Regierung präsentiert dreistufigen Impfplan: „Homma ned, geht ned, gibts ned“


Anschober mit Schild in der Hand
Dragan Tatic/BKA (M)

Nach viel Kritik präsentierte die Regierung heute endlich einen konkreten Impfplan. Das Konzept umfasst drei Stufen: Homma ned, geht ned, und schlussendlich gibts ned. Gesundheitsminister Rudolf Anschober kündigt eine unverzügliche Umsetzung ohne weitere Verzögerungen an.

WIEN – „Meine Damen und Herren, ich darf Ihnen heute zuerst einmal mich selbst präsentieren“, erklärt Bundeskanzler Sebastian Kurz und dreht und wendet sich minutenlang für die Kameras der Medienvertreter. „Und jetzt bitte, der Impfplan!“ Gesundheitsminister Rudi Anschober ergreift das Wort: „Wir planen drei Phasen: Homma ned, zweitens, geht ned, drittens gibts ned.“

Hohe Kompetenz

Die österreichische Regierung hat für die Umsetzung eng mit der Speerspitze der Bürokratie zusammengearbeitet, wie auch Chief Medical Officer Katharina Reich von der MA 2412 erklärt: „Im Sommer haben wir planmäßig die Impfbestellungen verschlampt, im Herbst war es uns wie vorgesehen irgendwie zu zach, die Hausärzte mit der nötigen Infrastruktur auszustatten, und jetzt ist es eigentlich eh schon wurscht, genau wie wir das bereits im November konzipiert haben.“ Nun will man mit aller Kraft abwarten und eventuell sogar schauen.

Schon seit 26. Dezember, als die ersten Vakzine im Land eintrafen, halten sich die Behörden vorbildlich an den Plan, wie auch der Impfverteilungsbeauftrage Ing. (FH) Breitfuß lobend hervorhebt. „Ah so ja bitteschön, der Start der Vakzin-Verteilung ist erst am Nachmittag möglich, aber nicht nach 13 Uhr. Davor, währenddessen und danach sind wir aber auf Mittagspause.“

Regierung trotzt Kritikern

Kritik am langen Zaudern weist Kurz von sich. „Ich bin in dieser Regierung nur Passagier, und Sie kennen mich, ich fliege ausschließlich Economy Class mit einem Economy Regierungsteam. Die Grünen drücken uns leider einen Vorschlag nach dem anderen auf’s Aug, und ja, ich war damals leider zu grün hinter den Ohren, als sie unbedingt die Ministerin Aschbacher durchboxen wollten, nur weil sie aus der grünen Steiermark kommt.“

Vorbildliche Umsetzung

10 Uhr im Seniorenheim Zwettl. Die Stimmung ist gut. Der Impfstoff wird von Bofrost geliefert und in der Mikrowelle aufgetaut. Man sieht: Der Plan wird bereits ordnungsgemäß umgesetzt. „I kummat wegen dera Impfung“, haucht Seniorin Elisabeth T. (83), Hochrisikopatientin.

Der Heimarzt schiebt seine Brille auf die Nase und begutachtet die Frau, schüttelt mit dem Kopf. „Do kennt jo jeda kumman. Zuerst bitte Reisepass, Zulassungsschein, E-Card, Heiratsurkunde, Geburtsurkunde mit Unterschrift der Urgroßeltern, Jö-Card, Fahrradführerschein, Passierschein A38 und Skilehrerausweis, wie bitte Skilehrerausweise hamma kan? Dann bitte ab nach Tirol und erst wieder im April kommen.“

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Herrlicher Beitrag; unsere Regierung nimmt übrigens auch noch den Impfskeptikern die Arbeit ab, sie würden eh nie drangekommen 😂😂

Ein Blitzgneisser sind Sie, Gratulation

…abwarten, eventuell sogar schauen – so geil, die Wiener Seele am Silvertablett präsentiert 😂

😂Ich hab schon solange nicht mehr so laut gelacht. Gut, dass es im homeoffice niemanden stört.

Lieferung durch Bofrost is a herrlich … abwegig in AT? ☺️

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