Schöner wohnen mit der FPÖ: Waldhäusl führt durch sein Asylquartier


FPÖ NÖ/Montage

Schon seit Tagen versuchen linksextreme Medien wie ORF, Standard oder Krone, das Quartier für minderjährige Asylwerber im niederösterreichischen Drasenhofen schlecht zu machen. Jetzt rückt Gottfried Waldhäusl zum Gegenschlag aus. Exklusiv führt er DiE TAGESPRESSE durch das Anwesen, um zu beweisen: hier gibt es nichts zu sehen.

DRASENHOFEN – Um 9 Uhr morgens empfängt Waldhäusl uns am Parkplatz des umstrittenen Asylquartiers. „Sehen Sie selbst: Das ist alles – aber doch kein Straflager“, lacht Waldhäusl herzhaft, während er uns vorbei an den Wachtürmen durch die drei Sicherheitsschleusen in den durch Stacheldraht geschützten Betonbau führt.

„Und der Starkstrom-Elektrozaun außen herum ist auch nur zum Schutz vor wilden Tieren“, sagt Waldhäusl und zeigt auf eine Gruppe afghanischer Asylwerber, die versuchen, den fünf Meter breiten Wassergraben voller Krokodile zu durchschwimmen.

Waldhäusl kommt selbst aus einer Architektenfamilie, wie er stolz betont. „Das erkennen Sie schon an meinem Nachnamen ‚Waldhäusl‘. Meine Vorfahren waren renommierte Plumpsklo-Ingenieure. Wir haben das Braune quasi in unserer DNA.“

Gemütlichkeit

Waldhäusl zieht eine Trennscheibe zur Seite, um die per Riegelschloss versperrte Tür zu öffnen. „Bitte gleich die Schuhe ausziehen, wir haben hier im Haus für alle Neuankömmlinge sehr bequeme Birkenau-Schlapfen.“

Durch einen langen Gang, wo sich natürliche Elemente wie Schotter und Schimmel gekonnt verbinden, führt uns Waldhäusl direkt zum riesigen, fensterlosen Badezimmer. Helle Fliesen und dunkle Vergangenheiten müssen laut Waldhäusl kein Widerspruch sein.

„Die Duschen habe ich selbst nachgebaut. Das habe ich so in einer Gedenkstätte in Polen gesehen. Diese gelungene Melange aus Design und Funktion ist einfach unschlagbar. Jede der Duschen hat auch eine entspannende Waterboar- ich meine Wasserfall-Funktion“, so Waldhäusl, während er angestrengt versucht, das Lächeln eines Menschen nachzuahmen. Zügig lässt er mehrere auffällig große, leere Duschgel-Flaschen in einem Plastiksackerl mit der Aufschrift „Hier bin ich Herrenmensch, hier kauf ich ein“ verschwinden.

Wohltemperiertes Lebensgefühl

Über eine steile Steinstiege geht es schließlich in den ersten Stock, der auch im Shabby-Chic-Stil gehalten ist. „Wichtig war mir, dass ich das Lebensgefühl der Mieter, das sie von zu Hause aus kennen, eins zu eins hierher transportiere“, erklärt Waldhäusl und zeigt auf ein Zimmer, das er originalgetreu einer zerbombten Wohnung in Aleppo nachempfunden hat. „Ziegelsteine statt Polster. Das erdet dich wieder richtig. Das entschleunigt deinen Traum von Freiheit.“

Die Asylwerber haben es hier so gemütlich, dass sie das Gebäude gar nicht verlassen wollen. „Ich sage nur: dänische Hygge-Gemütlichkeit“, so Waldhäusl. Auch Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben. Waldhäusl bietet uns an, „zwei, drei Asylwerber mit nach Hause zu nehmen“. Er hat sie bereits liebevoll auf mehrere Tupperdosen aufgeteilt.

Nicht immer gestalten sich die Umbauten in seinem Asyllager leicht, gibt der FPÖ-Politiker zu. „Ab und zu gibt es Differenzen mit der Hausverwaltung, aber das war früher schlimmer unter der Firma Pröll“, erzählt Waldhäusl, und setzt sich auf einen ausgestopften Syrer, den er als Bettvorleger schön in das Ambiente eingefügt hat.

Gute Nachbarschaft

Schwierigkeiten mit den Nachbarn gebe es keine: „Das sind ganz normale Österreicher, da gibt es keine Probleme. Das Wegschauen und das Goschn halten liegt uns allen ja im Blut.“ Dass der ÖVP-Bürgermeister von Drasenhofen den Bau als „Schande“ bezeichnet, lässt Waldhäusl kalt. „Ich hab die Baugenehmigung von seinem Chef, da schaut’s her, der Stempel der Sebastian Kurz Import / Export / Deport GmbH, alles legal.“

Mit einem guten Gefühl und etwas Neid auf die Insassen verlassen wir gemeinsam mit Waldhäusl den Gebäudekomplex. Von außen verschweißt er wieder die Eisentür. Dann nagelt er sich ein neues Brett vor den Kopf.

Zum Schluss wird der Politiker ruhig, fast nostalgisch. „Manchmal spreche ich mit meinen Mietern. Viele davon haben Schreckliches erlebt. Krieg. Folter. Babymorde. Wir können froh sein, hier in Österreich zu leben. Nicht jeder Mensch hat das Glück, auf die Butterseite des Lebens zu fallen.“ Ernst schließt Waldhäusl die Augen. Schweigt. Sein Burstkorb zittert. Dann kann er sich nicht mehr länger verstellen. Er ist erstmals ganz er selbst, bricht in wildes Gelächter aus. „Hahaha, Scherz! Ollas Wappler de Ausländergfrasta!“


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kalamitsi

Ich dachte, ihr seid ein Satiremagazin. Warum beschreibt ihr die Realität ?

Xela

„Das Wegschauen und das Goschn halten liegt uns allen ja im Blut“
Was könnte man noch mehr sagen?

Euch vielleicht, ihr Pfeifen!

Lukas_M

Von außen verschweißt er wieder die Eisentür. Dann nagelt er sich ein neues Brett vor den Kopf.

Brilliant! Der Artikel ist genauso genial, wie extrem scharf geschrieben, ein echter Tagespresse Klassiker.
Eines eurer besten Artikel in letzter Zeit find ich

Luschenbuschen

Böse, aber gut :-)

Heinzelampel

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