„Schleich di, du Oaschloch“: Wiener reagieren gelassen auf Atombombe


Atombombe
Außenministerium

Das Außenministerium wollte im Rahmen eines fiktiven Videos simulieren: Was passiert, wenn Wien Ziel eines Atomangriffs wird? Offenbar nichts. Die Bevölkerung blickt einer Atombombe gelassen entgegen. 

WIEN – Eine Bombe schlägt in der Wiener Innenstadt auf. Der Atompilz frisst sich in den Himmel. „Radius Feuerball: 380 m. Alles Asche. Kein Wiener Leben mehr, Bundesgärten für immer zu, over“, steht auf dem Bildschirm. „Vortrefflich!“, lacht Außenminister Alexander Schallenberg und streichelt seine weiße Katze. Mehrere ÖVP-Mitarbeiter starren mit Freudentränen in den Augen auf das zerstörte und verstrahlte Wien. Das Video, das einen Atomwaffenangriff auf die Hauptstadt zeigt, ist endlich fertig und geht online. 

Gelassenheit

Womit das Außenministerium nicht gerechnet hat, ist die Resilienz der Wiener Bevölkerung. Eine Umfrage der Tagespresse zeigt: Von 2.000 befragten Wienern fürchtet sich niemand vor einem Atomwaffenangriff.

„Ich hab scho Schlimmeres erlebt, Stichwort Tabaksteuererhöhung“, sagt Thomas Griessl, 68, aus Wien-Donaustadt und starrt ausdruckslos auf das Video. „Mir is das grundsätzlich wurscht, solang unser Kabane im Gänsehäufel ned betroffen is.“ Auch seine Frau Hermine, 71, lässt sich nicht einschüchtern. „Schleich di, du Oaschloch. Do kennt ja jeda kumma!“, richtet sie der Atombombe aus. 

Egal, ob Terroranschläge oder Atomwaffenangriffe, wirklich Angst haben die Wiener nur vor einer Sache: leichtem Schneefall. „Des brauch i wirklich ned, bei aller Liebe, sonst kommt die Bim wieder zwei Minuten zu spät, dann haut’s lieber so a Atombomberl runter, dann setz i mi inzwischen auf a Melange ins Café Ritter“, lacht Irmi O., 55, aus Wien-Ottakring.

Schallenberg euphorisch

Im Außenministerium steht man trotzdem weiterhin zu dem Schockvideo: „Eine nukleare Bedrohung ist auch im 21. Jahrhundert präsent. Wir fühlen uns in Wien vielleicht sicher. Aber eine falsche Geste, eine verdächtige Truppenbewegung, eine unbedachte Provokation, und Wolfgang Sobotka könnte explodieren.“

Ein Staat, der über eine solche Waffe verfügt, gilt als unangreifbar. Schon seit längerem steht etwa der Iran in Verdacht, seinen eigenen Wolfgang Sobotka zu entwickeln. Israel zufolge forschen iranische Wissenschaftler schon länger an einer Möglichkeit, anderen Leuten vor die Tür zu scheißen.

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…wirklich Angst haben die Wiener nur vor einer Sache: leichtem Schneefall. *LOL*😂

Is‘ ned lustig!
Schon einmal bei leichtem Schneefall in Wien mit dem Auto unterwegs gewesen??

Ja, da steht alles still.
Stau auf allen Straßen. Sogar die U-Bahn hat Verspätung.
Ein Super-Mega-GAU

Ja, wohne in der Nähe von Wien. Allerdings ist dieser Satz trotzdem sehr witzig. 😄

„… scho Schlimmeres erlebt – Stichwort: Tabaksteuererhöhung“ – großartig! 👌👍👏

Wer zwei schwarz/blaue Regierungen und einen Glykol-Skandal überstanden hat, denn kann doch so ein Bomberl ned erschüttern!

Bearbeitet von Gatonero

Und jetz hama den andren Mist, und der Untergang is fix. Nix mehr mit überleben.

Schallenberg wollte halt zeigen was man so alles in Kaufhaus Österreich bestellen kann.

Na dann kommt die Lieferung eh nicht so schnell.

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