer selbst), aber nicht immer erkennbar.

Das ständige Unmündig-Erklären der Frauen wird das Problem nicht lösen. Diesen Spin habe ich nie verstanden, überall wir die Anerkennung der gleiche Fähigkeit, Stärke und Eignung der Frau eingefordert. Nur nicht bei der Partnerwahl. Da haben Frauen als unmündige ahnungslose passive Leidende betrachtet zu werden, die niemals mit etwas rechnen können und von den normalen Lebensfunktionen des selbst Denkens und selbst Sehens „entbunden“ werden sollen. Tatsächlich ist es so, dass bestimmte Frauen solche Typen bewusst wählen und den Macho auch wollen, ihn auch verteidigen wenn sie gefragt werden. Aber stimmt! Dann muss man ja sagen „sie wurde unter Druck gesetzt“… Mehr »

Dem Opfer die Schuld geben, bravo.

Übrigens, das Opfer, das im Bierwirt-Prozess FÜR ihn GEGEN Maurer ausgesagt hat und damit ganz nebenbei allen Frauen mitten ins Gesicht spuckte. Sowas nennt man dann wohl „Boomerang“… es war ein sehr heftiger.

Bearbeitet von Walli

Er wird sie wohl unter Druck gesetzt haben

Ihnen dürfte entgangen sein, dass manche Frauen bewusst Machos wählen und verteidigen. Gerne auch auf Kosten anderer Frauen, die keinen so „geilen Kerl“ wie sie abkriegen. Da werden gern mal die Männer anderer Frauen verspottet, weil sie keine Machos sind. Nur so als Hinweis. Muss in dem Fall nicht so gewesen sein, aber wenn ganz Österreich nach zwei Monaten Bierwirt bereits wusste, mit wem man es da zu tun hat, ist das Argument, die Frau konnte es über 12 Jahre lang (so alt ist die Tochter) nicht bemerken, doch ziemlich blauäugig und dämlich.

Ja und manche Frauen tragen einen Schleier, ganz aus eigenem Willen, genau…. Es braucht sicher mehr als nur kurz mal ein drueber Nachdenken. Viele Muster sind einfach seit Generationen festgewachsen, da braucht es auch wieder Generationen, um das zu loesen. Die Menschheit war bei weitem nicht immer und ueberall ein Patriarchat, und jeder Frau (und auch jeder Mann), der dafuer kaempft, dass Frauen wieder selbstbewusster werden, ist mutig und macht es richtig. Jeder Mensch hat seine Staerken und Schwaechen, und in Summe ergaenzt sich das zu einem produktiven Ganzen. Alles was hier in den Hintergrund gedraengt wird, ist ein Nachteil… Mehr »

In der jetzigen Elterngeneration muslimischer oder türkischer Zuwanderer in Wien haben die Frauen zum Teil Kopftuch oder gar keines mehr getragen. Die 14-25jährigen tragen jetzt Hijab und wenn du sie fragst warum, grinsen sie böse und schmettern dir „Es ist meine freie Entscheidung!“ entgegen. Warum? Weil sie wissen, dass die kritische Masse bereits überschritten ist, sie müssen sich nicht mehr verstecken mit ihren Zielen und tragen die Verarschung auch mehr und mehr gern offen aus. Soviel zur „Unterdrückung der Kopftuchträgerinnen“.

Man kann schon mehr dazu sagen, zum Beispiel darauf hinweisen, dass Frauen 51 % der Bevölkerung ausmachen, und zwar IMMER SCHON. Wenn 49 % Männer 51 % unterdrücken wollten, dann hat das nicht nur deshalb funktioniert, weil die Männer zusammengehalten haben, sondern auch, weil Frauen unsolidarischer sind und waren und statt zusammenzuhalten, auch noch tendenziell eher auf andere Frauen losgehen und den Macho daheim verteidigen. Meiner Ansicht nach sind die frauenfeindlichen Frauen der noch größere Feind der Frauen, als die Männer es sind. Sie schwächen sich als Gruppe von innen heraus. Männer würden das nicht tun. Das ist ein Vorteil.

Bearbeitet von Walli

Das pauschale Unmündig-Erklären der Frauen wird das Problem nicht lösen. Mark my words.

Was ich von mir gebe hat aufs Leben keine Auswirkung. Hingegen Nicht-Mitdenken, Augen-und-Ohren-zuhalten, Uninformiert-bleiben, Alles-selber-besser-wissen, An-das-Gute-in-Gewalttätern-Glauben etc…. führt im Leben des Öfteren zu Unfällen. Das hab nicht ich so eingeführt, sondern der liebe Gott.

Bearbeitet von Walli

in einer jahrelangen rechtskonservativen und rechtspopulistischen Regierung kann man/frau auch nicht erwarten, dass das Bild der Frau in der Gesellschaft zurecht gerückt wird. Mammi steht am Herd und kocht für die Kinder, der Vater bringt das Geld nach Hause und bestimmt was läuft. So oder so ähnlich steht es im Parteistatut dieser türkis/schwarz/blauen Mächtigen. Die Frauen müssen willig sein, „lenkbar“. Da geht einem Macho schon mal die Sicherung durch, wenn dieses Bild nicht funktioniert. Und siehe die Budgetkürzungen für Frauenhäuser unter Blau/Türkis. Obwohl, es ist eine Schande, dass Frauen vor ihrem Schänder in ein Frauenhaus flüchten müssen. Kurz ist nicht… Mehr »

Zum Einen war die Frau die Expartnerin, somit nicht mehr mit dem Mann zusammen. Und zum Anderen: Meinen Sie, dass die Opfer also selbst schuld sind, dass sie ermordet wurden? Das wäre dann unfassbarer Zynismus. Manche Gewalttäter zeigen dafür Anzeichen, aber viele können sich auch sehr gut verstellen und präsentieren. Ich hoffe für Sie, dass Sie noch nie eine falsche Entscheidung getroffen haben in Ihrem Leben. Alle Erwachsenen in meinem Umfeld haben ExpartnerInnen, welche nicht alle ein Goldgriff waren. Glücklicherweise musste von diesen Leuten die Entscheidung nicht mit dem Leben bezahlt werden.
Hoch dem ersten Mai!

„viele können sich auch sehr gut verstellen und präsentieren“ Tarnen und Täuschen, Fressen und Gefressen werden. Ja, es geht im Leben schon auch ein bisschen darum, wachsam zu sein und dazuzulernen, idealerweise aus den Fehlern anderer. Das war nie verboten. In gewissen Kreisen scheint unter (jungen, aber auch älteren) Frauen allerdings ein möglichst stark ausgeprägtes AMIGA-Syndrom eine Art Statussymbol zu sein. Status für was, fragt sich. Dafür, unschuldig und naiv geblieben zu sein, weil man dann wieder genau so einen Typen kriegt, weil diese genau diese Frauen sofort aus tausend heraus erkennen? Naja… „mit Stolz“ tot sein zu können ist… Mehr »

Bearbeitet von Walli

Wenn Sie ein Umfeld haben, in dem es als „Glück“ geschätzt wird, die Trennung vom Expartner nicht mit dem Leben bezahlt zu haben, sollten Sie Ihr Umfeld verlassen und den Rest Ihres Lebens sinnvoller verbringen.
Korrektur: Ich würde es so machen (wobei mir das gar nie passiert wäre.). Was Sie tun und was Sie als „Glück“ bezeichnen, ist Ihre Sache.

Bearbeitet von Walli

Unsinn.

Genau. Alles richtig gemacht.

„Meinen Sie, dass…?“
Nein. Ich mein genau das was ich geschrieben hab.

Bearbeitet von Walli

Ach wir Frauen, Rechte sind überbewertet. Wir sollten uns einfach wieder unterordnen dann kann sowas nicht mehr passieren.

Wieso wieder?

Das + sofern Ihr text nicht ernst gemeint war.

thank you, captain obvious

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